bescheißen

GrammatikVerb · bescheißt, beschiss, hat beschissen
Aussprache
Worttrennungbe-schei-ßen
Wortzerlegungbe-scheißen
Wortbildung mit ›bescheißen‹ als Grundform: ↗Beschiss · ↗beschissen
eWDG, 1967

Bedeutung

vulgär, abwertend jmdn. betrügen
Beispiel:
du willst mich wohl bescheißen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
betrügen · ↗hintergehen  ●  bescheißen  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
begaunern · ↗hereinlegen · hinters Licht führen · über den Löffel balbieren · über den Löffel barbieren  ●  ↗betrügen  Hauptform · ↗anschmieren (Abschwächung)  ugs. · aufs Kreuz legen  ugs., fig. · bescheißen  derb · ↗lackmeiern  ugs. · ↗leimen  ugs. · ↗linken  ugs. · über den Tisch ziehen  ugs., fig. · übers Ohr hauen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lage Situation Stimmung Strich alle bescheißen betrügen du ihr wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bescheißen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist mein stiller Protest - und ich fühle mich beschissen.
Bild, 07.06.1997
Und hatten sie die Absicht, uns dann hinterher zu bescheißen?
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 919
Was ich da in den letzten Tagen hörte, ist allerdings beschissen.
Brief von * Gefreiter W. P. vom 9.9.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 130
Ich habe nie beschissen, weil ich dachte, wenn ich einmal betrüge, mich oder andere, dann betrüge ich immer wieder.
Die Zeit, 23.04.2008, Nr. 17
Wenn mir jemand auf die Frage, wie es gehe, "beschissen" antwortet, dann muß ich nachfragen.
Der Spiegel, 25.11.1996
Zitationshilfe
„bescheißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bescheißen>, abgerufen am 11.12.2019.

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