beschatten

GrammatikVerb · beschattete, hat beschattet
Aussprache
Worttrennungbe-schat-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beschatten‹ als Erstglied: ↗Beschatter · ↗Beschattung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. mit Schatten bedecken, in Schatten hüllen
Beispiele:
ein großer Strohhut beschattete ihr Gesicht
mit der Hand die Augen beschatten
eine Linde beschattet den Dorfplatz
große Bäume beschatten die Straße
ein von, mit hohen Kastanien beschatteter Garten
eine von Bäumen beschattete Bank
diese Pflanze muss beschattet wachsen
gehoben, bildlich
Beispiele:
das Fest war durch diese traurige Nachricht beschattet (= getrübt)
sein von Kummer beschattetes (= niedergedrücktes) Wesen
ein von Trauer beschattetes Gesicht
wenn alles in Einklang war und keine Zweifel ihn beschatteten [HesseNarziß5,297]
2.
umgangssprachlich jmdn., etw. in amtlichem Auftrag heimlich verfolgen und beobachten, überwachen
Beispiele:
von der Polizei, dem Geheimdienst, von Kriminalbeamten beschattet werden
jmdn. heimlich, eine Zeitlang beschatten
man begann den Verdächtigen, den vermutlichen Täter unauffällig zu beschatten
Telefonanschlüsse beschatten
das Schiff wurde von Kriegsschiffen beschattet
3.
Sport
Beispiel:
der Außenstürmer wurde laufend vom gegnerischen Verteidiger beschattet (= gedeckt, bewacht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schatten · schatten · beschatten · überschatten · schattieren · schattig · Schattenbild · Schattenriß · Schattenspiel
Schatten m. ‘hinter einem beleuchteten Körper entstehende dunkle Fläche, deren Umriß dem des Körpers entspricht, Dunkel, Dämmerung, visionäre Erscheinung, Geist’, auch ‘Sorge, Kummer, Spur, Anzeichen’. Die teils auf einem maskulinen, teils auf einem femininen w-Stamm (germ. *skaþwa- m., *skaþwō f.) beruhenden germ. Formen ahd. scato, Genitiv scatawes (8. Jh.), mhd. schate, auch schatewe, schetewe, asächs. skado, mnd. schāde, aengl. sc(e)adu, mengl. sceadewe, shadewe, engl. shade, shadow, mnl. scāde, scāduwe, nl. schaduw, got. skadus lassen sich mit griech. skótos (σκότος) ‘Finsternis, Dunkel’ und dehnstufigem air. scāth ‘Schatten, Schutz, Spiegel’ verbinden. Weiteres ist nicht mit Sicherheit auszumachen. Bereits das Mhd. zeigt auch schwache Flexion, aus deren obliquen Kasus sich die moderne Form Schatten entwickelt. schatten Vb. ‘Schatten werfen, geben’, ahd. scatawen (8. Jh.), mhd. schatewen, schetewen ‘Schatten geben’, unpersönlich ‘schattig, dunkel werden’. Das bereits im Mhd. seltene Verb wird im 18. Jh. (durch Klopstock) wieder aufgenommen, bleibt aber nur in poetischer Sprache erhalten. beschatten Vb. ‘mit Schatten versehen’, ahd. biscatawen (9. Jh.), mhd. beschatewen, -schetewen. Nhd. jmdn. beschatten ‘(wie ein Schatten) unbemerkt (ver)folgen’ (1. Hälfte 20. Jh.) ist eine Wiedergabe von engl. to shadow und wird durch Kriminalromane verbreitet; danach auch in der Sportsprache seinen Gegner beschatten. überschatten Vb. (16. Jh.). schattieren Vb. ‘Schatten einzeichnen, eine Farbe durch Hell und Dunkel abtönen’, Ausdruck der Malerei (17. Jh.). schattig Adj. ‘voller Schatten, Schatten gebend’ (15. Jh.). Schattenbild n. ‘auf eine durchscheinende, beleuchtete Wand als Schatten geworfenes Bild’, auch ‘Trugbild’ (17. Jh.). Schattenriß m. ‘schwarz ausgefüllte Umrißzeichnung eines Körpers nach seinem Schatten’ (17. Jh.). Schattenspiel n. Art des Puppenspiels, bei dem Schatten von Figuren auf eine beleuchtete, lichtdurchlässige Wand geworfen werden (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) folgen wie sein Schatten · ↗ausspähen · beschatten · ↗bewachen · ↗mithören · unauffällig folgen · ↗überwachen  ●  ↗bespitzeln  ugs.
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
abschirmen · beschatten · ↗decken
Assoziationen
Synonymgruppe
beschatten · ↗bespitzeln · hinter jemandem her sein · ↗nachsteigen · ↗nachstellen · ↗verfolgen · werben um
Assoziationen
  • (einer Frau) nachsteigen · ↗fensterln
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · interessiert an  ●  geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • (es auf jemanden) abgesehen haben  ●  (etwas) wollen von  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agent Auge Augen Baum Detektiv FBI Fahnder Fläche Geheimdienst Gesicht Gestapo Hut Journalist Kastanie Leibwächter Palme Platane Polizei Polizist Sonnenschirm Strand Tritt Verdächtige abhören bedrohen filmen gegenseitig rund um die Uhr verfolgen überwachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschatten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war mir peinlich, von meiner eigenen Mutter beschattet zu werden, das verfolgt mich bis heute.
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2003
Mit den Händen beschattete sie ihre Augen, um besser sehen zu können.
Die Zeit, 27.05.1960, Nr. 22
Hoch und schlank stand er allein dort oben, die Augen mit der rechten Hand beschattend.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 225
Leise und rührend beschattete ein träumerischer Ernst ihre glanzvollen Züge.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5646
Es hat keinen Sinn, jetzt schon zu versuchen, fortzukommen, denn sicher wird er beschattet.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 200
Zitationshilfe
„beschatten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschatten>, abgerufen am 16.06.2019.

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