betätigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-tä-ti-gen (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich betätigentätig sein, etw. tun
Beispiele:
sich politisch, literarisch, schriftstellerisch, produktiv betätigen
er betätigte sich eifrig bei den Reisevorbereitungen
2.
etw. in Tätigkeit, Gang setzen
Beispiel:
die Bremse, den Hebel, Schalter (mit der Hand) betätigen
3.
gehoben etw. in die Tat umsetzen, verwirklichen
Beispiele:
seinen Glauben, seine Liebe, sein Interesse betätigen
eine Idee betätigen
Ihr edles Herz treibt Sie, es [das Erbarmen] zu betätigen [Ebner-Eschenb.3,206]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tat · Täter · tätig · tätigen · betätigen · tätlich · Tatkraft · Tatsache
Tat f. ‘was ausgeführt worden ist oder werden soll, bewußte, gewollte (zweckgerichtete) Handlung, Leistung, Unternehmen’, ahd. (8. Jh.), mhd. tāt, asächs. dād, mnd. dāt, mnl. daet, nl. daad, aengl. (angl.) dēd, (westsächs.) dǣd, engl. deed, anord. dāð, schwed. dåd, got. gadēþs, germ. *-dēdi- führt als Abstraktbildung mit ie. ti-Suffix wie awest. niδātay- ‘das Nieder-, Ablegen’, lit. dė́tis ‘Last, Ladung, Fracht’, aslaw. blagodětь ‘Gnade, Wohltat, Dank’ auf ie. *dhēti-, neben *dhəti- in griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen, Behauptung, aufgestellter Satz, Ausspruch’, lat. conditio ‘Gründung, Schöpfung, Stiftung, Werk’, eigentlich ‘das Zusammentun’, Bildungen zu der unter ↗tun (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Täter m. ‘wer eine Tat, besonders Straftat begangen hat’ (15. Jh.); vgl. mhd. übeltæter, missetæter, s. auch ↗Wohltäter. tätig Adj. ‘beruflich arbeitend, sich betätigend, rührig, aktiv, tatkräftig’ (16. Jh.), zuvor in Zusammensetzungen wie ahd. ubil- (9. Jh.), missitātig (um 1000), mhd. übel-, missetætic. tätigen Vb. ‘aus-, durchführen, vollbringen, erledigen, verrichten’ (Anfang 18. Jh.), besonders als Wort der Kaufmannssprache in Wendungen wie einen Abschluß, Einkauf, ein Geschäft tätigen; dazu betätigen Vb. ‘in Gang setzen, bedienen, in die Tat umsetzen, verwirklichen’, reflexiv ‘tätig sein, sich beschäftigen, arbeiten’ (17. Jh.), aus der Kanzlei- und Geschäftssprache in die Allgemeinsprache eingegangen. tätlich Adj. ‘handgreiflich, gewalttätig’ (16. Jh.), mnd. dātlīk ‘tätlich, gewaltsam, tatsächlich’. Tatkraft f. ‘zum Handeln erforderliche Energie und Einsatzbereitschaft’ (18. Jh.). Tatsache f. ‘wirklicher, feststehender, unbezweifelbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Fakt(um)’, nachgebildet (1756) von dem Theologen Spalding für engl. matter of fact, das seinerseits lat. rēs factī ‘eine wirklich geschehene Tat’ wiedergibt. Einen vereinzelten, jedoch zweifelhaften Frühbeleg (Mitte 15. Jh.) vermutet Stammler in: Spätlese d. Mittelalters 1 (1963) 73 und 112.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslösen · ↗bedienen · betätigen · ↗drücken · ↗handhaben
Assoziationen
Synonymgruppe
ausüben · ↗bedienen · betätigen · ↗handhaben · ↗machen · ↗praktizieren · tätig sein · ↗verrichten
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlasser Auslöser Blinker Brandstifter Bremse Bremser Gebiete Hebel Hupe Knopf Kupplung Lichthupe Lichtschalter Lobbyist Musikkritiker Nockenwelle Schalter Schleudersitz Spülung Taste Totengräber Türöffner Ventil Vermittler als ehrenamtlich nebenbei schriftstellerisch sportlich unternehmerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betätigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die meisten von ihnen - etwa ein Viertel - betätigen sich im Sport.
Bild, 07.09.2002
Ich betätigte mich (zum ersten Mal in meinem Leben) auch als Übersetzer.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 363
Natürlich stehe es jedem frei, sich außerhalb politisch zu betätigen.
Die Zeit, 11.09.1987, Nr. 38
Eine berufliche Bindung ist Zweig nie eingegangen, vielmehr betätigte er sich ausschließlich als freier Schriftsteller.
Pfannkuch, Wilhelm: Zweig. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 44233
In der Wirtschaft können die Juden sich genau so betätigen wie bisher.
o. A.: Einhundertsiebzehnter Tag. Dienstag, 30. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19397
Zitationshilfe
„betätigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betätigen>, abgerufen am 11.12.2018.

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