Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bestechen

Grammatik Verb · besticht, bestach, hat bestochen
Aussprache 
Worttrennung be-ste-chen
Wortzerlegung be- stechen
Wortbildung  mit ›bestechen‹ als Erstglied: bestechbar
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. durch Geschenke zum Amtsmissbrauch verleiten
Beispiele:
den Gefängniswärter, den Polizisten mit Geld bestechen
er versuchte vergeblich, den Beamten zu bestechen
die Zeugen waren offenbar bestochen worden
sich bestechen lassen
er war leicht, nicht zu bestechen
2.
jmdn. für sich gewinnen
Beispiele:
ihr Äußeres, ihre Freundlichkeit hat mich bestochen
Seine geweckten Züge und die stramme Haltung bestachen den ehemaligen Offizier [ PolenzBüttnerbauer1,211]
Es ist unglaublich, wie leicht selbst Scharfsichtige … durch Manieren und gefälliges Komödienspiel bestochen (= getäuscht) werden können [ FontaneII 2,276]
durch etw. einen günstigen Eindruck machen, eine große Wirkung erzielen
Beispiele:
der Schauspieler besticht durch die Eindringlichkeit seiner Darstellung
das Kleid besticht durch seine schlichte Eleganz
bestechendgewinnend
Grammatik: häufig im Partizip I
Beispiele:
ein bestechendes Lächeln
er war von bestechender Liebenswürdigkeit
seine Art hat etwas Bestechendes
glänzend
Beispiele:
ein bestechendes Angebot
der Sportler war in bestechender Form
ein bestechender Aufsatz
eine bestechende (= überzeugende) Logik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bestechen · Bestechung · bestechlich
bestechen Vb. ‘durch Geschenke zu einer unerlaubten Handlung verleiten’. Die Präfixbildung frühnhd. bestechen (eigentlich ‘in oder um etw. stechen’; s. stechen) bedeutet als Fachwort der Bergmannssprache ‘durch Stechen prüfen, untersuchen’. Vermutlich daraus entwickelt sich (15. Jh.) der noch heute gültige Sinn, obwohl der Übertragungsvorgang nicht sicher zu deuten ist. Die Vorstellung des Bestechens durch angenehmes Aussehen, überzeugende Worte u. dgl. führt (18. Jh.) zu ‘für sich einnehmen, einen gewinnenden Eindruck machen’. Bestechung f. (1. Hälfte 16. Jh.); bestechlich Adj. ‘der Bestechung zugänglich, käuflich’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bestechen · korrumpieren  ●  schmieren  ugs.
Synonymgruppe
Synonymgruppe
(ein) Statussymbol (sein) · (eine) (beeindruckende) Persönlichkeit sein · (eine) Ausnahmeerscheinung (sein) · (etwas) hermachen · (jemand) von Format · (jemandem) Ehrfurcht einflößen · (jemandem) Eindruck machen · (jemandem) imponieren · (jemanden) mit Ehrfurcht erfüllen · (sich) zur Geltung bringen · Wirkung haben · beeindrucken · beeindruckend sein · bestechen · etwas darstellen (Person) · etwas vorstellen (Person) · imponierend (sein)  ●  (eine) imponierende Erscheinung  floskelhaft, variabel · Eindruck schinden  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
beeindrucken (durch) · beeindruckend (sein ... durch) · zu beeindrucken wissen · zu gefallen wissen · zu überzeugen wissen · überzeugen (mit / durch) · überzeugend (sein .. durch / mit)  ●  auftrumpfen (können) mit  werbesprachlich, fig. · bestechen (durch)  Hauptform · punkten (mit)  variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bestechen‹ (berechnet)

Amtsträger Anlagechef Bauleiter Bayernlb-vorstand Beamte Bewerbungskomitee Börs Cfu-funktionäre Einfachheit Einkäufer Eleganz Fifa-funktionär Funktionär Geschäftspartner Industriekonzern Infineon-manager Interieur Ioc-mitglied Landeshauptmann Originalität Regierungsbeamte Rüstungseinkäufer Schiedsrichter Schiri Schlichtheit Steuerbeamte Zwischenhändler Zöllner

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestechen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bestechen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eher werde er verhungern, als das Gemüse bestochener Bauern zu kaufen. [Die Zeit, 19.04.1991, Nr. 17]
Ich fühle mich geschmeichelt, aber ich darf mich nicht bestechen lassen; ich ändere nichts an meinem Aufsatz. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31807]
Wir müssen die Unternehmen geradezu bestechen – sonst gehen sie woanders hin. [Die Zeit, 12.07.1996, Nr. 29]
Entweder ich lasse mich damit von Apple bestechen, oder ich kaufe mir das Teil selber. [konkret, 1992]
Wir mussten die örtlichen Beamten bestechen, um in die Städte zurückkehren zu können, in denen wir aufgewachsen sind, wo wir zu Hause waren. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 01]
Zitationshilfe
„bestechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestechen>.

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