beschissen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-schis-sen
Grundformbescheißen
eWDG, 1967

Bedeutung

vulgär, abwertend sehr schlecht, sehr unerfreulich
Beispiele:
das Leben ist beschissen
ihm geht es beschissen
Was ist schon sicher auf dieser beschissenen Welt? [Feuchtw.Nero160]
ich bin Schriftsteller, ein beschissener Beruf [KischRasender Reporter206]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

scheißen · Scheiße · Schiet · Schiete · Scheißkerl · Schiß · Anschiß · bescheißen · beschissen · Beschiß · verscheißen · verscheißern · Verschiß · verschissen
scheißen Vb. ‘den Darm entleeren’ (als sehr derb empfunden), ahd. biskīʒan (s. unten), mhd. schīʒen, mnd. schīten, mnl. scīten, nl. schijten, afries. skīta, aengl. scītan, engl. (mundartlich) to shite (neben to shit), anord. skīta, schwed. skita (germ. *skītan) sind an die Dentalerweiterung ie. *skē̌id- der unter ↗scheiden (s. d.) genannten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ anzuschließen. Die Ausgangsbedeutung ist wohl ‘sich teilen, zerfließen’. Scheiße f. ‘Kot’, in moderner Zeit verbreiteter (häufiger als das Verb gebrauchter) Kraftausdruck der Umgangssprache für alles, was als mißlich empfunden wird, spätmhd. schīʒe ‘Durchfall’. Daneben aus dem Nd. aufgenommenes und als weniger derb angesehenes Schiet m. Schiete f. ‘Kot’, aber auch ‘Dreck, Schmutz, unangenehme Sache’, mnd. schīt(e), mnl. scīte, anord. skītr ‘Kot, Dreck’. Scheißkerl m. Scheltwort ‘kraftloser, mutloser, feiger Mensch’ (18. Jh.). Schiß m. ‘das Scheißen, Blähung’ (16. Jh.), ‘Angst’ (19. Jh.). Anschiß m. ‘grobe Zurechtweisung, Tadel’ (1800). bescheißen Vb. ‘mit Kot verunreinigen, betrügen’, ahd. biskīʒan ‘besudeln’ (11. Jh.), mhd. beschīʒen ‘besudeln, betrügen’; beschissen Part.adj. ‘besudelt, beschmutzt’, bildlich ‘entehrt’, dann ‘unangenehm, peinlich, unerträglich’. Beschiß m. ‘Betrug’, spätmhd. beschiʒ. verscheißen Vb. ‘mit Kot beschmutzen’ (17. Jh.). Bildlich verscheißern Vb. ‘zum Narren halten, betrügen’ (20. Jh.). Entsprechend in der Studentensprache Verschiß m. ‘Verruf, Mißachtung’ (18. Jh.). Daran anknüpfend in derber Umgangssprache verschissen Part. Prät. in der Wendung es verschissen haben ‘es mit jmdm. verdorben haben, jmds. Gunst verloren haben’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schwach · ↗übel  ●  ↗schlecht  Hauptform · ↗bescheiden  ugs., verhüllend · beschissen  derb · ↗mau  ugs. · ↗mies  ugs. · nicht (so) rosig  ugs. · ↗prekär  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
bekotet · mit Kot verunreinigt  ●  beschissen  derb · voller Scheiße  derb · vollgeschissen  derb · zugeschissen  derb
Synonymgruppe
Mist...  ugs. · Scheiß...  derb, aggressiv · ↗bescheuert  ugs., aggressiv · beschissen  ugs., aggressiv · ↗blöd  ugs., aggressiv · ↗mies  ugs. · ↗verdammt  ugs., aggressiv · verfickt  vulg., aggressiv · ↗verflucht  ugs., aggressiv
Assoziationen
Synonymgruppe
mieses Produkt  ●  Drecks...  derb · Mistding  ugs. · Scheiß...  derb · ↗Scheißding  derb · Schrottteil  ugs. · beschissen  ugs., variabel
Synonymgruppe
schlecht  ●  beschissen  ugs. · ↗scheiße  derb
Assoziationen
  • Mist...  ugs. · Scheiß...  derb, aggressiv · ↗bescheuert  ugs., aggressiv · beschissen  ugs., aggressiv · ↗blöd  ugs., aggressiv · ↗mies  ugs. · ↗verdammt  ugs., aggressiv · verfickt  vulg., aggressiv · ↗verflucht  ugs., aggressiv

Typische Verbindungen
computergeneriert

Esel Gefühl Job Kindheit Lage Situation Stimmung anfühlen aussehen einzigartig fühlen genauso total vorkommen ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschissen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht, dass man sagen könnte, New York sei eine beschissene Stadt.
Süddeutsche Zeitung, 09.11.1999
Aber ich werde mich ziemlich beschissen fühlen, wenn ich in 10 Jahren herausfinde, wer alles gedopt hat.
Bild, 20.01.1999
So etwas von einem beschissenen Weg hatte ich noch nicht gesehen.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 51
Wer in verzwickten Lagen den Beistand und Rat einer Freundin entbehren muß, ist beschissen dran.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 619
Die Motten würden gegen das Insektengitter vor dem Fenster taumeln, und er würde denken, daß es gut und beschissen zugleich war, so zu leben.
Hermann, Judith: Sommerhaus, später, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 2000 [1998], S. 164
Zitationshilfe
„beschissen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschissen>, abgerufen am 23.10.2019.

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