beschwingt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-schwingt (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben mit Schwingen versehen
Beispiele:
diese Möwen sind lang beschwingt
[ein Liebhaber der Schmetterlinge, der Bienen und aller] farbigen und beschwingten Geschöpfe – sonderlich auch der Singvögel [I. SeidelLennacker422]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwingen · Schwinge · beschwingt · Schwingung · erschwingen · erschwinglich
schwingen Vb. ‘weit ausholend hin- und herbewegen’, ahd. swingan (8. Jh.), mhd. swingen ‘schwingen, schütteln, fliegen, schweben, sich bewegen’, asächs. swingan ‘sich schwingen, stürzen’, mnd. swingen, mnl. swinghen ‘schlingern, drehen, werfen’, aengl. swingan ‘sich schwingen, fliehen, schlagen, züchtigen, treiben’, engl. to swing (germ. *swing(w)an). Außergerm. Verwandte sind spärlich und unsicher. Wenn sich air. seng ‘schlank’ und vielleicht aind. svájatē ‘umarmt, umschlingt, umfaßt’, páriṣvakta- ‘eng umschlungen’ vergleichen lassen, ist ein Ansatz ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ möglich. Dazu stellen sich auch ↗Schwanz, ↗Schwang, ↗Schwank, ↗schwanken, ↗schwenken und ↗schwach (s. d.). Als Grundbedeutung für das Verb ist ‘weit ausholend hin- und herbewegen’ anzunehmen. Schwinge f. ‘Vogelflügel’ (16. Jh.), asächs. swinga ‘Knüppel, Prügel, Keule’ (11. Jh.), spätmhd. swinge ‘Gerät zum Schwingen, Flachs-, Hanfschwinge, Getreide-, Futterschwinge’, verächtlich auch ‘Schwert’. beschwingt Part.adj. ‘beflügelt, unbeschwert’ (18. Jh.), zu beschwingen Vb. ‘in Bewegung setzen, beflügeln’ (17. Jh.). Schwingung f. ‘schwingende Bewegung, das Schwingen’ (17. Jh.), ‘sich wiederholende, zwischen zwei Grenzwerten stattfindende Bewegung’, auch als Terminus der Physik (18. Jh.). erschwingen Vb. ‘aufbringen, bezahlen’, eigentlich wohl sich erschwingen ‘sich aufschwingen zu etw.’ (16. Jh.), mhd. erswingen ‘schwingend in Bewegung setzen, aufschwingen, abstreifen, schwingend erreichen’. erschwinglich Adj. ‘finanziell tragbar’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) pudelwohl (fühlen) · ↗aufgeräumt · ↗ausgelassen · beglückt · beschwingt · bester Laune · erheitert · ↗fidel · freudig erregt · ↗froh gelaunt · ↗frohgemut · ↗fröhlich · ↗gutgelaunt · ↗heiter · immer munter · ↗launig · ↗lustig · ↗munter · ↗unverdrossen · ↗vergnügt · voller Freude · wild vergnügt · wildvergnügt · ↗wohlgelaunt · wohlgestimmt  ●  frisch, fromm, fröhlich, frei  veraltend, selten · ↗gut gelaunt  Hauptform · ↗bumsfidel  derb · ↗freudetrunken  geh., altertümelnd · frohen Mutes  geh. · gut aufgelegt  ugs. · gut drauf  ugs. · guter Dinge  geh. · ↗mopsfidel  ugs. · ↗quietschfidel  ugs. · von Freudigkeit erfüllt  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
begeistert · beschwingt · ↗flott · mit Feuereifer · mit Verve · mit wehenden Fahnen · ↗ungehemmt · voller Begeisterung · voller Elan  ●  mit fliegenden Fahnen  fig. · ↗schmissig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Duft Eleganz Heiterkeit Komödie Laune Leichtigkeit Melodie Rhythmus Stimmung Tanz Tonfall anmutig ausgelassen daherkommen eilen fröhlich geradezu heiter hüpfen kraftvoll leichtfüßig locker melancholisch nachdenklich schlendern schreiten tanzen tänzeln tänzerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschwingt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lieber schreitet er beschwingt von Empfang zu Empfang; letzthin hat man ihn sogar lachen gehört in seinem Büro, wo sonst nur geflüstert wird.
Der Tagesspiegel, 14.01.2002
Dabei soll neben den "ernsten" Werken des Komponisten auch die heiter beschwingte Musik Raum finden.
Bild, 02.01.2001
Es handelte sich um ein tänzerisch beschwingtes Spiel, bei dem es darum ging, den anderen den Ball zuzuspielen.
Röhrich, Lutz: Ball. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 619
Kurz entschlossen behalte ich sie an und fühle mich durch die ungewohnte Farbe seltsam beschwingt und wie neugeboren.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 87
Stets ist seine Musik anmutig und beschwingt, seine Mass offenbart jedoch echte Inspiration.
Farmer, Henry George: Stephen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 20633
Zitationshilfe
„beschwingt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beschwingt>, abgerufen am 11.12.2019.

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