besagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-sa-gen
Grundformsagen
Wortbildung mit ›besagen‹ als Grundform: ↗besagt
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. zum Inhalt haben, aussagen
Beispiele:
die Berichte, dieser Satz, Brief, dieses Gesetz besagt, dass ...
deine Miene besagt alles (= verrät mir alles, gibt über alles Aufschluss)
das besagt (= bedeutet) viel, wenig, nichts
das will nichts besagen
redete Pastor Kölling in starken Worten über den Text, der da besagt, daß das Weib Vater und Mutter verlassen und dem Manne nachfolgen soll [Th. MannBuddenbrooks1,114]
Hieroglyphen, die einst viel besagten [HesseGlasperlensp.6,548]
Das Nicken des alten Berger besagte (= drückte aus): wir zwei ... wir kennen uns schon [SeghersDie Toten6,359]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, afries. sedza, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
berichtet werden (in einem Text) · besagen · sagen · zum Inhalt haben
Synonymgruppe
bedeuten · besagen · ↗meinen · schließen lassen auf  ●  ↗(etwas) heißen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beglaubigen · ↗begründen · besagen · ↗beweisen · ↗erhärten · ↗erweisen

Typische Verbindungen zu ›besagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Artikel Bauernregel Faustformel Faustregel Gegenteil Gerücht Grundregel Hypothese Inschrift Klausel Legende Meinungsumfrage Meldung Paragraph Regel Reglement Schätzung Sprichwort Statistik Studie Theorie These Umfrage Untertitel Weisheit lediglich nämlich viel was wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›besagen‹

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Es besagte aber auch, daß wir gerade in einer so einschneidenden Phase neuer Entwicklungen unsere Verantwortung für die aktuelle städtebauliche Kultur nicht vernachlässigen dürfen.
Der Tagesspiegel, 09.12.1997
Es besagt für sich nicht viel, wohl aber als Ausdruck von Denkweisen.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.1997
Das besagt keineswegs, daß dieses Training nicht auch außerhalb unserer vier Wände stattfinden kann.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 87
Doch besagt dies keineswegs, daß die »neue« Form nicht schon früher existiert habe.
Riedel, Friedrich Wilhelm u. a.: Notation. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 43006
Das Gesetz, das hier wirklich gilt, besagt nicht so viel.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 601
Zitationshilfe
„besagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besagen>, abgerufen am 26.02.2020.

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