bestricken

Grammatik Verb · bestrickt, bestrickte, hat bestrickt
Aussprache  [bəˈʃtʀɪkn̩]
Worttrennung be-stri-cken
Wortzerlegung  be- stricken
eWDG

Bedeutung

jmdn. bezaubern
Beispiele:
ihre Schönheit bestrickte ihn
er wusste sie zu bestricken
jmds. Herz bestricken
sich von jmds. Art, Güte, Erzählungen bestricken lassen
Mich bestrickte die Einfalt und Güte ihrer Wesensart [ G. Hauptm.3,486]
bestrickendbezaubernd, gewinnend
Grammatik: häufig im Partizip I
Beispiele:
eine Frau von bestrickender Anmut
ihr Äußeres hatte etw. Bestrickendes
er ist von bestrickender Liebenswürdigkeit
ein bestrickendes Lächeln
eine Stimme von bestrickendem Wohlklang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strick · Fallstrick · stricken · bestricken · Strickzeug
Strick m. ‘kurzes, gedrehtes Seil, kräftige Schnur’, nur dt. und nl. Ahd. stric ‘(Fang)schlinge’ (8. Jh.), mhd. stric ‘Schlinge, Fessel, Fallstrick, Seil’, mnd. strik ‘derbe Schnur, Fangnetz, Falle’, mnl. stric, strec, stricke, nl. strik, auch ‘Knoten, geknüpfte Schleife’ führen auf (expressives kk aufweisendes) westgerm. *strikka-, das sich mit lat. stringere (strictum) in der Bedeutung ‘straff anziehen, zusammenbinden, schnüren’ (vgl. strictus ‘straff’) zu ie. *streig- ‘steif, straff, zusammendrehen, Strick’ stellt, wohl eine Erweiterung der unter starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im Sinne von ‘Fangschlinge’ hält sich Strick in der Jägersprache (bei Vogel- und Wildfang) bis ins Nhd., wird aber schließlich von Schlinge abgelöst. Seit mhd. Zeit zunehmend für ‘Seil, kräftige Schnur’, vgl. wenn alle Stricke reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.); dann auch ‘Strang des Henkers’, vgl. den Strick (‘Tod am Galgen’) verdient haben (18. Jh.), jmdm., sich einen Strick drehen ‘auf sein Verderben hinarbeiten’ (16. Jh.). Aus der Übertragung auf eine Person (Strick ‘einer, der den Galgenstrick verdient hat’, 16. Jh.) entwickelt sich ‘Tunichtgut, Schlingel’, meist von Kindern (ebenfalls 16. Jh.). Fallstrick m. ‘Schlinge, Strick, der zu Fall bringt’ (16. Jh.). stricken Vb. ‘einen Faden zu einem Maschengewebe verknüpfen’ (mit Stricknadeln), ahd. stricken ‘eine Schlinge, einen Knoten knüpfen’ (um 1000), mhd. stricken ‘(Stricke) zusammenfügen, verknüpfen (zu Netzen für Fisch- und Vogelfang), festschnüren, heften, schlingen, binden, stricken’. bestricken Vb. ‘umgarnen, bezaubern, betören’, eigentlich ‘mit Stricken, mit Netzen fangen’, ahd. bistricken ‘zusammenbinden, schnüren’ (8. Jh.), mhd. bestricken ‘(mit einem Strick) fangen, fesseln’, bildlich ‘umgarnen, betören, für sich einnehmen’. Strickzeug n. (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bestricken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestricken‹.

Verwendungsbeispiele für ›bestricken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bestrickt die Gäste mit ihren gut und gern tausend prunkenden Fachwerkhäusern.
Die Zeit, 19.01.1987, Nr. 03
Der Dreh, den Regisseur Christof Loy und sein Ausstatter Herbert Murauer für Donizettis Königinnendrama finden, ist bestrickend.
Der Tagesspiegel, 21.01.2004
Er versteht es, sie nicht nur mit seinen editorischen Projekten zu bestricken.
Süddeutsche Zeitung, 02.03.1994
Die Lieblichkeit, mit der diese Stadt einst bestrickte, ist zu einem großen Teil dahin.
Die Zeit, 03.05.1956, Nr. 18
Sie war verdammt, das unschöne Mädchen zu sein, das sich seiner großen Zukunft nur gewachsen zeigen konnte, wenn es imstande war, durch Klugheit zu bestricken.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 407
Zitationshilfe
„bestricken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestricken#1>, abgerufen am 25.11.2021.

