beschämen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-schä-men
Wortzerlegungbe-schämen
Wortbildung mit ›beschämen‹ als Grundform: ↗beschämend  ·  formal verwandt mit: ↗tiefbeschämt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. durch unerwartetes oder unverdientes Handeln mit Scham über die eigene Handlungsweise erfüllen
Beispiele:
sie beschämte alle durch ihre Güte, ihre Großmut, ihre edle Handlungsweise
ich lasse mich von dir nicht beschämen
ich bin, fühle mich tief beschämt durch deine Freundlichkeit
er hat mich beschämend gütig aufgenommen
deine Großmut, dein Lob, Vertrauen, großes Geschenk hat mich beschämt
2.
in jmdm. Scham erwecken
Beispiel:
Es widerstrebte ihr, ihn kurzweg abrufen zu lassen und dadurch zu beschämen [G. KellerAmrain6,163]
Grammatik: heute meist im Part.
Beispiele:
ein beschämender Auftritt
eine beschämende Strafe
es ist ein beschämendes (= demütigendes) Gefühl, von fremden Menschen abhängig zu sein
man hatte ihn auf beschämende Weise hintergangen
das Konzert war beschämend leer
beschämtvoll Scham
Beispiele:
er war über seinen Misserfolg beschämt
er dachte beschämt daran, welche Fehler er gemacht hatte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scham · schämen · beschämen · verschämt · unverschämt · schamhaft · schamlos
Scham f. ‘das Gefühl, bloßgestellt zu werden oder zu sein, Scheu, Verlegenheit’, ahd. scama ‘Beschämung, Zerknirschung, Bestürzung, Schande’ (8. Jh.), mhd. schame, auch ‘Ärgernis’ und (verhüllend, wie noch heute) ‘Geschlechtsteile’, asächs. skama, mnd. schām(e), mnl. scāme, aengl. sc(e)amu, engl. shame (germ. *skamō f.) und das schwache Verb got. skaman ‘sich schämen’ haben keine sicheren Anknüpfungen außerhalb des Germ., so daß die Etymologie ungeklärt bleibt. Eine Herleitung von der Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ (s. ↗Hemd) ist wenig wahrscheinlich. schämen Vb. reflexiv ‘Scham empfinden’, ahd. scamēn (8. Jh.), scamōn (9. Jh.), mhd. schamen, schemen, schämen, auch ‘schmähen, schänden’. beschämen Vb. ‘Schamgefühl bereiten, verlegen machen’, mhd. beschemen ‘in Schmach oder Scham bringen, schänden’. verschämt Part.adj. ‘scheu, voller Schamgefühl’ (18. Jh.), ‘schamlos, voller Schande’ (16. Jh.); vgl. mhd. verschemen, verschamen ‘in Scham, Schande versinken’ und ahd. firscamēn ‘aufhören, sich zu schämen’ (um 1000). unverschämt Part.adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, spätmhd. unverschamet. schamhaft Adj. ‘voller Scham, scheu, schüchtern’, ahd. scamahaft (8. Jh.), mhd. schamehaft. schamlos Adj. ‘ohne Schamgefühl, frech’, ahd. scamalōs (10. Jh.), mhd. scham(e)lōs.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschämen · ↗demütigen · ↗entehren · ↗entwürdigen · ↗erniedrigen · ↗niedermachen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem) Schande machen · beschämen · ↗blamieren · ↗bloßstellen · sehr peinlich sein · verlegen machen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gegner Kritiker Leser Nation Tat alle berühren demütigen empören enttäuschen erniedrigen erschüttern ich rühren tief verletzen wir zutiefst überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschämen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ersterer bekannte, über das Vorgehen seines Landes schlicht tief beschämt zu sein.
Die Welt, 22.03.2003
Obwohl er nicht für ihn verantwortlich ist, fühlt er sich von ihm beschämt.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 207
Er sollte sie beschämen; aber ich fürchte, sie lachen ihn aus.
Die Zeit, 16.06.1978, Nr. 25
Er beschämt mich fast, denn mir, aufrichtig gesprochen, genügte das nicht.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6294
Ich glaube bestimmt, ich würde die anderen beschämen, und der Erfolg wäre, daß sie vernünftiger denken und handeln würden.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 01.09.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„beschämen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschämen>, abgerufen am 13.12.2019.

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