betreiben

GrammatikVerb · betrieb, hat betrieben
Aussprache
Worttrennungbe-trei-ben (computergeneriert)
Grundformtreiben
Wortbildung mit ›betreiben‹ als Letztglied: ↗weiterbetreiben  ·  mit ›betreiben‹ als Grundform: ↗Betrieb  ·  formal verwandt mit: ↗atomkraftbetrieben · ↗dampfbetrieben · ↗motorbetrieben · ↗windbetrieben
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. vorantreiben, auf die Ausführung einer Sache verstärkt hinarbeiten
Beispiele:
den Umbau des Hauses mit großem Aufwand, mit Hochdruck, Umsicht betreiben
sein Studium mit Anstrengung, den Abschluss einer Arbeit energisch betreiben
seine Abreise ernsthaft betreiben
sie wanderte öfter denn je in die Stadt, den Prozeß zu betreiben [KeyserlinginDt. Erzähler1,42]
auf jmds. Betreibenauf jmds. Veranlassung
Beispiel:
Eine Zeitschrift in München werde auf sein Betreiben einige meiner Gedichte drucken [G. Hauptm.4,199]
2.
etw. beruflich ausüben, innehaben
Beispiele:
ein Handwerk, Geschäft, Gewerbe betreiben
er betreibt einen einträglichen, schwunghaften Handel
er betrieb in Berlin eine Tischlerei, Schlosserei, Kunsthandlung
er betreibt den Sport als Beruf
der Herr Magister betreibt ein einträgliches Pensionat [Storm4,106]
3.
Technik etw. mit einem bestimmten Betriebsstoff speisen, antreiben
Beispiele:
ein Werk mit Strom, ein Hüttenwerk mit Koks, ein Kraftwerk mit Dampf betreiben
ein elektrisch betriebener Zug, Kran, Bohrer
eine elektrisch betriebene Maschine
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

betreiben · Betrieb · betriebsam · Betriebsamkeit
betreiben Vb. ‘vorantreiben, sich eifrig beschäftigen, sich bemühen, beruflich ausüben, leiten, in Gang bringen’. Mnd. bedrīven ‘einen Weg, eine Wiese mit Vieh betreiben, zur Viehwirtschaft nutzen, etw. ausüben, bewirtschaften’ (vgl. nl. bedrijven) gelangt im 16. Jh. ins Hd. Die Bedeutung des Simplex ↗treiben ‘sich mit etw. beschäftigen’ (s. d.) wird zur Hauptbedeutung des Präfixverbs, während der ältere Sinn ‘ein Stück Land mit Vieh beschicken, um es als Weideland zu nutzen’, der sich bis ins 19. Jh. hält, nur noch mundartlich im östlichen Niedersachsen gebräuchlich ist. Jünger ist die Verwendung des Verbs im technischen Bereich ‘eine Anlage durch eine bestimmte Kraft, Energiequelle in Betrieb halten’ (2. Hälfte 19. Jh.). Betrieb m. ‘Treiben, Trubel’ sowie ‘Produktionsstätte bzw. jede Arbeit organisierende und entlohnende Einrichtung’; mnd. bedrīf ‘das Betreiben (einer Sache), Wirken, Tätigkeit’ gelangt um 1600 ins Hd. und wird dabei Trieb angeglichen. Zu Ende des 19. Jhs. entwickeln sich die Bedeutungen ‘Unternehmen, Firma’ und ‘geschäftiges Treiben, Trubel, Stimmung’. betriebsam Adj. ‘tätig, rührig, geschäftig’ und Betriebsamkeit f. ‘lebhafte Tätigkeit, Rührigkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausüben (Gewerbe) · betreiben · ↗nachgehen
Synonymgruppe
betreiben · ↗bewirtschaften
Synonymgruppe
(etwas) wahren · (sich) üben in · an den Tag legen · betreiben · ↗praktizieren  ●  ↗(sich) (einer Sache) befleißigen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine Sache) vorantreiben · (mit Nachdruck) betreiben · ↗anheizen · ↗ankurbeln · ↗anschieben · ↗befeuern · ↗befördern · ↗forcieren · nach vorne bringen · ↗weitertreiben  ●  ↗pushen  Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlage Aufklärung Aufwand Außenpolitik Filiale Firma Forschung Geschäft Grundlagenforschung Handel Hotel Laden Landwirtschaft Politik Propaganda Restaurant Sport Unternehmen Wahlkampf Werbung Wirtschaftspolitik bauen bereits derzeit dort gemeinsam selbst weiter weiterbetreiben zusammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hatten immer wieder dafür geworben, die Station möglichst lange zu betreiben.
Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02
Eigentlich sollte es schlicht ein Laden für gebrauchte Bücher werden, ursprünglich wollte er ihn auch nicht selbst betreiben.
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2004
Mit seiner Frau zusammen - sie ist Deutsche - betreibt er ein deutsches Restaurant.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 22
Selbstverständlich soll man die Analyse der Arbeiterklasse so konkret wie möglich betreiben.
Kursbuch, 1970, Bd. 22
Wir könnten aber auch versuchen, damit gleich wieder einen Motor zu betreiben.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 136
Zitationshilfe
„betreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betreiben>, abgerufen am 20.10.2019.

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