bestreitbar

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [bəˈʃtʀaɪ̯tbaːɐ̯]
Worttrennung be-streit-bar
Wortzerlegung bestreiten1-bar
Wortbildung  mit ›bestreitbar‹ als Letztglied: ↗unbestreitbar
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

anfechtbar, zweifelhaft, unsicher
entsprechend der Bedeutung von bestreiten¹ (1)
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine nicht bestreitbare (= bewiesene, nicht anfechtbare) Tatsache; eine bestreitbare These
Beispiele:
»Natürlich gehen wir davon aus, dass die in Syrien gekämpft haben.« Aber beweisen könne man das nicht. Die Strafbarkeit ist überdies bestreitbar. [Die Zeit, 03.04.2013]
Nicht bestreitbar ist allerdings, dass sowohl die Nato als auch Russland durch ihr Verhalten in der Vergangenheit zu schwerwiegenden Konflikten beigetragen haben, die bis heute bestehen. [Landshuter Zeitung, 07.06.2018]
Davon abgesehen ist kaum bestreitbar, dass der Fleischkonsum einer steigenden Zahl an Menschen weit über dem Maß, das als gesund, umweltverträglich und bei einer ethisch vertretbaren Produktionsweise erschwinglich wäre, hinausgeht. [Der Standard, 25.02.2014]
Der Ausdruck [»subversives Disneyland für Erwachsene« für das australische Museum of Old and New Art] wurde seither dutzendfach aufgegriffen – und er tönt (= klingt) so griffig, wie er bestreitbar ist. [Neue Zürcher Zeitung, 21.07.2013]
Auch die Aussagen der Vatikan‑Vertreter, die in den Depeschen zitiert sind, seien ungenau, ihre Zuverlässigkeit sei bestreitbar, hieß es. [Der Standard, 11.12.2010]
Einst galt: Vaterschaft ist bestreitbar, Mutterschaft bezeugbar. [Zeit Magazin, 09.07.2009]
Jedenfalls ist nicht bestreitbar: jenseits von Glaube und Unglaube ist ein Leben in der Einsicht möglich, daß man über diese Dinge nichts wissen kann. [Gehlen, Arnold: Der Mensch. Berlin: Junker und Dünnhaupt 1940, S. 464]
Wirtschaftstheorie in Bezug auf einen Markt oder eine Marktposition   so beschaffen, dass ein Konkurrent leicht eintreten kann
Beispiele:
Grundsätzlich ist die Ungleichheit der Markteinkommen in der sozialen Marktwirtschaft kein Problem, wenn die Wettbewerbspolitik Marktmacht bekämpft und Marktpositionen bestreitbar sind. [Die Welt, 13.05.2016]
Politische oder wirtschaftliche Macht ist nicht schlimm, sondern sogar gut und nützlich, solange sie bestreitbar ist, ökonomisch gesprochen: solange der Markt der Macht offen ist. [Die Welt, 07.09.2017]
Seine [Baumols] Theorie der »bestreitbaren Märkte« sorgte sogar für einen Paradigmenwechsel in der Wettbewerbspolitik: Die Aufsicht starrt nun nicht nur auf die Marktanteile grosser Firmen, sondern prüft auch deren Verhalten. Wenn man die Firmen hindern kann, ihren Markt abzuschotten, müssen sie sich schon deshalb eine monopolistische Ausbeutung der Kunden verkneifen, weil sie sonst Rivalen auf den Plan rufen. [Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2017]
[…] die gewaltige Finanzkraft, die bei den Großfusionen entsteht, nimmt Newcomern jede Chance, es mit den Giganten aufzunehmen. Marktpositionen sind nicht mehr bestreitbar, die Oligopolisten schotten sich ab. Auch in Zeiten der Globalisierung ist das der Tod des Wettbewerbs. [Die Zeit, 20.05.1999]
Präziseres zu formulieren fällt den Fachleuten offensichtlich schwer, und so bleibt die Definition von relevanten oder bestreitbaren Märkten, von dynamischem oder funktionsfähigem Wettbewerb unklar, oder sie wird politisch vorgenommen. [Die Zeit, 02.06.1989]

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Typische Verbindungen zu ›bestreitbar‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestreitbar‹.

Zitationshilfe
„bestreitbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestreitbar#1>, abgerufen am 08.05.2021.

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bestreitbar

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [bəˈʃtʀaɪ̯tbaːɐ̯]
Worttrennung be-streit-bar
Wortzerlegung bestreiten2-bar
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

durchführbar, machbar, absolvierbar, (finanziell) zu leisten
entsprechend der Bedeutung von bestreiten²
Beispiele:
Fußball ist im Gegensatz zu Schifahren, Klettern oder Rudern mit wenigen finanziellen Mitteln bestreitbar. [Der Standard, 14.09.2011]
Zum Sonntagmorgen lässt ein Kirchbruchlauf, Start 9 Uhr, die Herzen der Sportler schneller schlagen. Die Strecke ist selbst für Anfänger bestreitbar. [Leipziger Volkszeitung, 07.06.2018]
Wir sind überzeugt, dass das Abitur in acht Jahren für Schüler bestreitbar ist, ohne dass dies im bloßen Anhäufen von Wissen endet. [Welt am Sonntag, 23.02.2014]
Ohne eine Brückentechnologie ist eine Energiewende nicht bestreitbar. [Neue Osnabrücker Zeitung, 10.09.2013]
In einem allein oder zu mehrt bestreitbaren Story‑Modus vergleicht man sich auf Rennstrecken mit Computergegnern oder bekriegt sich in Kampfarenen. [Der Standard, 12.11.2012]
Die Kosten müssen mit der gegenwärtigen Etathöhe bestreitbar sein, zusätzliche Mittel wird es nicht geben. [Der Spiegel, 31.10.1988]

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestreitbar‹.

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„bestreitbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestreitbar#2>, abgerufen am 08.05.2021.

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