beschädigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-schä-di-gen
Grundformschädigen
Wortbildung mit ›beschädigen‹ als Erstglied: ↗Beschädigung  ·  mit ›beschädigen‹ als Grundform: ↗beschädigt
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. schadhaft machen, einer Sache Schaden zufügen
Beispiele:
viele Wohnungen wurden durch das Unwetter schwer, stark beschädigt
die Deichanlagen sind fast vollständig beschädigt worden
sei vorsichtig, damit du das Bild nicht beschädigst
eine beschädigte Tasse
ein beschädigtes Glas, Dach
beschädigte Statuen, Kunstwerke
der Briefumschlag, Einband des Buches ist beschädigt
die Kette war am Schloss beschädigt
sie schlüpfte aus dem beschädigten Schuh [SeghersDie Toten6,378]
veraltet jmdn. beschädigenjmdm. eine Verletzung zufügen
Beispiel:
die Bäume waren schnell umgestürzt und hatten die Männer mit umgerissen und beschädigt oder gar getötet [HauffWirtshaus6,220]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schaden · Schade · schade · schaden · schädigen · beschädigen · entschädigen · unbeschadet · schadhaft · schädlich · Schädling · Schadenersatz · Schadenfreude · schadenfroh · schadlos
Schaden Schade m. ‘negative, beeinträchtigende Einwirkung und das, was sie an Verlust, Zerstörung oder Nachteil zur Folge hat’, ahd. scado (8. Jh.), mhd. schade ‘Schädigung, Verlust, Nachteil, Verderben, Mühsal, Verwundung’, asächs. skaðo, mnd. schāde, mnl. scāde, nl. schade, afries. skatha, aengl. sceaþa, anord. skaði, schwed. skada, got. skaþis (germ. *skaþa(n), *skaþi-) sind Abstrakta zu einem in aengl. scieþþan und got. skaþjan ‘schaden’ (germ. *skaþjan) belegten starken Verb. Als Nomina agentis gehören dazu ahd. scado und scadāri ‘Schädiger, Räuber, Spießgeselle’ (8. Jh.), mhd. schade, asächs. skaðo, aengl. sceaþa. Falls man außergerm. griech. askēthḗs (ἀσκηθής) ‘unversehrt, wohlbehalten’, eine Bildung mit verneinendem a- (ἀ- privativum), und mir. scīth ‘müde’ vergleichen kann, so ist Rückführung auf eine Wurzel ie. *skēth-, *skəth- ‘beschädigen’ möglich. Die Endung -n der heute vorherrschenden Form Schaden entstammt den obliquen Kasus des schwach flektierten Substantivs. Die Wendung schade sein ‘bedauerlich sein’ (16. Jh.) entwickelt sich aus der prädikativen Stellung des Substantivs, vgl. mhd. schade sīn ‘schädlich sein’. Daraus (elliptisch) schade Adj. und Interjektion ‘bedauerlich, betrüblich’ (18. Jh.). Ferner zu schade für etw. ‘zu wertvoll für etw., so daß durch diese Verwendung ein Schaden entstünde’. schaden Vb. ‘Schaden anrichten, verursachen, verletzen’, ahd. scadōn (8. Jh.), mhd. schaden, asächs. skaðon, mnd. schāden, mnl. scāden, nl. schaden, anord. skaða, schwed. skada, von den oben genannten Abstrakta abgeleitet, dagegen aengl. sceaþian vom Nomen agentis sceaþa (s. oben); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 73 f. schädigen Vb. ‘Schaden zufügen’, mhd. schad(e)gen, sched(e)gen; vgl. mhd. schadec, schedec ‘schädlich’. beschädigen Vb. ‘schadhaft machen, an etw. Schaden verursachen’, mhd. beschedigen. entschädigen Vb. ‘entstandenen Schaden wiedergutmachen, Ersatz zahlen’, spätmhd. entschadegen. unbeschadet Part.adj. ‘unversehrt’, verneintes Part. Prät. zum Simplex beschaden ‘beschädigen’, mhd. beschaden, seit dem 17. Jh. als Präp. ‘ohne zu schmälern’ geläufig. schadhaft Adj. ‘beschädigt, ramponiert’, ahd. scadohaft ‘schädlich’ (9. Jh.), mhd. schadehaft ‘Schaden, Verlust bringend, schädlich, geschädigt, beschädigt’. schädlich Adj. ‘Schaden, Verlust, Nachteil bringend’, mhd. schedelich; vgl. ahd. unscadolīh ‘unschuldig, schuldlos’ (11. Jh.). Schädling m. ‘wer Schaden verursacht’ (19. Jh.), anfangs nur von schädlichen Tieren (zumal Insekten), bald auch von Pflanzen; die Übertragung auf Menschen ‘zerstörungssüchtige Person’ erfolgt Anfang 20. Jh. Schadenersatz m. ‘Wiedergutmachung für zugefügten Schaden’ (Ende 18. Jh.), aus einen Schaden ersetzen. Schadenfreude f. ‘Freude über den Schaden, der anderen entsteht’ (16. Jh.). schadenfroh Adj. (16. Jh.). schadlos Adj. ‘ohne Schaden’, mhd. schadelōs ‘ohne Schaden, unschädlich, nicht nachteilig’; nur noch in der Fügung sich schadlos halten ‘seinen Nachteil, Schaden (auf Kosten anderer) ersetzen’ (18. Jh.), älter jmdn. schadlos halten ‘vor Schaden bewahren’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beschmieren · beschädigen · ↗demolieren (Verstärkung) · ↗lädieren · ↗ramponieren · ↗verbeulen · ↗verkratzen · ↗zerkratzen · zerritzen
Synonymgruppe
beeinträchtigen (Vertrauen) · beschädigen · ↗erschüttern · in Mitleidenschaft ziehen · ↗untergraben (Vertrauen, jemandes Ruf)
Assoziationen
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ansehen Aufprall Auto Autorität Bagger Bauarbeit Beben Brand Erdbeben Explosion Fahrzeug Feuer Gasleitung Gebäude Glaubwürdigkeit Handelsschiff Image Kreuzer Löschwasser Oberleitung Pkw Reputation Ruf Unbekannte Vertrauen Wohnhaus Zerstörer nachhaltig versenken zerstören

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschädigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt kann der Junior das Bild, das der Senior sich von ihm gemacht hat, endlich nicht mehr durch Fehlverhalten beschädigen.
Die Welt, 27.02.2003
Der Virus beschädige zwar die gespeicherten Daten nicht dauerhaft, hieß es.
Der Tagesspiegel, 20.06.2000
Er hat an ihrem Computer herumgespielt und irgend etwas beschädigt.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 327
Zwar staubt sie die Bücher täglich ab und hat noch keines beschädigt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 31
Güteklasse B Ungleich in Form und Größe, schwach verfärbt, weniger fest und schwach beschädigt, jedoch sauber.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 300
Zitationshilfe
„beschädigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschädigen>, abgerufen am 24.08.2019.

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