beten

GrammatikVerb · betete, hat gebetet
Aussprache
Worttrennungbe-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beten‹ als Erstglied: ↗Betbank · ↗Betbruder · ↗Betglocke · ↗Bethaus · ↗Betpult · ↗Betsaal · ↗Betschemel · ↗Betschwester · ↗Betstuhl · ↗Betstunde
 ·  mit ›beten‹ als Letztglied: ↗abbeten · ↗anbeten · ↗herbeten · ↗herunterbeten · ↗losbeten · ↗nachbeten · ↗runterbeten · ↗vorbeten
eWDG, 1967

Bedeutung

Religion sich in innerer Sammlung (in einem festgesetzten Wortlaut) mit einer Bitte, einem Bekenntnis, Dank an Gott wenden
Beispiele:
laut, inbrünstig, mit erhobenen Händen, auf den Knien beten
lasst uns beten!
das Vaterunser beten
die Litanei, einen Rosenkranz beten
zu Gott um Frieden, Rettung, ein Wunder beten
für sein Seelenheil, die Toten beten
sprichwörtlich bete und arbeite!
sprichwörtlich Not lehrt beten
sie kauft das Wachslicht und betet ein Ave vor dem Bild der Lieben Frau [WaggerlJahr158]
Ich werde jeden Tag für dich beten [RemarqueIm Westen185]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beten · anbeten · Anbetung · Anbeter
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8. Jh.), mhd. beten, asächs. bedon, mnd. bēden, mnl. beden geschaffen, das im Unterschied zu den Formen von ↗bitten (s. d.) den neuen religiösen Gehalt wiedergeben soll. Diese Erscheinung ist nur im Hd., Nd. (und Mnl.) zu beobachten; in anderen Sprachen schließen die entsprechenden Wörter für ‘bitten’ auch die Bedeutung ‘beten’ ein, vgl. schwed. bedja, engl. to pray, frz. prier, ital. pregare. anbeten Vb. ‘eine Gottheit betend verehren’, ahd. anabetōn ‘durch Anrufen einer höheren Macht etw. auf einen anderen übertragen, anbeten’ (8./9. Jh.), mhd. anbeten, mnd. anbēden, mnl. aenbeden. Unter Einfluß von frz. adorer ‘anbeten, leidenschaftlich lieben, verehren’ wird im 17. Jh. das bis dahin allein im Religiösen beheimatete Wort auf die Verehrung der geliebten Person in der Liebesdichtung erweitert. Während Anbetung f. spätmhd. anebetunge, im kirchlichen Anwendungsbereich verbleibt, nimmt Anbeter m. ahd. anabetāri ‘Wahrsager, heidnischer Priester’ (8./9. Jh.), mhd. anbetære ‘Anbeter’, schon um 1700 die heute allein gültige Bedeutung ‘Verehrer’ an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gebete zum Himmel schicken · beten · seine Gebete verrichten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allah Christ Friede Gläubiger Gott Grab Klagemauer Moschee Moslem Muslim Mönch Papst Rosenkranz Seelenheil Vaterunser anbeten beten fasten fünfmal herbeten herunterbeten inbrünstig knien meditieren mitbeten nachbeten singen täglich vorbeten weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe noch nicht einmal gebetet, weil ich überzeugt war, dass ich da niemals mehr herauskommen würde.
Der Tagesspiegel, 06.06.2004
Man kann für Regen beten, ob das was hilft, ist allerdings die Frage.
Die Welt, 19.07.2003
Und seine Mutter betete zu dem, der für uns alle gestorben ist.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 129
Die Mutter war in der Kirche; sie bete für den Mann.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 15
Wenn sie sich fürchteten, sollten sie beten oder ein frommes Lied anstimmen.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 964
Zitationshilfe
„beten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beten>, abgerufen am 23.05.2019.

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