besoffen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Worttrennungbe-sof-fen (computergeneriert)
Grundformbesaufen
Wortbildung mit ›besoffen‹ als Letztglied: ↗sturzbesoffen
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

salopp (völlig) betrunken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter ↗Suppe und ↗seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes ↗saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. ↗Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
alkoholisiert · ↗bezecht · ein paar Gläser zu viel gehabt haben  ●  ↗betrunken  Hauptform · einen über den Durst getrunken haben  fig. · zu tief ins Glas geschaut haben  fig. · abgefüllt  ugs. · berauscht  geh. · besoffen  ugs. · ↗blau  ugs. · ↗breit  ugs. · ↗dicht  ugs. · hacke  ugs. · hackevoll  ugs. · lattenstramm sein  ugs. · ↗stoned  ugs. · strack  ugs. · strunz  derb · ↗trunken  geh. · ↗voll  ugs. · voll wie eine Haubitze  ugs. · ↗zu  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Alkohol · Teufel Alkohol  ●  ↗Alk  ugs.
  • betrunken sein  ●  einen im Tee haben  ugs. · einen in der Krone haben  ugs. · einen in der Mütze haben  ugs. · einen sitzen haben  ugs. · einen weg haben  ugs.
  • (es gibt) Alkohol im Überfluss · mit reichlich Alkohol  ●  Alkohol fließt in Strömen  fig. · ↗feuchtfröhlich (Party, Abend, Runde)  Hauptform
  • Teufel Alkohol · alkoholhaltiges Getränk  ●  ↗Alkoholika  Plural · alkoholisches Getränk  Hauptform · ↗Alk  ugs., salopp · ↗Alkohol  ugs.
  • (stark) alkoholisiert · betrunken, wie er war · im Rausch · in angetrunkenem Zustand · unter Alkoholeinfluss (stehen)  ●  im Suff  ugs. · im Tran  ugs. · in seinem besoffenen Zustand  ugs. · unter Alkohol  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahrer Fan Herr Idiot Jugendliche Kapitän Kerl Kopf Russe Schwein Skinhead Typ Vater Zustand bekifft ewig meist nachts reden stets ständig torkeln ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besoffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die besoffenen Teenager werden mich genau so nerven wie jetzt.
Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11
Vielleicht paßt es zu so einem Leben, besoffen zu sterben.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 243
Ich wurde nie müde, ich konnte arbeiten, was das Zeug hielt, und dann fing ich an, mich schon früh morgens zu besaufen.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2003
Eines Tages werden wir alle so fertig sein, besoffen, verkommen, betrogen.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 614
Und sie kamen immer näher und lachten und brüllten besoffen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 44
Zitationshilfe
„besoffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besoffen>, abgerufen am 10.12.2019.

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