Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bestallen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-stal-len
Wortbildung  mit ›bestallen‹ als Erstglied: Bestallung  ·  mit ›bestallen‹ als Grundform: bestallt
eWDG

Bedeutung

jmdn. in ein Amt einsetzen
Beispiel:
wenn er sich vom deutschen Heer in Wilna als Vertreter bestallen ließ [ A. ZweigEinsetzung258]
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
ein bestallter Verteidiger, Liquidator
Ihr dürft nicht richtige Verbrecher nehmen, wenn der Richter nicht bestallt ist [ BrechtKaukas. Kreidekreis5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bestallen · bestallt · wohlbestallt · Bestallung
bestallen Vb. ‘in ein Amt einsetzen’, gebildet zu älterem bestallt Part.adj. ‘in ein Amt eingesetzt’, im Anschluß an Wendungen wie spätmhd. (ein Amt wird) bestallt, mit umlautlosem Part. Perf von bestellen (s. d.; in der Bedeutung hier ausgehend von mhd. bestellen ‘anordnen’). wohlbestallt Adj. ‘ordnungsgemäß eingesetzt, gut eingerichtet, gut ausgestattet’ (17. Jh.). Bestallung f. ‘Amtseinsetzung, Anstellung, Amt, Position’ (15. Jh.); vgl. spätmhd. bestallung ‘(militärische) Belagerung, Besetzung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(in ein Amt / eine Funktion) einsetzen · (jemanden) berufen · (jemanden) bestellen (zu) · bestimmen (zu)  ●  (jemanden) bestallen (zu / als)  Amtsdeutsch · (jemanden) ernennen (zu)  Hauptform · (jemanden) installieren  geh., salopp
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›bestallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So konnte die damalige UCK sich überall in Ruhe einrichten, bevor die internationalen Gemeindeverwalter überhaupt bestallt waren. [Der Tagesspiegel, 09.06.2000]
Er kann den Nationalrat auflösen, die Regierung bestallen und entlassen. [Die Zeit, 28.06.1974, Nr. 27]
Sie müssen eine festgelegte Ausbildung absolvieren und dann eine Prüfung ablegen, nach deren Bestehen sie vom Justizminister förmlich bestallt werden. [Der Tagesspiegel, 08.10.1999]
Sie im Kampf um die fragwürdige Weltformel als Richterin bestallen, heißt den Bock zum Gärtner zu machen. [Die Zeit, 08.01.2001, Nr. 02]
Im Juli 1556 wurde er in Kopenhagen in der Hofkapelle bestallt als Musiker und Sänger. [Crevel, Marcus van: Coclico. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 14915]
Zitationshilfe
„bestallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestallen>.

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