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bestricken

Grammatik Verb · bestrickt, bestrickte, hat bestrickt
Aussprache  [bəˈʃtʀɪkn̩]
Worttrennung be-stri-cken
Wortzerlegung  be- stricken
eWDG

Bedeutung

salopp jmds. Sachen stricken
Beispiel:
sie hat die ganze Familie, ihre Enkel bestrickt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strick · Fallstrick · stricken · bestricken · Strickzeug
Strick m. ‘kurzes, gedrehtes Seil, kräftige Schnur’, nur dt. und nl. Ahd. stric ‘(Fang)schlinge’ (8. Jh.), mhd. stric ‘Schlinge, Fessel, Fallstrick, Seil’, mnd. strik ‘derbe Schnur, Fangnetz, Falle’, mnl. stric, strec, stricke, nl. strik, auch ‘Knoten, geknüpfte Schleife’ führen auf (expressives kk aufweisendes) westgerm. *strikka-, das sich mit lat. stringere (strictum) in der Bedeutung ‘straff anziehen, zusammenbinden, schnüren’ (vgl. strictus ‘straff’) zu ie. *streig- ‘steif, straff, zusammendrehen, Strick’ stellt, wohl eine Erweiterung der unter starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Im Sinne von ‘Fangschlinge’ hält sich Strick in der Jägersprache (bei Vogel- und Wildfang) bis ins Nhd., wird aber schließlich von Schlinge abgelöst. Seit mhd. Zeit zunehmend für ‘Seil, kräftige Schnur’, vgl. wenn alle Stricke reißen ‘im äußersten Notfall’ (18. Jh.); dann auch ‘Strang des Henkers’, vgl. den Strick (‘Tod am Galgen’) verdient haben (18. Jh.), jmdm., sich einen Strick drehen ‘auf sein Verderben hinarbeiten’ (16. Jh.). Aus der Übertragung auf eine Person (Strick ‘einer, der den Galgenstrick verdient hat’, 16. Jh.) entwickelt sich ‘Tunichtgut, Schlingel’, meist von Kindern (ebenfalls 16. Jh.). Fallstrick m. ‘Schlinge, Strick, der zu Fall bringt’ (16. Jh.). stricken Vb. ‘einen Faden zu einem Maschengewebe verknüpfen’ (mit Stricknadeln), ahd. stricken ‘eine Schlinge, einen Knoten knüpfen’ (um 1000), mhd. stricken ‘(Stricke) zusammenfügen, verknüpfen (zu Netzen für Fisch- und Vogelfang), festschnüren, heften, schlingen, binden, stricken’. bestricken Vb. ‘umgarnen, bezaubern, betören’, eigentlich ‘mit Stricken, mit Netzen fangen’, ahd. bistricken ‘zusammenbinden, schnüren’ (8. Jh.), mhd. bestricken ‘(mit einem Strick) fangen, fesseln’, bildlich ‘umgarnen, betören, für sich einnehmen’. Strickzeug n. (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›bestricken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestricken‹.

Verwendungsbeispiele für ›bestricken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie gab französische Sprachstunden gegen Wolle und bestrickte damit meine unteren Partien.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 281
Ihre Großmütter bestrickten das Heim für gefallene Mädchen, ihre Eltern haben Leitstellen für die Gleichberechtigung eingerichtet, die dritte Generation lädt die »Dirne« zu Löwenzahntee.
konkret, 1982
Zitationshilfe
„bestricken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bestricken#2>, abgerufen am 25.11.2021.

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