Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beschämen

Grammatik Verb · beschämt, beschämte, hat beschämt
Aussprache 
Worttrennung be-schä-men
Wortzerlegung be- schämen
Wortbildung  mit ›beschämen‹ als Erstglied: beschämend  ·  formal verwandt mit: tief beschämt · tiefbeschämt
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. durch unerwartetes oder unverdientes Handeln mit Scham über die eigene Handlungsweise erfüllen
Beispiele:
sie beschämte alle durch ihre Güte, ihre Großmut, ihre edle Handlungsweise
ich lasse mich von dir nicht beschämen
ich bin, fühle mich tief beschämt durch deine Freundlichkeit
er hat mich beschämend gütig aufgenommen
deine Großmut, dein Lob, Vertrauen, großes Geschenk hat mich beschämt
2.
in jmdm. Scham erwecken
Beispiel:
Es widerstrebte ihr, ihn kurzweg abrufen zu lassen und dadurch zu beschämen [ G. KellerAmrain6,163]
beschämend
Grammatik: heute meist im Partizip I oder II
Beispiele:
ein beschämender Auftritt
eine beschämende Strafe
es ist ein beschämendes (= demütigendes) Gefühl, von fremden Menschen abhängig zu sein
man hatte ihn auf beschämende Weise hintergangen
das Konzert war beschämend leer
beschämt (= voll Scham)
Beispiele:
er war über seinen Misserfolg beschämt
er dachte beschämt daran, welche Fehler er gemacht hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scham · schämen · beschämen · verschämt · unverschämt · schamhaft · schamlos
Scham f. ‘das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit’, ahd. scama ‘Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande’ (8. Jh.), mhd. schame, auch ‘Ärgernis’ und (verhüllend, wie noch heute) ‘Geschlechtsteile’, asächs. skama, mnd. schām(e), mnl. scāme, aengl. sc(e)amu, engl. shame (germ. *skamō f.) und das schwache Verb got. skaman ‘sich schämen’ haben keine sicheren Anknüpfungen außerhalb des Germ., so daß die Etymologie ungeklärt bleibt. Eine Herleitung von der Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ (s. Hemd) ist wenig wahrscheinlich. schämen Vb. reflexiv ‘Scham empfinden’, ahd. scamēn (8. Jh.), scamōn (9. Jh.), mhd. schamen, schemen, schämen, auch ‘schmähen, schänden’. beschämen Vb. ‘Schamgefühl bereiten, verlegen machen’, mhd. beschemen ‘in Schmach oder Scham bringen, schänden’. verschämt Part.adj. ‘scheu, voller Schamgefühl’ (18. Jh.), ‘schamlos, voller Schande’ (16. Jh.); vgl. mhd. verschemen, verschamen ‘in Scham, Schande versinken’ und ahd. firscamēn ‘aufhören, sich zu schämen’ (um 1000). unverschämt Part.adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, spätmhd. unverschamet. schamhaft Adj. ‘voller Scham, scheu, schüchtern’, ahd. scamahaft (8. Jh.), mhd. schamehaft. schamlos Adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, ahd. scamalōs (10. Jh.), mhd. scham(e)lōs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
(jemandem) Schande machen · (jemandem) sehr peinlich sein · beschämen · blamieren · bloßstellen · verlegen machen  ●  (jemanden) am Nasenring durch die Manege führen  variabel, fig. · (jemanden) an der Nase durch den Ring führen  variabel, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›beschämen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschämen‹.

Verwendungsbeispiele für ›beschämen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl er nicht für ihn verantwortlich ist, fühlt er sich von ihm beschämt. [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 207]
Er beschämt mich fast, denn mir, aufrichtig gesprochen, genügte das nicht. [Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6294]
Gelegentlich sind wir, wie das Gesetz es befiehlt, auch beschämt. [Die Zeit, 29.04.1998, Nr. 19]
Die Nation sei beschämt durch das Versagen des Republikanischen Kongresses auf diesem Gebiet. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1948]]
Manche Frauen sind so beschämt, dass sie mit niemandem darüber sprechen wollen. [Die Zeit, 14.04.2013, Nr. 15]
Zitationshilfe
„beschämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besch%C3%A4men>.

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