besonder

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-son-der
eWDG, 1967

Bedeutung

vom Gewohnten, Normalen abweichend
a)
hebt Größe, Güte lobend hervor   mehr als gewohnt
Beispiele:
er hatte in der Rolle immer besonderen Erfolg
ihn zu hören war mir ein besonderer Genuss, eine besondere Freude
du hast besonderes Glück dabei gehabt
dafür habe ich eine besondere Vorliebe
die Jüngste war sein besonder Liebling
das ist eine besondere Leistung
deine Einladung ist mir eine besondere Ehre
sie genoß besonder Ansehen
er arbeitet mit besonderem Eifer, Interesse
mit besonderem Stolz, Vertrauen
ich bitte um Ihre besondere Aufmerksamkeit, um die besondere Beachtung der Vorschrift
diese Ware ist von besonderer Qualität
zu deinem besonderen Schutz
das ist mein besonderer (= ausdrücklicher) Wunsch für dich
er hat keine besonderen Anstrengungen gemacht, hat sich nicht in besonder Weise hervorgetan
b)
außergewöhnlich
Beispiele:
ein besonderes Erlebnis, besonderer Zufall
es liegt keine besondere Veranlassung vor
ich habe meine besonderen Absichten dabei
alles verlief ohne besondere Zwischenfälle
die besonderen Umstände dürfen dabei nicht übersehen werden
hat er besondere Merkmale?
eine besondere Freundschaft verband die beiden
er hat hier eine besondere Aufgabe zu erfüllen, ist in besonderer Mission anwesend
sie hat eine besondere Art, ist ein besonderer Mensch
er ist eine besondere Erscheinung
in ihm steckt etwas ganz Besonderes
heute habe ich nichts Besonderes zu melden, dir zu erzählen
Blut ist ein ganz besondrer Saft [GoetheFaustI 1740]
c)
Sonder-, zusätzlich
Beispiele:
besondere Wünsche können wir nicht berücksichtigen
die Vokabeln wollen wir in ein besonderes Heft schreiben
die Kinder saßen an einem besonderen Tischchen
du bekommst noch eine besondere (handschriftliche) Einladung, Aufforderung
d)
im besonderenim Einzelnen
Beispiel:
weder im allgemeinen noch im besonderen konnte der Vortrag fesseln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

besonder · besonders · Besonderheit
besonder Adj. ‘abgesondert, außergewöhnlich’, spätmhd. besunder, hervorgegangen aus dem Nebeneinander des Adjektivs mhd. sunder (s. ↗sonder) und des aus *bī sunder entstandenen Adverbs mhd. besunder ‘abgesondert, einzeln, vorzüglich’. besonders Adv. (mit adverbiellem, ehemals genitivischem -s) ‘vor allem, hauptsächlich’, mhd. sunders, frühnhd. besunder und besunders. Besonderheit f. ‘Eigenart’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›besonder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besonder‹.

Verwendungsbeispiele für ›besonder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er muß jemand Besonderer gewesen sein, weshalb hätten sonst so viele Journalisten auf ihn gewartet?
Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50
Und ganz besonder dumm ist es, dass sich der Klub da selber reinmanövriert hat.
Der Tagesspiegel, 10.04.2000
Er fand es gut, daß in der ganzen Welt und noch unter den besondersten Umständen Musik gemacht wurde, wahrscheinlich sogar auf Polarexpeditionen.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 361
Seit der politischen Wende engagiert sich der in München ansässige SOS-Kinderdorf-Verein Deutschland besonder in den neuen Bundesländern.
Süddeutsche Zeitung, 15.06.1999
Natur kommt nicht vor, und mit der besondersten Perfidie wird gerade diese Bestie der Menschwerdung dazu mißbraucht, die Reste der »wilden« Natur zu zerstören.
konkret, 1991
Zitationshilfe
„besonder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besonder>, abgerufen am 29.03.2020.

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