betrinken

Grammatik Verb · reflexivbetrinkt sich, betrank sich, hat sich betrunken
Aussprache 
Worttrennung be-trin-ken
Wortzerlegung be-trinken
Wortbildung  mit ›betrinken‹ als Grundform: ↗betrunken  ·  formal verwandt mit: ↗Betrunkene
eWDG, 1967

Bedeutung

sich durch übertriebenen Genuss alkoholischer Getränke in einen Rausch versetzen
siehe auch Betrunkene
Beispiele:
er hat sich aus Kummer, sinnlos betrunken
er hat sich mit Schnaps betrunken
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
er ist sinnlos, völlig, schwer, leicht betrunken
er wurde betrunken am Steuer angetroffen
jeden Abend kommt er betrunken nach Hause
ein betrunkener Fahrer
den betrunkenen Gast hinauswerfen
sie war wie betrunken vor Freude
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trinken · Trinker · Trinkgeld · Trinkspruch · betrinken · betrunken · ertrinken
trinken Vb. ‘Flüssigkeit zu sich nehmen’, ahd. trinkan (8. Jh.), mhd. trinken, asächs. drinkan, mnd. drinken, auch ‘ertrinken’, mnl. nl. drinken, afries. drinka, aengl. drincan, engl. to drink, anord. drekka, schwed. dricka, got. drigkan, germ. *drenkan. Gesicherte außergerm. Anknüpfungen fehlen. Zweifelhaft ist daher auch der Versuch, das gemeingerm. starke Verb als nasalierte Form mit aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ zu verbinden und auf eine Wurzel ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, ausgehend von einer Bedeutung ‘mit dem Mund ziehen, einen Zug machen’, zurückzuführen. Handelt es sich (nach de Vries Nl. 137) um ein Substratwort? Trinker m. ‘wer trinkt’, besonders ‘wer regelmäßig und zuviel Alkohol trinkt’, ahd. trinkāri (11. Jh.), mhd. trinkære, trinker ‘Trinker, Säufer’, Nomen agentis zum Verb. Trinkgeld n. ‘Geldsumme, die als Dank für erwiesene Dienste oder über den verlangten Preis hinaus (eigentlich zum Vertrinken) gegeben wird’, mhd. trincgelt ‘Zeche für Getränke, Zechschuld, Geld zum Vertrinken als Belohnung’; auch (seit 1. Hälfte 18. Jh.) ‘Entgelt, dessen Geringfügigkeit im Widerspruch zum geleisteten Dienst steht’. Trinkspruch m. ‘bei festlichem Anlaß vorgetragener Spruch bzw. kurze Rede, die mit einem gemeinsamen Schluck Alkohol bekräftigt wird’ (um 1800). betrinken Vb. reflexiv ‘sich durch Genuß von Alkohol berauschen’ (16. Jh.), mhd. betrinken ‘aus etw. trinken’; betrunken Part.adj. ‘stark berauscht’ (1. Hälfte 17. Jh.), älteres ↗trunken (s. d.) ablösend. ertrinken Vb. ‘im Wasser umkommen’, ahd. irtrinkan (9. Jh.), mhd. ertrinken, auch ‘austrinken, trinken’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) betrinken · (sich) sinnlos betrinken · (viel Alkohol) trinken  ●  ↗feiern  jugendsprachlich, verhüllend · ↗(einen) verlöten  ugs., regional · (einen) über den Durst trinken  ugs., variabel · ↗(sich einen) ballern  ugs. · ↗(sich etwas) genehmigen  ugs. · ↗(sich) abschießen  ugs. · ↗(sich) besaufen  ugs. · (sich) die Hucke vollsaufen  ugs. · (sich) die Kante geben  ugs. · (sich) einen auf die Lampe gießen  ugs., fig. · (sich) einen hinter die Binde kippen  ugs., fig. · (sich) einen zur Brust nehmen  ugs. · (sich) volllaufen lassen  ugs. · (sich) zulaufen lassen  ugs. · (sich) zusaufen  ugs. · ↗(sich) zuschütten  ugs. · ↗bechern  ugs. · bürsteln  ugs., österr. · ins Glas schauen  ugs. · ↗saufen  ugs. · ↗süppeln  ugs. · tschechern  ugs., salopp, ostösterreichisch · ↗zechen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) einen (...) genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›betrinken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betrinken‹.

Verwendungsbeispiele für ›betrinken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch habe ich ihn zwar oft angeheitert, aber nie betrunken gesehen.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 273
Trotzdem war er so unvorsichtig, sich betrunken hinters Steuer zu setzen.
Bild, 30.11.1998
Er betrinkt sich so katastrophal, daß er für Monate aus dem Verkehr gezogen werden muß.
Der Tagesspiegel, 10.08.1998
Ich habe ihn sehr selten einmal nüchtern gesehen, eigentlich nur als kleines Kind, später war er täglich betrunken.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 56
Die unbequeme Haltung würde ihn daran hindern, sich zu betrinken.
Hermlin, Stephan: Die Zeit der Gemeinsamkeit, Berlin: Bibliothek Fortschrittlicher Deutscher Schriftsteller 1951, S. 5
Zitationshilfe
„betrinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betrinken>, abgerufen am 03.08.2020.

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