Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bescheren

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-sche-ren
Wortbildung  mit ›bescheren‹ als Erstglied: Beschertag · Bescherung  ·  mit ›bescheren‹ als Letztglied: einbescheren
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. bescherenjmdm. etw. schenken
a)
jmdm. etw. am Weihnachtsabend schenken, besonders in der Familie
Beispiele:
den Kindern wurde ein Puppentheater beschert
sie bescheren nach der Christmette
Der Vater war der Weihnachtsengel … der Ankersteinbaukasten und Dampflokomotive bescherte [ BecherAbschied4,113]
jmdn. bescheren
Beispiel:
die Kinder sind schon (mit Pfefferkuchen und Äpfeln) beschert worden
b)
Beispiele:
ihnen waren keine Kinder beschert
was wird uns die Zukunft bescheren? (= bringen?)
dieser Winter bescherte uns viel Schnee
diese Fahrt bescherte uns interessante Erlebnisse
der gestrige Tag bescherte uns eine große Überraschung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bescheren Vb. ‘zu Weihnachten beschenken’ (17. Jh.), dann auch allgemein ‘Geschenke verteilen’, zuvor ‘zuteilen’, mhd. beschern ‘zuteilen, bestimmen, verhängen’ (besonders von Gott, vom Schicksal) ist eine Präfixbildung zu ahd. skerian, mhd. schern, asächs. skerien, aengl. scirian ‘(ab)teilen, wohin schaffen, zuteilen’ (germ. *skarijan ‘zuteilen’). Die nhd. Bedeutung des weihnachtlichen Schenkens geht von der Vorstellung aus, daß die Geschenke eigentlich Gaben Christi bzw. des Christkinds, also von Gott zugeteilte Gaben sind.

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›bescheren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bescheren‹.

Verwendungsbeispiele für ›bescheren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wahl 1957 bescherte der Union einen gewaltigen Triumph, sie erreichte die absolute Mehrheit. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 108]
Bis etwa 1660 war ihnen die einzige ruhige Zeit in ihrer Geschichte beschert. [Hallier, Chr.: Lothringen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23872]
Seine feine Nase beschert ihm 40.000 zahlende Kunden pro Jahr. [Die Zeit, 15.11.2013 (online)]
Mit Reformen hatte der nicht unumstrittene Özal seinem Land wirtschaftliches Wachstum beschert. [Die Zeit, 24.11.2012 (online)]
Sie bescherten City den ersten Dreier nach drei sieglosen Spielen. [Die Zeit, 11.04.2012 (online)]
Zitationshilfe
„bescheren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bescheren>.

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