beteuern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-teu-ern (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. wiederholt und eindringlich versichern
Beispiele:
seine Unschuld feierlich, laut, lebhaft beteuern
jmdm. seine redliche Absicht, seine Aufrichtigkeit, Liebe beteuern
sie beteuerte unter Tränen, dass sie es nicht getan hätte, dass sie nichts wüsste, dass sie die Wahrheit spräche
Der Hausierer ... beteuerte leise immer wieder: Ganz zufällig bin ich vorbeigekommen [DürrenmattVersprechen34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

teuer · Teuerung · beteuern · verteuern
teuer Adj. ‘hoch im Preis, viel Geld kostend, lieb, wert, hochgeschätzt’, ahd. tiuri ‘wertvoll, kostbar, lieb, angesehen, hochgeschätzt’ (um 800), mhd. tiur(e), (md.) tūr(e), tūwer, auch ‘von hohem Wert, einen hohen Preis kostend, herrlich, vortrefflich, ausgezeichnet, vornehm’, asächs. diuri ‘teuer, lieb’, mnd. dǖr(e) ‘teuer, kostbar, herrlich, ausgezeichnet’, mnl. diere, dūre ‘kostbar, teuer, wert, lieb, hervorragend, ausgezeichnet, selten, knapp’, nl. duur ‘kostbar, teuer’, aengl. dēore (dazu aengl. dēorling, engl. darling ‘Liebling’), (westsächs.) dīere ‘teuer, kostbar, edel’, engl. dear ‘teuer, lieb, kostspielig’, anord. dȳrr, schwed. dän. dyr ‘teuer, kostbar’ (germ. *diuri-). Schon früh wird aus dem Germ. gleichbed. finn. tyyris entlehnt. Für die mit ↗dauern ‘leid tun, Mitleid erregen’ (s. d.) verwandten, nur dem Got. fehlenden Adjektivformen gibt es keine gesicherten außergerm. Anknüpfungen. Teuerung f. ‘das Teurerwerden, Preisanstieg’, spätmhd. tiurunge ‘bestimmter Wert, Preis, Teuerung’. beteuern Vb. ‘feierlich, hoch und teuer versichern’ (Anfang 17. Jh.); doch vgl. frühnhd. beteurung ‘Beteuerung’ (15. Jh.). Dem heutigen Verb formal entsprechendes mhd. betiuren weist eine andere Semantik auf (‘zu kostbar dünken, leid tun’), s. ↗bedauern. Heutiges beteuern schließt sich in seiner Bedeutungsentwicklung eher an das Simplex ahd. mhd. tiuren ‘wertvoll machen, für wertvoll erklären’ an. verteuern Vb. ‘teurer machen, den Preis heraufsetzen’, reflexiv ‘teurer werden’, mhd. vertiuren ‘teuer machen’; vgl. mnd. vordǖren, mnl. verdieren, verdūren.

Thesaurus

Synonymgruppe
(fest) behaupten · beteuern · ↗betonen · ↗versichern  ●  (jemandem) Brief und Siegel geben (auf)  sprichwörtlich, fig. · ↗affirmieren  geh. · ↗asserieren  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
beteuern · ↗versichern · ↗zusagen · ↗zusichern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Gegenteil Gericht Loyalität Prozessauftakt Regierungssprecher Schlußwort Treue Träne Unschuld Verantwortlicher Vernehmung Verurteilte abermals erneut glaubhaft hingegen indes jedenfalls mehrfach nochmals stets treuherzig unermüdlich unisono vehement wieder wiederholt zwar übereinstimmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beteuern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zugleich beteuerte er, dass das Tier in den hiesigen Wäldern problemlos überleben könne.
Die Welt, 09.07.2004
Wer beteuert, nur Englisch zu verstehen, ist nicht aus dem Schneider.
Der Tagesspiegel, 28.10.2002
Jeder beteuert, dass es ihn nicht betreffe, ist aber doch sehr beunruhigt.
Fath, Rolf: Werke - D. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 1034
Früher, das könnte sie beteuern, früher hätte sie kein einziges Mal ausgelassen, immer hätte er sie pünktlich bekommen.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 605
Aber was er 1865 geschrieben und beteuert hatte, hatten seine Anhänger vergessen.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 3707
Zitationshilfe
„beteuern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beteuern>, abgerufen am 21.02.2019.

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