besaufen

Grammatik Verb · reflexivbesäuft sich, besoff sich, hat sich besoffen
Aussprache 
Worttrennung be-sau-fen
Wortzerlegung  be- saufen
Wortbildung  mit ›besaufen‹ als Erstglied: Besäufnis  ·  mit ›besaufen‹ als Grundform: besoffen  ·  formal verwandt mit: sternhagelbesoffen
eWDG

Bedeutung

salopp, derb sich betrinken
Beispiele:
wir wollen uns heute (mit Bier) besaufen
er besäuft sich aus Verzweiflung
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
er kam nachts besoffen nach Hause
der Besoffene torkelte über die Straße
ich bin wie besoffen (= bei mir dreht sich alles)
vulgärbis sie besoffen waren wie Schweine (= bis sie restlos betrunken waren) [ Kellerm.Totentanz319]
übertragen
Beispiele:
er hat mich mit Reden besoffen gemacht (= er hat mich mit Reden ganz wirr gemacht)
im Krieg habe ich mich an Langeweile besoffen [ BöllWort161]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) betrinken · (sich) sinnlos betrinken · (viel Alkohol) trinken  ●  feiern  jugendsprachlich, verhüllend · (einen) verlöten  ugs., regional · (einen) über den Durst trinken  ugs., variabel · (sich einen) ballern  ugs. · (sich etwas) genehmigen  ugs. · (sich) abschießen  ugs. · (sich) besaufen  ugs. · (sich) die Hucke vollsaufen  ugs. · (sich) die Kante geben  ugs. · (sich) einen auf die Lampe gießen  ugs., fig. · (sich) einen hinter die Binde kippen  ugs., fig. · (sich) einen zur Brust nehmen  ugs. · (sich) volllaufen lassen  ugs. · (sich) zudröhnen  ugs. · (sich) zulaufen lassen  ugs. · (sich) zusaufen  ugs. · (sich) zuschütten  ugs. · bechern  ugs. · bürsteln  ugs., österr. · ins Glas schauen  ugs. · saufen  ugs. · süppeln  ugs. · tschechern  ugs., salopp, ostösterreichisch · zechen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) einen (...) genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›besaufen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besaufen‹.

Verwendungsbeispiele für ›besaufen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die besoffenen Teenager werden mich genau so nerven wie jetzt.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Vielleicht paßt es zu so einem Leben, besoffen zu sterben.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 243
Ich wurde nie müde, ich konnte arbeiten, was das Zeug hielt, und dann fing ich an, mich schon früh morgens zu besaufen.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2003
Eines Tages werden wir alle so fertig sein, besoffen, verkommen, betrogen.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 614
Und sie kamen immer näher und lachten und brüllten besoffen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 44
Zitationshilfe
„besaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besaufen>, abgerufen am 18.01.2022.

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