Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

beten

Grammatik Verb · betet, betete, hat gebetet
Aussprache 
Worttrennung be-ten (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›beten‹ als Erstglied: Betbank · Betbruder · Beter · Betglocke · Bethaus · Betpult · Betsaal · Betschemel · Betschwester · Betstuhl · Betstunde · Betsäule
 ·  mit ›beten‹ als Letztglied: abbeten · anbeten · herbeten · herunterbeten · losbeten · nachbeten · runterbeten · vorbeten
eWDG

Bedeutung

Religion sich in innerer Sammlung (in einem festgesetzten Wortlaut) mit einer Bitte, einem Bekenntnis, Dank an Gott wenden
Beispiele:
laut, inbrünstig, mit erhobenen Händen, auf den Knien beten
lasst uns beten!
das Vaterunser beten
die Litanei, einen Rosenkranz beten
zu Gott um Frieden, Rettung, ein Wunder beten
für sein Seelenheil, die Toten beten
sprichwörtlich bete und arbeite!
sprichwörtlichNot lehrt beten
sie kauft das Wachslicht und betet ein Ave vor dem Bild der Lieben Frau [ WaggerlJahr158]
Ich werde jeden Tag für dich beten [ RemarqueIm Westen185]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beten · anbeten · Anbetung · Anbeter
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8. Jh.), mhd. beten, asächs. bedon, mnd. bēden, mnl. beden geschaffen, das im Unterschied zu den Formen von bitten (s. d.) den neuen religiösen Gehalt wiedergeben soll. Diese Erscheinung ist nur im Hd., Nd. (und Mnl.) zu beobachten; in anderen Sprachen schließen die entsprechenden Wörter für ‘bitten’ auch die Bedeutung ‘beten’ ein, vgl. schwed. bedja, engl. to pray, frz. prier, ital. pregare. – anbeten Vb. ‘eine Gottheit betend verehren’, ahd. anabetōn ‘durch Anrufen einer höheren Macht etw. auf einen anderen übertragen, anbeten’ (8./9. Jh.), mhd. anbeten, mnd. anbēden, mnl. aenbeden. Unter Einfluß von frz. adorer ‘anbeten, leidenschaftlich lieben, verehren’ wird im 17. Jh. das bis dahin allein im Religiösen beheimatete Wort auf die Verehrung der geliebten Person in der Liebesdichtung erweitert. Während Anbetung f. spätmhd. anebetunge, im kirchlichen Anwendungsbereich verbleibt, nimmt Anbeter m. ahd. anabetāri ‘Wahrsager, heidnischer Priester’ (8./9. Jh.), mhd. anbetære ‘Anbeter’, schon um 1700 die heute allein gültige Bedeutung ‘Verehrer’ an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gebete zum Himmel schicken · beten · seine Gebete verrichten

Typische Verbindungen zu ›beten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beten‹.

Verwendungsbeispiele für ›beten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So wie in der Nacht habe ich noch nie gebetet. [Brief von Ulrich Timm vom Oktober 1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 92]
Vor dem Unterricht hatten wir gemeinsam mit ihm zu beten. [Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 37]
Aber wir sind auch ein Land, und als solches werden wir nicht nur beten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]]
Oder beten sie doch zu dem neuen Gott, den der weiße Mann in ihr Land gebracht hat? [Die Zeit, 07.03.1986, Nr. 11]
Als die Alte zu beten anfing, fingen auch andere zu beten an. [Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 45]
Zitationshilfe
„beten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beten>.

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