Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

besprechen

Grammatik Verb · bespricht, besprach, hat besprochen
Aussprache 
Worttrennung be-spre-chen
Wortzerlegung be- sprechen
Wortbildung  mit ›besprechen‹ als Erstglied: Besprecher · Besprechung  ·  mit ›besprechen‹ als Letztglied: nachbesprechen · vorbesprechen
eWDG

Bedeutungen

1.
eingehend mit jmdm. über etw. sprechen
Beispiele:
eine Neuigkeit, die Ereignisse der letzten Zeit mit jmdm. besprechen
die Angelegenheit, Lage, den Fall, alles Notwendige besprechen
Gerüchte, die heikelsten Dinge miteinander besprechen
dieses Thema wollen wir gemeinsam besprechen
etw. in Ruhe, in allen Einzelheiten besprechen
etw. durch eine Aussprache klären, über etw. beraten
Beispiele:
mit jmdm. besprechen, wie man handeln, sich entscheiden, was geschehen soll
Schwierigkeiten, die Ausführung eines Vorhabens besprechen
sich besprechensich beraten
Beispiele:
sich mit jmdm. über eine Angelegenheit besprechen
sich geheim, genau besprechen
Sie hörte, wie die Frau des Arztes sich mit Iskuhi über die Speisen besprach, die für sie zubereitet werden sollten [ WerfelMusa Dagh655]
2.
eine künstlerische, wissenschaftliche Leistung in einer Zeitschrift, Zeitung kritisch beurteilen, etw. rezensieren
Beispiele:
ein Buch, Gedicht, eine Theateraufführung besprechen
in der Zeitung wurden die neuesten Arbeiten des Schriftstellers von einem Kritiker besprochen
3.
etw., jmdn. durch Zauberspruch beschwören
Beispiele:
krankes Vieh, einen kranken Menschen besprechen
Es ist Linchen Tammert, die Karten legt und die Schweine bespricht, wenn sie Röteln haben [ NachbarMond11]
etw. durch Zauberspruch bannen
Beispiel:
eine Krankheit, die Winde, das Meer besprechen
4.
eine Schallplatte, ein Band besprechenetw. zur Aufnahme auf ein Band sprechen
Beispiel:
das Band ist noch nicht besprochen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. sprühen, Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(mit jemandem) Rücksprache halten · (sich) besprechen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Gesprächsstoff sein · Thema sein (zwischen) · bereden · besprechen · diskutieren · durchsprechen · eingehen auf · erörtern · reden über · sprechen über  ●  wörteln  österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
besprechen · kritisch begutachten · kritisch beleuchten · kritisch betrachten · kritisch bewerten · rezensieren  ●  einer Kritik unterziehen  geh.
Synonymgruppe
abfassen · abhandeln · ausarbeiten · behandeln · besprechen · erörtern
Synonymgruppe
(Warzen o.ä.) besprechen  ●  gesundbeten  auch figurativ

Typische Verbindungen zu ›besprechen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besprechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›besprechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Art von Störungen erklärt sich ohneweiters aus den schon besprochenen Momenten. [Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 323]
Auch hier liegen die Dinge ähnlich wie in dem oben besprochenen Fall. [Die Zeit, 11.01.1960, Nr. 02]
Von den 250 besprochenen Titeln des aktuellen Heftes sind 35 deutschsprachig. [Süddeutsche Zeitung, 09.11.2004]
Untersuchungen an Kindern mit solchen Störungen haben wir früher besprochen. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 287]
Man bat mich, regelmäßig die in Polen verlegte deutsche Literatur zu besprechen. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 328]
Zitationshilfe
„besprechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besprechen>.

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