betreuen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-treu-en
Grundformtreu
Wortbildung mit ›betreuen‹ als Erstglied: ↗Betreuer · ↗Betreuung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., etw. in seine Obhut nehmen, für jmdn., etw. sorgen
Beispiele:
Ferienkinder im Lager, Säuglinge in der Kinderkrippe betreuen
Alte und Gebrechliche werden in diesem neuen Feierabendheim liebevoll betreut
die Fluggäste wurden von der Stewardess, die Touristen von ihrem Reiseleiter vorbildlich betreut
er betreute in Abwesenheit seines Freundes das Geschäft, die Praxis, alle Angelegenheiten
ein reizendes Gasthaus, von einer üppigen Wirtin aufs beste betreut [BindingMoselfahrt27]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

treu · Treue · traun · Treubruch · treubrüchig · Treuhänder · treulich · treulos · Treulosigkeit · betreuen · Betreuung
treu Adj. ‘unveränderlich fest (in der Gesinnung), anhänglich, zuverlässig’. Der ja/jō-Stamm ahd. (8. Jh.), asächs. triuwi, mhd. triuwe ‘treu, getreu, wohlmeinend’, mnd. trūwe, mnl. trūwe, trouwe, nl. trouw, aengl. trīewe, trēowe, engl. true (‘wahr, richtig, echt’) hat neben sich den a/ō-Stamm anord. tryggr ‘treu, vertrauensvoll’, schwed. trygg ‘sicher, geborgen’, got. triggws ‘treu, zuverlässig’. Das Adjektiv gehört zusammen mit den unter Treue (s. unten), ↗trauen und ↗Trost (s. d.) genannten Formen zu dem unter ↗Teer (s. d.) dargestellten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, und ‘baumstark, hart, fest, treu’ (s. auch ↗Trog und ↗Truhe). Treue f. ‘unverändert feste Verbundenheit, beständige Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit’, ahd. triuwa ‘Treue, Zuverlässigkeit, Vertrag, Bündnis’ (8. Jh.), mhd. triuwe, triwe, triu ‘Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Versprechen, Gelübde’, asächs. treuwa ‘Treue, Frieden, Bund’, mnd. trūwe, trouwe ‘Treue, Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Eheversprechen, Verlobung’, mnl. trouwe, trūwe, nl. trouw ‘Treue, Heirat, Trauung’, aengl. trēow ‘Treue, Wahrheit, Glaube, Versprechen’, got. triggwa ‘Bund, Bündnis’ (germ. *trewwō), ablautend aengl. trūwa ‘Treue, Glaube, Vertrauen’, anord. trū ‘Treue, Gelöbnis, Glaube, Religion’, schwed. tro ‘Glaube, Treue’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘gegenseitige feste Abmachung, Bündnis’ entwickelt sich ‘das Einhalten eines Vertrages’; in mhd. Zeit wird Treue zu einem Tugendbegriff der ritterlich-höfischen Ethik. In nhd. Zeit überwiegt der Sinn des Steten, Festen, Dauernden. Die feste präpositionale Wendung (Dativ Plur.) mhd. in triuwen ‘in Wahrheit’, verschmolzen zu einem Wort mhd. entriuwen, mnd. entrūwen, entwickelt sich unter Schwund der unbetonten Präposition zu mhd. triuwen, trouwen, (md.) trūwen, mnl. trouwen, nhd. traun Interjektion ‘fürwahr!, wahrhaftig!, ganz gewiß!’; doch bereits Adelung vermerkt: „in den gemeinen Sprecharten veraltet“. Treubruch m. ‘Verrat’ (um 1700), zuvor bereits treubrüchig Adj. ‘die Treue, den Treueid brechend’, spätmhd. triuwebrüchic ‘wortbrüchig, meineidig’. Treuhänder m. ‘wem etw. zu treuen Händen übergeben worden ist, Verwalter fremden Eigentums’, mhd. triuwehander, -hender, Rechtsausdruck nach Fügungen wie mhd. die triuwen hende, ze triuwer hant, ze triuwen handen. treulich Adj. ‘mit Treue, zuverlässig’, mhd. triuwelich. treulos Adj. ‘ohne Treue, nicht treu, verräterisch’, mhd. triuwelōs. Die ursprünglich rechtliche Bedeutung ‘vertragsbrüchig gegenüber einem Bündnis, gegenüber Abmachungen’ wird in mhd. Zeit zu ‘verräterisch, bertrügerisch’ erweitert, später auch ‘unzuverlässig’ (16. Jh.), ‘lügnerisch’ (18. Jh.), ‘(vom Gedächtnis) unbeständig, ungenau’ (19. Jh.); Treulosigkeit f. ‘treuloses Verhalten, Treubruch’ (Mitte 16. Jh.). betreuen Vb. ‘in Obhut nehmen, pflegen, für jmdn., etw. sorgen’, mhd. betriuwen ‘in Treue erhalten, schützen’. Betreuung f. ‘Zuwendung, Pflege, Bearbeitung’ (17. Jh.), zuvor ‘Zusicherung, Übereignung’ (Ende 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beaufsichtigen · betreuen  ●  ↗befürsorgen  österr. · ↗bemuttern  ugs. · kuratieren  geh.
Synonymgruppe
betreuen · ↗pflegen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(sich) kümmern · betreuen · ↗helfen · ↗unterstützen · ↗versorgen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agentur Angehörige Behinderte Co-Trainer Erzieherin Jugendliche Kind Kita Kleinkind Kranke Kunde Langzeitarbeitslose Mannschaft Mitarbeiter Nationalmannschaft Patient Privatkunde Projekt Psychologe Schüler Sozialarbeiter Student Team Trainer beraten derzeit mitbetreuen rund rund um die Uhr versorgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betreuen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er betreut heute das Vermögen des Künstlers, doch da ist nicht viel zu holen.
Bild, 20.01.2004
In vier bis acht Jahren will die Deutsche Bank 24 zehn Millionen Kunden betreuen.
Der Tagesspiegel, 20.08.1999
Zahlreiche Organisationen betreuen lokale Musikfeste in allen Teilen des Landes.
Schaal, Richard: Feste und Festspiele. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 12570
Sie sind noch stärker darauf angewiesen, zärtlich und behutsam betreut zu werden.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 156
Das Landeskirchliche Amt für Innere Mission (1948) betreut die diakonischen Werke und Einrichtungen.
Jauernig, R.: Thüringen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8625
Zitationshilfe
„betreuen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betreuen>, abgerufen am 20.11.2019.

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