beschummeln

Grammatik Verb · beschummelt, beschummelte, hat beschummelt
Aussprache 
Worttrennung be-schum-meln
Wortzerlegung be- schummeln
eWDG

Bedeutung

salopp jmdn. ein bisschen betrügen
Beispiele:
er hat mich (beim Kartenspiel) schon wieder beschummelt
Der Rotzjunge hat mich … um die zwanzig Mark beschummeln wollen [ FalladaJeder stirbt269]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schummeln · beschummeln
schummeln, beschummeln Vb. ‘betrügen’ (18. Jh.). Herkunft ungeklärt. Wolf Rotw. 302 erwägt Herleitung aus romani chin(d)av ‘scheißen, betrügen’ über rotw. beschunden ‘betrügen’, beschundlen ‘bescheißen, verunreinigen, betrügen, anführen’. Andere sehen in frühnhd. umbschümmeln ‘taumeln, umstürzen’ (16. Jh.), sich schummeln ‘sich davonmachen’ (17. Jh.), schummeln ‘eilig etw. tun’, z. B. ‘Küchenarbeit verrichten’ (Anfang 18. Jh.), nd. schummeln ‘schlotterig einhergehen, scheuern, reinigen, fegen’ (18. Jh.), mnl. scommelen, nl. schommelen, nhd. schummeln ‘durch Geschwindigkeit oder List betrügen’ (2. Hälfte 18. Jh.) ein lautmalendes Wort. Althaus in: Zs. f. Mundartforsch. 30 (1963/64) 67 f. erklärt das Verb als Bildung aus šin, wāw, mēm, den hebr. Anfangsbuchstaben (=Schum) der Handelsstädte Speyer, Worms, Mainz, und verweist auf obd. Schumser ‘(Handels)jude’. Danach soll schummeln eigentlich ‘handeln’ (von Juden) bedeuten (so noch elsäss. und rhein.), dann ‘(im Handel) betrügen’ (18. Jh.), vgl. nd. beschummeln ‘auf jüdisch betrügen’, elsäss. schummeln ‘übervorteilen, beim Spiel betrügen’ (beide 2. Hälfte 18. Jh.). Wie fuggern ‘handeln’ und ‘betrügen’ zum Namen Fugger (auch ‘Kaufmann, Betrüger’) gebildet ist, will Althaus schummeln von der Bezeichnung der sogennnten Schumstädte abgeleitet wissen.

Thesaurus

Synonymgruppe
übertölpeln  ●  anschmieren  ugs. · behum(p)sen  ugs., regional · beschummeln  ugs. · beschupsen  ugs. · betuppen  ugs., ruhrdt.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem etwas) vorlügen · (jemandem etwas) weismachen wollen · (jemandem etwas) weiszumachen versuchen · (jemandem) einen Bären aufbinden (wollen) · (jemandem) nicht die Wahrheit sagen · (jemanden) anlügen · (jemanden) anschwindeln · (jemanden) belügen · (jemanden) beschwindeln · (jemanden) betrügen  ●  (jemandem etwas) auftischen (wollen)  fig. · (jemandem) Lügen auftischen  variabel · (jemandem) eine Lüge auftischen  variabel · (jemandem) einen vom Pferd erzählen  ugs. · (jemanden) anmogeln  ugs. · (jemanden) anschummeln  ugs. · (jemanden) bemogeln  ugs. · (jemanden) beschummeln  ugs. · (jemanden) verkohlen  ugs. · (jemanden) verschaukeln  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) falsches Spiel spielen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · (etwas) wider besseres Wissen behaupten · betrügen · die Unwahrheit sagen · hochstapeln · schwindeln  ●  (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen  verhüllend · lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · cheaten  ugs. · es nicht so mit der Wahrheit haben  ugs. · krücken  ugs., regional · mogeln  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›beschummeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er selber lügt nie, beschummelt nicht mal die Steuer und macht selbst vor kleinen Tieren halt. [Die Zeit, 03.05.1991, Nr. 19]
Erst in den letzten Jahren habe ich verstanden, dass man sich selbst nicht beschummeln kann. [Die Zeit, 23.04.2013, Nr. 18]
Zwar hatte ich vorher versucht, sie zu beschummeln, aber nur aus pädagogischen Gründen. [Die Zeit, 18.12.2012, Nr. 51]
In ihrem kollektiven Bewußtsein ist er der Erzfeind, der sie beschummelt, betrügt und verkauft. [Süddeutsche Zeitung, 05.09.1996]
Dabei gäbe es doch genug aufzuklären, auf welche aberwitzige Weise die Laufkundschaft bei Trödlern oft beschummelt wird. [Die Welt, 10.07.2000]
Zitationshilfe
„beschummeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschummeln>.

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