besprechen

GrammatikVerb · bespricht, besprach, hat besprochen
Aussprache
Worttrennungbe-spre-chen (computergeneriert)
Grundformsprechen
Wortbildung mit ›besprechen‹ als Erstglied: ↗Besprechung  ·  mit ›besprechen‹ als Letztglied: ↗nachbesprechen · ↗vorbesprechen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
eingehend mit jmdm. über etw. sprechen
Beispiele:
eine Neuigkeit, die Ereignisse der letzten Zeit mit jmdm. besprechen
die Angelegenheit, Lage, den Fall, alles Notwendige besprechen
Gerüchte, die heikelsten Dinge miteinander besprechen
dieses Thema wollen wir gemeinsam besprechen
etw. in Ruhe, in allen Einzelheiten besprechen
etw. durch eine Aussprache klären, über etw. beraten
Beispiele:
mit jmdm. besprechen, wie man handeln, sich entscheiden, was geschehen soll
Schwierigkeiten, die Ausführung eines Vorhabens besprechen
sich besprechensich beraten
Beispiele:
sich mit jmdm. über eine Angelegenheit besprechen
sich geheim, genau besprechen
Sie hörte, wie die Frau des Arztes sich mit Iskuhi über die Speisen besprach, die für sie zubereitet werden sollten [WerfelMusa Dagh655]
2.
eine künstlerische, wissenschaftliche Leistung in einer Zeitschrift, Zeitung kritisch beurteilen, etw. rezensieren
Beispiele:
ein Buch, Gedicht, eine Theateraufführung besprechen
in der Zeitung wurden die neuesten Arbeiten des Schriftstellers von einem Kritiker besprochen
3.
etw., jmdn. durch Zauberspruch beschwören
Beispiele:
krankes Vieh, einen kranken Menschen besprechen
Es ist Linchen Tammert, die Karten legt und die Schweine bespricht, wenn sie Röteln haben [NachbarMond11]
etw. durch Zauberspruch bannen
Beispiel:
eine Krankheit, die Winde, das Meer besprechen
4.
eine Schallplatte, ein Band besprechenetw. zur Aufnahme auf ein Band sprechen
Beispiel:
das Band ist noch nicht besprochen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprechen · Sprecher · absprechen · Absprache · ansprechen · Ansprache · Anspruch · besprechen · Besprechung · Einspruch · versprechen · Versprechen · Versprechung · zusprechen · Zuspruch
sprechen Vb. ‘reden’, ahd. sprehhan (8. Jh.), mhd. sprechen, asächs. sprekan, mnd. mnl. sprēken, nl. spreken, afries. spreka, aengl. sprecan (westgerm. *sprekan) und die r-losen Formen ahd. spehhan (9. Jh.), asächs. spekan, mhd. spehten ‘schwatzen’, aengl. specan, engl. to speak ‘reden’, mnl. spēken werden wie mnd. sprāken ‘Funken sprühen’, mnl. sparken, aengl. spearcian, anord. schwed. spraka ‘knistern, prasseln’ und die unter ↗Sprache (s. d.) genannten Formen als Schallwörter mit alban. shpreh ‘ich spreche aus’, kymr. ffreg ‘Geschwätz’ und aind. sphū́rjati ‘donnert, grollt’, griech. spharagḗīsthai (σφαραγεῖσθαι) ‘knistern, zischen, strotzen, zum Platzen voll sein’, lit. (ablautend) sprógti ‘bersten, platzen’, ohne anlautendes s- kslaw. prъžiti, pražiti ‘rösten, dörren’, russ. (älter) prjážit’ (пряжить) ‘in Butter backen’ auf ie. *(s)p(h)ereg-, *(s)p(h)erəg-, *(s)p(h)rēg- zurückgeführt, eine g-Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’ (auch ‘streuen, sprengen, spritzen’, s. ↗sprühen, ↗Spur). Diese Wurzelerweiterung läßt sich nur im Germ. und Kelt. für den Bereich ‘sprechen’ nachweisen. Ungeklärt ist das Nebeneinander der germ. Formen mit und ohne r. Vielleicht handelt es sich um ein emphatisches r in jüngeren Formen oder um r-Ausfall zwischen Labial und ie. g? Sprecher m. ‘wer (als Beauftragter) spricht’, ahd. sprehhāri (11. Jh.), mhd. sprechære. absprechen Vb. ‘aberkennen, vereinbaren’, mhd. abesprechen ‘ein Urteil sprechen, aberkennen, leugnen, widerrufen’; Absprache f. ‘Vereinbarung’ (18. Jh.). ansprechen Vb. ‘anreden’, ahd. anasprehhan (11. Jh.), mhd. anesprechen ‘anfangen zu sprechen, in Anspruch nehmen, einen mit Worten (herausfordernd, beschuldigend, anklagend) angehen’, übertragen ‘gefallen, anrühren’ (Anfang 19. Jh.); Ansprache f. ‘kürzere Rede, Anrede’, in älterer Sprache ‘Anklage, Anspruch’, ahd. anasprāhha (9. Jh.), mhd. anesprāche; Anspruch m. ‘Anrecht, Forderung’, mhd. anspruch ‘Anklage, Einspruch’. besprechen Vb. ‘über etw. reden, etw. festlegen, rezensieren, (Krankheiten) beschwören, mit Zaubersprüchen zu heilen suchen’, ahd. bisprehhan ‘anfechten, tadeln, verleumden’ (8. Jh.), mhd. besprechen ‘verabreden, jmdn. anreden, anklagen, verlangen’; Besprechung f. ‘Gespräch, Beratung’ (16. Jh.), ‘Rezension, Behandlung von Krankheiten durch Beschwörung mit Zauberformeln’ (19. Jh.). Einspruch m. ‘Einwand, Protest, Widerspruch, Beschwerde’ (15. Jh.). versprechen Vb. ‘zusichern’, (reflexiv) ‘versehentlich falsch sprechen’, ahd. firsprehhan ‘in Abrede stellen, zurückweisen, vertreten, verteidigen, rechtfertigen’ (9. Jh.), mhd. versprechen ‘bürgen, verteidigen, entschuldigen, in Anspruch nehmen, zusichern, widersprechen, leugnen, zurückweisen, unrichtig sprechen, zaubern, beschwören’; Versprechen n. ‘Zusicherung, Gelöbnis’ (16. Jh.); Versprechung f. ‘Zusicherung, Versicherung, Gelöbnis’ (15. Jh.). zusprechen Vb. ‘trösten, zuerkennen, Speise und Trank sich schmecken lassen’, ahd. zuosprehhan ‘mit jmdm. reden’ (8. Jh.), mhd. zuosprechen ‘jmdm. zureden, zu jmdm. ein Wort sprechen, fordern, anklagen’; Zuspruch m. ‘Trost, Zulauf’ (17. Jh.), mhd. zuospruch ‘Anspruch, rechtliche Forderung oder Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) besprechen · mit jemandem Rücksprache halten
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Gesprächsstoff sein · Thema sein (zwischen) · ↗bereden · besprechen · ↗diskutieren · ↗durchsprechen · eingehen auf · ↗erörtern · reden über · sprechen über  ●  ↗wörteln  österr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besprechen · kritisch bewerten · ↗rezensieren
Synonymgruppe
abfassen · ↗abhandeln · ↗ausarbeiten · ↗behandeln · besprechen · ↗erörtern
Synonymgruppe
(Warzen o.ä.) besprechen  ●  ↗gesundbeten  auch figurativ
Assoziationen
  • ...flüsterer  ugs., ironisch · ...versteher  ugs., ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Anrufbeantworter Bundeskanzler Detail Ding Einzelheit Feuilleton Frage Gremium Konferenz Lage Modalität Problem Ruhe Sitzung Strategie Taktik Thema Tonband Treff Treffen Vorgehen Vorgehensweise ausführlich eingehend intern miteinander vorher wir zusammensetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besprechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war 19:47 Uhr und ziemlich kalt in Kaiserslautern, doch die beiden Herren in den kurzen Hosen hatten noch etwas zu besprechen.
Der Tagesspiegel, 24.11.2003
Jetzt, im Mai, bespricht man besser eine kulinarische Präsentation mit ihm.
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2001
Man vermeidet es, Gebiete zu besprechen, auf denen der andere möglicherweise nicht daheim ist.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3028
Was haben wir an diesem Abend alles mit einander besprochen!
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Diese Art von Störungen erklärt sich ohneweiters aus den schon besprochenen Momenten.
Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 323
Zitationshilfe
„besprechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/besprechen>, abgerufen am 18.08.2019.

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