beschaffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-schaf-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungbe-schaffen
Wortbildung mit ›beschaffen‹ als Erstglied: ↗beschaffbar  ·  mit ›beschaffen‹ als Letztglied: ↗wiederbeschaffen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit Überwindung von Schwierigkeiten (für jmdn.) herbeischaffen, dafür sorgen, dass jmd. etwas bekommt
Beispiele:
jmdm. Geld, Quartier beschaffen
kannst du mir diese Summe beschaffen?
ich habe mir die Erlaubnis, diese Unterschrift beschafft
Waren, Material beschaffen
etw. ist schwer zu beschaffen
Der Nachbar beschafft ein Fuhrwerk [Suderm.6,207]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaffen · abschaffen · anschaffen · beschaffen1 · beschaffen2 · erschaffen · nachschaffen · Schaffe · Schaffner · Geschöpf · Schöpfer2 · schöpferisch · Schöpfung
schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner ↗schaben, ↗Schaff, ↗Schaft, ↗Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. ↗schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); beschaffen1 Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen beschaffen2 Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; Schöpfer2 m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
an Ort und Stelle schaffen · ↗anschleppen · ↗beibringen · ↗beitreiben · beschaffen · ↗herbeiholen · ↗herbeischaffen · ↗herholen · ↗herschaffen · ↗hertransportieren · ↗vermitteln  ●  ↗ankarren  ugs. · ↗herankarren  ugs., abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

anders immer ähnlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür war ich so beschäftigt damit, mir immer härteren Sex zu beschaffen oder eben genau davon runterzukommen, dass ich kaum noch atmen konnte.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2000
Kaputtgehen kann bei der Simulation nichts, und sie ist günstiger, als Geräte zu beschaffen.
Der Tagesspiegel, 01.09.1997
So aber ist die kategoriale Determination im Aufbau der realen Welt nicht beschaffen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 443
Wir hatten Reis empfangen; es gelang mir Milch zu fabelhaftem Preise zu beschaffen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7659
Wenn Sie mir jetzt 1000 Mark gäben, dann wäre ich nicht imstande, es Ihnen augenblicklich zu beschaffen.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 25765
Zitationshilfe
„beschaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschaffen#1>, abgerufen am 16.07.2019.

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beschaffen

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-schaf-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beschaffen‹ als Letztglied: ↗wohlbeschaffen
eWDG, 1967

