besiegeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-sie-geln
Wortbildung mit ›besiegeln‹ als Erstglied: ↗Besiegelung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
etw. sichermachen, festmachen
a)
etw. bekräftigen
Beispiele:
eine Freundschaft, ein Versprechen mit einem Handschlag, Kuss besiegeln
Anhaltspunkte, daß auch in Maurerlogen ehemals der Bruderbund symbolisch mit Blut besiegelt wurde [Th. MannZauberb.2,718]
b)
etw. unabwendbar machen
Beispiel:
Dein roter Mund besiegelte des Freundes Umnachtung [TraklDichtungen98]
besiegelt seinentschieden sein, unabwendbar feststehen
Beispiele:
damit war sein Schicksal besiegelt
Er mußte der Partei beitreten oder sein wirtschaftlicher Untergang war besiegelt [Kellerm.Totentanz122]
2.
veraltet etw. mit einem Siegel versehen
Beispiel:
Unterzeichnet und besiegelt war das Schreiben von dem herzoglichen Amte in Stuttgart [C. F. MeyerAmulett3,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Siegel · Insiegel · siegeln · besiegeln · versiegeln · Siegellack · Siegelring
Siegel n. ‘Stempel zum Eindrücken eines Zeichens in weiche Masse (als Verschluß an Schriftstücken, Behältnissen usw.), Abdruck des Zeichens’, mhd. sigel ‘Siegel, Stempel, mit Siegel versehene Urkunde’, mnd. sēgel, mnl. sēghel, nl. zegel, afries. sigil, schwed. sigill sind entlehnt aus lat. sigillum ‘kleine Figur, kleines Bildnis, kleine Statue, Siegel(abdruck), Zeichen’, Deminutivum zu lat. sīgnum ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Signal, Bild, Siegel’ (s. ↗Signum); zu lat. secāre ‘schneiden’. Vgl. mit abweichender Endung got. sigljō ‘Siegel’. Redensartlich (mit) Brief und Siegel ‘mit Urkunde und amtlicher Bestätigung’ (14. Jh.), übertragen ‘(mit) Sicherheit’ (etwa seit 16. Jh.); ein Buch mit sieben Siegeln ‘eine geheimnisvolle, unverständliche (weil mit Siegeln verschlossene) Sache’, nach Offenb. Joh. 5, 1 liber septem sigillis signatus, Luther (1522) eyn buch … versiggelt mit sieben siegelln (zuvor um 1466 insigeln); unter dem Siegel der Verschwiegenheit (18. Jh.). Älter ist Insiegel n. ‘Siegel(bild), Zeichen’, ahd. insigili (10. Jh.), mhd. insigel(e) ‘Siegel, Petschaft, Stempel, Zeichen’, jägersprachlich ‘Kennzeichen der Fährte des Hirsches’, mnd. ingesēgel, mnl. in(ge)sēghel, aengl. inseg(e)l, anord. (aus dem Mnd.) innsigli, schwed. insegel, das aus einer Kontamination von lat. sigillum mit lat. īnsīgne ‘Kennzeichen, Abzeichen’ (s. ↗Insignien) hervorgegangen sein könnte. Oder aber zu (allerdings erst später bezeugtem) mlat. insigillare ‘ein Siegel eindrücken’ gebildet? siegeln Vb. ‘mit einem Siegel versehen, verschließen’, ahd. sigilen (8. Jh.), mhd. sigelen ‘mit einem Siegel, Stempel versehen, zusiegeln, schließen, beenden’. Vgl. spätlat. sigillāre ‘kenntlich bzw. künstlich eindrücken’. besiegeln Vb. ‘durch ein Siegel bekräftigen, schließen’, ahd. bisigilen (10. Jh.), mhd. besigelen. versiegeln Vb. ‘durch ein Siegel verschließen’, mhd. versigelen ‘fest verschließen, verwahren, bekräftigen’, reflexiv ‘sich einschließen’; vgl. ahd. firsigilen ‘anzeigen, verkünden’ (10. Jh.). Siegellack m. ‘leicht schmelzbare Masse zum Siegeln’ (17. Jh.), zuvor mhd. sigelwahs. Siegelring m. ‘Ring mit einem gravierten Stein als Petschaft zum Siegeln’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende setzen · ↗abschließen · ad acta legen · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beendigen · besiegeln · ↗erledigen  ●  einen Schlussstrich ziehen  fig. · (einen) Cut machen  ugs. · ↗abhaken  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
mit einem Siegel versehen · mit einer Plombe versehen · siegeln · ↗verplomben  ●  ↗versiegeln  Hauptform · besiegeln  geh., veraltet · ↗plombieren  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besiegeln · ↗determinieren
Synonymgruppe
(etwas) besiegeln · (etwas) formell bekräftigen · (sich etwas) feierlich versichern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstieg Atomausstieg Aus Aussöhnung Deal Eigentor Ende Freundschaft Handschlag Heimniederlage Händedruck Kapitulation Kuß Niedergang Niederlage Pakt Partnerschaft Pleite Saisonniederlage Schicksal Schlussminute Spaltung Standesamt Städtepartnerschaft Teilung Treffer Untergang Unterschrift Versöhnung endgültig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besiegeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Ende ist für ihn schon so gut wie besiegelt.
Die Welt, 08.07.2004
Wann, glauben Sie, wird die Übernahme endgültig besiegelt werden können?
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2000
Traditionsgemäß können auch wir unseren Pakt an diesem Tisch besiegeln.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 74
Viele sind Worte geblieben, die niemals durch eine Tat besiegelt wurden.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 314
Daß sie ausgerechnet heute Geburtstag hatte, schien mein Schicksal zu besiegeln.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 212
Zitationshilfe
„besiegeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besiegeln>, abgerufen am 18.09.2019.

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