bestellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-stel-len
Grundformstellen
Wortbildung mit ›bestellen‹ als Erstglied: ↗Bestell-Liste · ↗Bestellbestätigung · ↗Bestellblock · ↗Bestelldatum · ↗Bestelleingang · ↗Besteller · ↗Bestellgeld · ↗Bestellkarte · ↗Bestellliste · ↗Bestellmöglichkeit · ↗Bestellseite · ↗Bestellzeit · ↗Bestellzettel · ↗bestellbar
 ·  mit ›bestellen‹ als Letztglied: ↗abbestellen · ↗einbestellen · ↗herbestellen · ↗hinbestellen · ↗nachbestellen · ↗umbestellen · ↗vorausbestellen · ↗vorbestellen
 ·  mit ›bestellen‹ als Grundform: ↗bestellt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in Auftrag geben
a)
sich etw. liefern lassen
Beispiele:
eine Ware bestellen
etw. von auswärts bestellen
sich etw. geben, bringen lassen
Beispiel:
einen Imbiss, eine Tasse Kaffee, ein Glas Bier, eine Flasche Wein bestellen
b)
Beispiel:
ein Taxi bestellen (= zu einer bestimmten Zeit vorfahren lassen)
c)
sich etw. reservieren lassen
Beispiele:
ein Zimmer, Abteil, eine Flugkarte bestellen
ich habe die Theaterkarten schon lange bestellt
d)
Beispiel:
einen Anzug bestellen (= arbeiten lassen)
e)
Beispiel:
das Aufgebot bestellen (= beantragen)
f)
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
sie hat sich etwas (Kleines) bestellt (= erwartet ein Kind)
etw. kommt wie bestellt (= geschieht, kommt zu einem günstigen Zeitpunkt)
ich hätte es mir nicht besser bestellen können (= die Umstände hätten nicht besser sein können)
2.
jmdn. an einen bestimmten Ort kommen lassen
Beispiele:
jmdn. zu sich bestellen
ich habe ihn in ein Café bestellt
bestelle ihn für heute Abend!
salopp er sieht aus wie bestellt und nicht abgeholt (= sieht niedergeschlagen, enttäuscht aus)
3.
jmdn. einsetzen, ernennen
Beispiele:
einen Vertreter, Nachfolger bestellen
jmdn. zum Vormund, Sekretär, Verteidiger bestellen
4.
jmdm. etw. überbringen
a)
jmdm. etw. ausrichten
Beispiele:
jmdm. Grüße, einen Auftrag, eine Botschaft bestellen
kann ich etw. bestellen?
jmdm. etw. bestellen lassen
b)
etw. zustellen
Beispiele:
die Post, Zeitung bestellen
den Brief, das Paket bestellen
5.
etw. auf etw. stellen
Beispiele:
den Tisch mit Geschirr bestellen
manche der kleinen niedrigen Räume [waren] mit fünf Betten bestellt (= vollgestellt) [G. Hauptm.3,171]
dieses Geviert meines Gefängnishofes [erinnert mich] an den allerdings größeren und mit Plastiken bestellten ... Gartenhof im Museum of Modern Art [FrischStiller242]
bildlich
Beispiel:
ihr Tisch war kärglich, mager bestellt (= sie hatte nicht viel zu essen)
6.
den Boden bearbeiten
Beispiele:
das Feld, den Acker, einen Garten bestellen
das Land mit dem Pflug bestellen
übertragen etw. ordnen
Beispiele:
sein Haus bestellen (= vor langer Abwesenheit, besonders vor dem Tode, in Ordnung bringen)
Hier [im Zimmer] war nun alles gar sauber und reinlich bestellt [Mörike3,42]
[der liebe Gott] Hat auch mein' Sach' aufs best' bestellt! [EichendorffTaugenichts3,14]
7.
umgangssprachlich etw. ausrichten, erreichen
Beispiele:
der Sportler hatte im Wettbewerb nichts zu bestellen
am Brandort war nicht mehr viel zu bestellen
es gibt für mich hier nichts mehr zu bestellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) freihalten lassen · bestellen · ↗buchen · ↗reservieren (lassen) · ↗vorbestellen · ↗vormerken (lassen)  ●  ↗blocken  Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
abonnieren · bestellen · ↗subskribieren
Synonymgruppe
bestellen · in Auftrag geben · ↗ordern
Synonymgruppe
ackern · ↗beackern · ↗bearbeiten · bestellen (Boden) · in Kultur nehmen · ↗kultivieren · unter Kultur nehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) ausrichten · (jemandem etwas) bestellen · ↗(jemandem etwas) übermitteln · (jemandem) die Nachricht überbringen (dass)  ●  (jemandem etwas) sagen sollen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(in ein Amt / eine Funktion) einsetzen · ↗(jemanden) berufen · (jemanden) bestellen (zu) · ↗bestimmen (zu)  ●  (jemanden) bestallen (zu / als)  Amtsdeutsch · (jemanden) ernennen (zu)  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Acker Aufgebot Aufsichtsrat Bier Feld Flugzeug Geschäftsführer Geschäftsführerin Insolvenzverwalter Internet Kaffee Karte Kauffrau Kaufmann Kunde Liquidator Maschine Nachfolger Pizza Rapport Rechtsanwalt Taxi Ticket Vorstand Vorstandsmitglied Vorstandsvorsitzende Wirkung abbestellen einbestellen online

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mehr als jeder dritte Kunde bestelle aber in absehbarer Zeit wieder.
Die Zeit, 12.07.2013 (online)
Um die aber war es bekanntlich in der DDR schlecht bestellt.
Die Welt, 09.04.2005
Mit allen Dingen des Lebens ist es auf dem Lande anders bestellt als in der Stadt.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 280
Ebenso spärlich war es auch mit dem bestellt, was ich bis dahin an bildender Kunst aufgenommen hatte.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 5156
Wir bestellen im ziemlichen Umfang Möbel; sie soll gut eingerichtet werden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1927. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1927], S. 225
Zitationshilfe
„bestellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestellen>, abgerufen am 25.03.2019.

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