betonen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-to-nen (computergeneriert)
GrundformTon1
Wortbildung mit ›betonen‹ als Letztglied: ↗überbetonen  ·  mit ›betonen‹ als Grundform: ↗betont
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
beim Sprechen den Akzent auf ein Wort, eine Silbe legen
Beispiele:
ein Wort richtig, falsch betonen
das erste, letzte Wort eines Satzes betonen
das Wort wird auf der ersten Silbe betont
ein schwach betonter Vokal, Takt
er betonte in seiner Rede jedes Wort scharf und nachdrücklich
2.
etw. nachdrücklich hervorheben
a)
etw. mit Worten ausdrücklich unterstreichen
Beispiele:
ich möchte meine Bitte betonen
er betonte, dass ihn nichts von seinem Vorhaben abhalten könnte
Ich möchte betonen, daß Sie meine Anweisungen zu befolgen haben [BöllBillard5]
b)
auf etw. Gewicht legen
Beispiele:
das moderne Bildungswesen betont die naturwissenschaftlich-technischen Fächer
die neue Mode betont eine sportliche Linie
c)
etw. geltend machen, hervorkehren
Beispiel:
er betonte seine Überlegenheit, seine Herkunft, Erfahrungen den anderen gegenüber
oft im Part. Prät.
betont
bewusst zur Schau getragen
Beispiele:
er legt eine betonte Gleichgültigkeit an den Tag
sich mit betonter Nachlässigkeit bewegen
er sprach mit betonter Zurückhaltung
adverbiell
gewollt, deutlich
Beispiele:
er sprach den Namen betont französisch aus
sie trug ein Kleid von betont schlichter Eleganz
er tanzte betont lässig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton2 · tönen · getönt · ertönen · betonen · Betonung · vertonen · Tonart · Tonleiter
Ton2 m. ‘Klang, Laut, Betonung, Akzent, Farbe in bestimmter Abstufung’, mhd. dōn, tōn ‘Melodie, Lied, Gesang, auf einem Instrument gespielte Weise, Strophenform, Laut, Stimme, Art und Weise, Schall, Krach’, mnd. dōn(e) ist entlehnt aus lat. tonus ‘Ton, Klang, Akzent, Farbton, Spannung’, spätlat. ‘Melodie’, griech. tónos (τόνος) ‘Spannung, Seil, Saite, Sehne, Spannung der Stimme’; vgl. griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen, spannen, ausdehnen, sich erstrecken’ (s. ↗dehnen). Daneben besteht ahd. tuni ‘das Dröhnen’ (11. Jh.), aengl. dyne, dynn, engl. din ‘Getöse, Lärm’, anord. dynr ‘Lärm’; ahd. tuni fällt mit der zuvor genannten Entlehnung zusammen, so daß mhd. dōn, tōn auch die Bedeutung ‘Geräusch, Schall, Krach’ fortsetzt. Mit dem germ. Substantiv ist verwandt das Verb mhd. dünen, dunen ‘dröhnen, donnern’, asächs. dunnian ‘dröhnen’, mnd. dȫnen, aengl. dynian ‘lärmen, tönen’, engl. to din ‘schreien, grölen, betäuben’, anord. dynja ‘dröhnen, hervorstürzen’, außergerm. sind vergleichbar aind. dhúniḥ ‘rauschend, brausend, tosend’, dhvánati ‘tönt’, lit. dundė́ti ‘dröhnen’, so daß von einer lautnachahmenden Wurzel ie. *dhu̯en-, *dhun- ‘dröhnen, tönen’ ausgegangen werden kann. tönen Vb. ‘als Ton oder Schall weithin hörbar sein, Töne, Klänge von sich geben, sich wichtig machen, eine Färbung geben’, mhd. dœnen ‘singen, spielen’; getönt Part.adj. ‘gefärbt, in der Färbung abgestuft’ (19. Jh.). ertönen Vb. ‘erklingen, erschallen, plötzlich zu tönen beginnen’ (Anfang 16. Jh.). betonen Vb. ‘mit Nachdruck aussprechen, nachdrücklich mit Worten unterstreichen, auf etw. Gewicht legen, hervorheben, akzentuieren’ (18. Jh.); Betonung f. (18. Jh.). vertonen Vb. ‘zu einem Text die Musik schreiben’ (Anfang 20. Jh.). Tonart f. auf einem Grundton beruhende und ein bestimmtes Tongeschlecht aufweisende Stufenfolge von Tönen, Tonleiter f. stufenweise vom Grundton ausgehende Folge von Ganz- und Halbtönen innerhalb einer Oktave (beide 1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(fest) behaupten · ↗beteuern · betonen · ↗versichern  ●  (jemandem) Brief und Siegel geben (auf)  sprichwörtlich, fig. · ↗affirmieren  geh. · ↗asserieren  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Betonung auf etwas legen · Nachdruck verleihen · Wert auf die Feststellung legen · Wert legen auf · ↗akzentuieren · betonen · ↗herauskehren · ↗herausstellen · ↗herausstreichen · ↗hervorheben · mit Nachdruck erklären · nachdrücklich betonen · ↗pointieren  ●  ↗unterstreichen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
betonen · ↗exponieren · ↗herausstellen
Synonymgruppe
betonen · deutlich machen · ↗erklären · ↗herausstellen · ↗verdeutlichen  ●  in aller Deutlichkeit sagen  floskelhaft · ↗unterstreichen  fig.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(ausdrücklich) erklären · (besonders) betonen · ↗(sich) wiederholen · ausdrücklich sagen · noch einmal sagen  ●  ↗repetieren  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenminister Bedeutung Bundeskanzler Charakter Erklärung Geschäftsführer Interview Minister Ministerpräsident Notwendigkeit Präsident Rede Richter Sprecher Sprecherin Vorsitzende aber allerdings ausdrücklich dagegen er erneut gestern gleichzeitig hingegen jedoch stets wieder zugleich zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betonen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gleichzeitig betonte er, dass es keine Koalition um jeden Preis geben werde.
Die Zeit, 15.11.2013 (online)
Die Wände eines Raumes lassen sich wirkungsvoll dazu benutzen, den Stil der Einrichtung, den Charakter des Zimmers zu betonen.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 200
Ich habe das nicht bestritten; das möchte ich ausdrücklich betonen.
o. A.: Einhundertzweiundvierzigster Tag. Donnerstag, 30. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 28463
Er betonte aber, daß die gesamte politische Regelung erfolgen müsse, bevor ein Frieden geschlossen würde.
o. A.: Einhundertzweiunddreißigster Tag. Freitag, 17. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 25528
Ich habe schon einmal betont, daß der Arbeiter darum nichts weniger wert ist, als jeder andere.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Zitationshilfe
„betonen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betonen>, abgerufen am 16.11.2018.

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