Bedeutung

geartet
etw., jmd. ist so beschaffenetw., jmd. ist von solcher Art
Beispiele:
sein Charakter war so beschaffen, dass ...
der Mensch muss so beschaffen sein
wie die Zukunft auch beschaffen sein möge
denn ihre Augen waren so seltsam beschaffen [SeghersDie Toten6,158]
Selbst ihr Vater ... wußte nicht, wie sie in ihrem Innern beschaffen war [Wasserm.Gänsemännchen74]
mit etw., jmdm. ist es so beschaffenmit etw., jmdm. steht es so
Beispiele:
wie ist es mit deiner Gesundheit beschaffen?
damit ist es schlecht beschaffen
Siehst du nun wohl, wie es mit unserm Baron beschaffen ist [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder4,307]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schaffen · abschaffen · anschaffen · beschaffen1 · beschaffen2 · erschaffen · nachschaffen · Schaffe · Schaffner · Geschöpf · Schöpfer2 · schöpferisch · Schöpfung
schaffen Vb. ‘in eigener Leistung hervorbringen, gestalten’ und (besonders südd.) ‘arbeiten, zustande bringen’. Das stark flektierende Verb (mit j-Präsens) ahd. skephen ‘(er)schaffen, (be)wirken, gestalten, ordnen, festsetzen’ und auch ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.) entwickelt (aus der Partizipialform giscaffan) einen neuen Präsensstamm mit dem Infinitiv mhd. schaffen, nhd. schaffen (schuf, geschaffen). Verwandt sind asächs. skeppian ‘(er)schaffen, bestimmen’, aengl. scieppan ‘(er)schaffen, bilden anordnen, machen’, got. gaskapjan ‘erschaffen’, ferner ↗schaben, ↗Schaff, ↗Schaft, ↗Scheffel (s. d.) und die dort genannten Wortformen, so daß, ausgehend von einer Bedeutung ‘schnitzend gestalten’, Anschluß an die Variante ie. *skā̌b(h)- der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’ möglich ist. Neben dem starken Verb ahd. skephen (s. oben) steht ein gleichlautendes schwaches jan-Verb ahd. skephen ‘(er)schaffen, gestalten, bilden’ und ‘(Wasser) schöpfen’ (8. Jh.); beide Verben haben sich anscheinend semantisch miteinander vermischt (Weiteres s. ↗schöpfen). Weiterhin steht zum starken Verb die schwach flektierende Intensivbildung ahd. scaffōn ‘tun, bilden, zustande bringen, anordnen’ (8. Jh.), mhd. schaffen, nhd. schaffen ( schaffte, geschafft), deren Infinitiv- und Präsensformen im Mhd. und Nhd. mit denen des oben genannten starken Verbs zusammenfallen. Für das starke Verb ist heute von einer Grundbedeutung ‘etw. hervorbringen, bewirken’, für das schwache Verb von einer Grundbedeutung ‘einrichten, ordnen’ (weiter ‘anordnen, tätig sein, arbeiten, herbei-, wegbringen’) auszugehen. Starke und schwache Flexion zeigen entsprechend mnd. scheppen, mnl. sceppen und engl. to shape (mit dem Part. Prät. shaped und, allerdings selten und älter, shapen). Zum schwachen Verb stellen sich (auch bei teilweise starker Flexion bis ins 16. Jh.) abschaffen Vb. ‘aufheben, beseitigen’, mhd. abeschaffen (14. Jh.), südd. auch ‘sich abarbeiten’; anschaffen Vb. ‘etw. in seinen Besitz bringen, sich aneignen’ (16. Jh.), ‘anordnen, verursachen’ (15. Jh.); beschaffen1 Vb. ‘herbeiholen, besorgen’ (15. Jh.); vgl. ahd. biscaffōn ‘gestalten, bilden’ (8. Jh.); dagegen beschaffen2 Part.adj. ‘geartet, geformt, befindlich’ (15. Jh.), mhd. ‘vorhanden, durch das Schicksal bestimmt’, zu (vorwiegend stark flektierendem) mhd. beschaffen ‘(er)schaffen, bestimmt oder zugeteilt sein, ordnen, verwalten, herbeibringen’. Zum starken Verb gehören erschaffen Vb. ‘entstehen lassen, gestalten, formen’, geläufig seit dem 16. Jh.; nachschaffen Vb. ‘gestaltend nachbilden’ (18. Jh.), ‘nachträglich anschaffen’ (17. Jh.). Schaffe f. ‘Leistung, (großartige) Angelegenheit’, neugebildetes Verbalabstraktum der Jugendsprache (20. Jh.); zuvor (ohne direkte Nachfolge) mhd. schaffe ‘Anordnung, Befehl’. Schaffner m. ‘Besorger, Ordner, Aufseher, Verwalter’, mhd. schaffenære, scheffenære, nach voraufgehendem schaffære, scheffære, ahd. scaffāri (um 1000). Seit dem 19. Jh. fast nur noch für das Bedienungs- und Aufsichtspersonal bei Bahn und Post, vgl. Postschaffner, Eisenbahnschaffner. Den alten Stammsilbenvokal des starken Verbs (nach ahd. skephen) bewahren (zu ö gerundet) Geschöpf n. ‘das Erschaffene, Geformte’ (15. Jh.), anfangs auch Vorgangsbezeichnung im Sinne von ‘Erschaffung’; Schöpfer2 m. ‘wer etw. erschafft, gestaltet’, auch Bezeichnung des christlichen Gottes als des Erschaffers der Welt, ahd. skephāri (9. Jh.), mhd. schepfære, schephære (vgl. früher bezeugtes ahd. skepho, 8. Jh.); schöpferisch Adj. ‘gestaltend, Neues erschaffend’ (18. Jh.); Schöpfung f. ‘Vorgang und Ergebnis des Gestaltens’, mhd. schepfunge, schepfenunge im Sinne des göttlichen Erschaffens der Welt, seit dem 18. Jh. ‘Gesamtheit von Natur und Welt’, auch ‘geistiges, künstlerisches Schaffen und sein Produkt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
an Ort und Stelle schaffen · ↗anschleppen · ↗beibringen · ↗beitreiben · beschaffen · ↗herbeiholen · ↗herbeischaffen · ↗herholen · ↗herschaffen · ↗hertransportieren · ↗vermitteln  ●  ↗ankarren  ugs. · ↗herankarren  ugs., abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

anders immer ähnlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür war ich so beschäftigt damit, mir immer härteren Sex zu beschaffen oder eben genau davon runterzukommen, dass ich kaum noch atmen konnte.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2000
Kaputtgehen kann bei der Simulation nichts, und sie ist günstiger, als Geräte zu beschaffen.
Der Tagesspiegel, 01.09.1997
So aber ist die kategoriale Determination im Aufbau der realen Welt nicht beschaffen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 443
Wir hatten Reis empfangen; es gelang mir Milch zu fabelhaftem Preise zu beschaffen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7659
Wenn Sie mir jetzt 1000 Mark gäben, dann wäre ich nicht imstande, es Ihnen augenblicklich zu beschaffen.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 25765
Zitationshilfe
„beschaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschaffen#2>, abgerufen am 16.07.2019.

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