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beseligen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-se-li-gen
Grundformselig
Wortbildung  mit ›beseligen‹ als Erstglied: Beseligung
eWDG

Bedeutung

gehoben jmdn. überglücklich machen
Beispiele:
ein beseligendes Erlebnis
beseligende Gedanken, Gefühle
Der Spätfrühling‑Herbsttag beseligte ihn [ MusilMann132]
beseligtüberglücklich
Beispiele:
ein beseligtes Lächeln
sich beseligt fühlen
Marion war beseligt, daß es auch solche Deutsche gab [ Kellerm.Totentanz413]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

selig · Seligkeit · beseligen · gottselig
selig Adj. ‘überaus glücklich’, (in der christlichen Religion) ‘nach dem Tod der himmlischen Freuden teilhaftig’, daher auch ‘verstorben’, ahd. sālīg (8. Jh.), mhd. sælec, sælic ‘glücklich, zum Glück bestimmt, gesegnet, glückbringend, heilsam, fromm’, asächs. sālig, mnd. sālich, sēlich, mnl. sālich, nl. zalig, afries. sēlich, aengl. (ge)sǣlig, engl. (älter) seely ‘glücklich’, daraus silly ‘einfältig, töricht, dumm’, anord. sælligr (auch ‘reich’) ist abgeleitet von einem in aengl. unsǣle ‘böse, boshaft’, sēl ‘gut, klug, würdig, glücklich’, anord. sæll ‘glücklich’, schwed. säll ‘(glück)selig’, got. sēls ‘tauglich, gütig’ (germ. *sēlī-) erhaltenen Adjektiv; vgl. dazu die substantivische Ableitung ahd. sālida (8. Jh.), mhd. sælde ‘Güte, Wohlgeartetheit, Segen, Heil, Glück (von Gott), himmlische Seligkeit’, asächs. sālða, aengl. sǣlþ, anord. sæld. Vergleicht man außergerm. lat. (ablautend) sōlārī ‘trösten, ermutigen, entschädigen, hindern’, air. slān ‘heil, gesund’ und griech. hīláskesthai (ἱλάσκεσθαι) ‘(einen Gott) gnädig, günstig stimmen, versöhnen’, läßt sich eine Wurzel ie. *sel(ə)- ‘günstig, guter Stimmung, begütigen’ erschließen. Aber auch Verwandtschaft mit griech. hólos (ὅλος) ‘ganz, vollständig’ und lat. salvus ‘gesund, heil, wohlbehalten, gerettet’ wird erwogen, so daß von ie. *solo-, *sol(e)u̯o- ‘wohlbehalten, ganz’ ausgegangen werden kann. – Seligkeit f. ‘Zustand wunschlosen Glücks, großer Freude’, kirchensprachlich ‘Einheit mit Gott nach dem Tod’, ahd. sālīgheit (um 1000), mhd. sælecheit, sælekeit, sælikeit ‘Wohlgeartetheit, Vollkommenheit, Anmut, Beglücktheit, Heil’. beseligen Vb. ‘selig, glücklich machen’ (15. Jh.). gottselig Adj. ‘fromm (um der Ehre Gottes willen)’ (16. Jh., von Luther geprägt), formelhaft gottseliges Gedächtnis (16. Jh.), gottseligen An(ge)denkens (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›beseligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wir waren beseligt und konnten gar nicht genug bekommen. [Tucholsky, Kurt: Die Tscherkessen. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920], S. 1885]
Die Mutter glaube "beinahe beseligt", dass es ihren Kindern im Jenseits gut gehe, sie habe Kontakt zu ihnen und mache Pläne für sie. [Die Zeit, 25.02.2008 (online)]
Es beseligt mich, zu denken, daß später die Menschen glücklicher leben, besser und freier. [Die Zeit, 15.05.1947, Nr. 20]
Durch alle Bücher des Alten Testamentes braust diese Liebe hinreißend, beseligend und beseligt. [Die Zeit, 27.11.1947, Nr. 48]
Durch alle Bücher des Alten Testamentes braust diese Liebe hinreißend, beseligend und beseligt. [Die Zeit, 27.11.1947, Nr. 48]
Zitationshilfe
„beseligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beseligen>.

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