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besaitet

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung be-sai-tet
Grundformbesaiten
Wortbildung  mit ›besaitet‹ als Letztglied: fein besaitet · feinbesaitet · zart besaitet · zartbesaitet
eWDG

Bedeutung

zart, fein besaitetempfindsam, feinfühlig
Beispiele:
Riesenfeld ist dafür zu fein besaitet [ RemarqueSchwarzer Obelisk62]
das soll mit Rücksicht auf die zarter Besaiteten unter unseren Hörerinnen hier nicht erörtert werden [ TucholskyPanter235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saite · besaitet
Saite f. ‘aus Pflanzenfasern, Tierdärmen, Metalldraht oder Kunststoff gedrehter Faden für Zupf- und Streichinstrumente’, ahd. seito m. (9. Jh.), daneben seita f. (um 900), mhd. seite m. f. ‘Strick, Schlinge, Fallstrick, Fessel, Darmsaite’, mnd. seyde f. ‘Saite, Sehne’, aengl. sāda m. ‘Strick, Halfter, Saite’, anord. seiðr m. ‘Band, Gürtel’ sind wie die Verwandten aind. sḗtuḥ ‘bindend, fesselnd, Fessel, Band, Damm, Brücke’, lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste, Angelschnur’, lit. saĩtas, siẽtas, lett. saite ‘Band, Strick, Fessel, Schnur’, aslaw. sětь, russ. set’ (сеть) ‘Netz, Schlinge’ mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’ gebildet (wozu auch Sehne und Seil, s. d., gehören). Gegen Ende des 17. Jhs. setzt sich als Unterscheidungsmerkmal zu nicht verwandtem Seite Schreibung mit ai durch. Redensartlich: gelindere Saiten aufziehen ‘sanfter vorgehen’ (17. Jh.), andere Saiten aufziehen ‘andere, härtere Mittel anwenden’ (18. Jh.), eine alte Leier mit einer neuen Saite beziehen ‘bereits Bekanntes wiederholen’ (18. Jh.). – besaitet Part.adj. ‘mit Saiten versehen’ (15. Jh.), zart besaitet ‘von sensiblem Wesen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›besaitet‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besaitet‹.

Verwendungsbeispiele für ›besaitet‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis die Wissenschaft dereinst den richtigen Sound gefunden hat, bieten sich für zart besaitete Gaumen durchaus Alternativen zur asiatischen Küche. [Die Zeit, 01.10.2001, Nr. 40]
Ganz dünn besaitet präsentierte sich auch mal wieder Markus Lotter. [Bild, 30.04.2001]
Lovejoy spülte seinen Ärger über den zart besaiteten Deutschen mit einem weiteren Schluck Whisky hinab. [Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 186]
Dabei ist der gebürtige Neuköllner, der von 1991 bis 1992 bereits Bezirksbürgermeister war, ganz und gar nicht von der zart besaiteten Sorte. [Der Tagesspiegel, 15.10.2001]
In ihrem neuen Roman "Die Hirnkönigin" wird gesägt, geschnitten und so oft zugestochen, dass zart besaitete Naturen lieber die Finger von dem Buch lassen sollten. [Der Tagesspiegel, 24.11.1999]
Zitationshilfe
„besaitet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besaitet>.

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