betasten

GrammatikVerb · betastet, betastete, hat betastet
Aussprache
Worttrennungbe-tas-ten
Wortzerlegungbe-tasten
Wortbildung mit ›betasten‹ als Erstglied: ↗betastbar
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. tastend, prüfend anfassen
Beispiele:
die ausgestellten, Waren, alles neugierig, erstaunt, derb betasten
den gebrochenen Arm, die geschwollene Nase vorsichtig betasten
er betastete das Geschenk mit plumpen Händen, mit bebenden Fingern
[er] betastet durch die Jacke seinen Schulterstumpf [DöblinAlexanderpl.251]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tasten · antasten · betasten · Taste
tasten Vb. ‘(mit den Händen) vorsichtig oder unsicher über etw. hinweggleiten, nach etw. suchen, greifen’, reflexiv ‘sich vorsichtig, mit den Händen um sich greifend vorwärtsbewegen’, mhd. mnd. tasten ‘(be)fühlen, berühren’ ist (vielleicht durch nl. Vermittlung?, vgl. mnl. nl. tasten) entlehnt aus afrz. taster ‘tasten, tastend suchen, betasten, prüfen’ (frz. tâter), woraus auch engl. to taste ‘prüfen, probieren, schmecken, kosten’. Voraus geht vlat. *tastāre, eine kontrahierte Form aus vlat. *taxitāre ‘mehrmals berühren, betasten’, Intensivbildung zu lat. taxāre ‘scharf anrühren, (prüfend) berühren, antasten, (durch Befühlen) den Wert einer Sache ermitteln und bestimmen, schätzen’ (s. ↗taxieren). antasten Vb. ‘vorsichtig berühren, unberechtigt berühren, verletzen’, mhd. anetasten. betasten Vb. ‘mit den Fingern befühlen, prüfend anfassen’, mhd. betasten. Taste f. ‘mit dem Finger herabzudrückender Hebel’, besonders (dann oft Plur.) bei bestimmten Musikinstrumenten (1. Hälfte 18. Jh.), aus ital. tasto m. bzw. tasti (Plur.) ‘Griffsteg zum Anschlagen der Saiten eines Musikinstrumentes (insbesondere eines Klaviers), Griff(brett)’, eigentlich ‘das Tasten, Werkzeug zum Tasten’, zu (wohl aus dem Galloroman. entlehntem) ital. tastare ‘(be)tasten, wiederholt berühren’, aus lat. tastāre (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
betasten  ●  ↗befingern  ugs. · ↗begrabschen  ugs. · ↗begrapschen  ugs. · ↗betatschen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Bauch Bein Brust Finger Gesicht Hand Körper Leib Lippe ausziehen befühlen behutsam beriechen berühren beschnüffeln betrachten drücken gegenseitig küssen riechen vorsichtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betasten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich ziehe den Ring vom Finger. ihre kleinen dunklen Hände betasten den Stein.
Die Zeit, 15.02.1960, Nr. 07
Er zog sie neben sich auf die Couch und betastete ihren Leib.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 949
Er betastete das Papier, zog es kurz auseinander, ließ es zusammenschnappen.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 201
Ich zog mir sofort die Stiefel aus und betastete den Fuß.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 323
Die entzückten Hörer durften die seltsamen Klangerzeuger hinterher beäugen und betasten.
Die Welt, 02.05.2000
Zitationshilfe
„betasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betasten>, abgerufen am 11.12.2019.

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