betütern
GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungbe-tü-tern (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

norddeutsch
1.
jmdn. in besonderer, manchmal als übertrieben empfundener Weise umsorgen
2.
sich einen Schwips antrinken

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) jede Arbeit abnehmen · hätscheln und tätscheln · ↗verhätscheln · ↗verpäppeln · ↗verweichlichen · ↗verwöhnen · ↗verziehen · ↗verzärteln · von vorne bis hinten bedienen · überbehüten  ●  in Watte packen  fig. · (es jemandem) vorne und hinten hereinstecken  derb, fig. · (immer nur) mit Samthandschuhen anfassen  ugs., fig. · (jemandem) Zucker in den Arsch blasen  derb, fig. · (jemandem) den (eigenen) Hintern hinterhertragen  ugs. · (jemandem) den Arsch nachtragen  derb, fig., variabel · (jemandem) den Arsch pudern  derb, fig. · betuddeln  ugs., norddeutsch · betutteln  ugs., norddeutsch · betüddeln  ugs., norddeutsch · ↗verpimpeln  ugs., regional
Assoziationen
  • (die) Sterne vom Himmel holen (für jemanden) · (wie) auf Rosen gebettet sein · auf (den) Händen tragen · bis ans Ende der Welt gehen (für) · jeden Wunsch von den Augen ablesen · ↗verwöhnen  ●  jeden Wunsch erfüllen  Hauptform · pampern  ugs.
  • Übermutter · überbehütende Mutter  ●  ↗Glucke  ugs., fig. · Helikoptermutter  ugs., fig. · Supermutti  ugs.
  • (wohnt im) Hotel Mama · ↗Nesthocker
  • (über)bemüht · ↗(über)fürsorglich · Umstände machen(d) · mütterlich besorgt · ↗tantenhaft · ängstlich besorgt  ●  ↗betulich  Hauptform
  • (sich) um nichts Gedanken machen müssen · (sich) um nichts kümmern müssen · Rundum-sorglos-Paket · alles inklusive · an alles gedacht (sein) · für alles (ist) gesorgt
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Susanne Tiedemann kochte ihm Tee, packte ihn aufs Sofa und betüterte ihn.
Bild, 11.02.1999
Betütert sie, besorgt ihr dies und besorgt ihr jenes.
Bild, 01.02.2002
Eine Enkeltochter betütert er noch.
Die Zeit, 25.07.2012, Nr. 30
Wir waren kollegial befreundet, wir duzten und besuchten uns gegenseitig, und Inge war eine ganz hervorragende Gastgeberin, die privat gern bemutterte und betüterte, auch ihre beiden Männer.
Die Welt, 12.07.2004
Er fühlte sich mit einem Male sehr gut, er spürte, wie ihn die Sorge verließ, während sich seine Idee in ihm verfestigte, es ist eine ganz einfache und praktische Idee, dachte er, ich muß betütert gewesen sein, daß ich nicht schon früher darauf gekommen bin.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 172
Zitationshilfe
„betütern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betütern>, abgerufen am 20.11.2017.

Weitere Informationen …