bettelarm

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbet-tel-arm
Wortzerlegungbettelnarm
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich sehr arm
Beispiele:
eine bettelarme Familie
er ist durch die Katastrophe, seine Spekulation bettelarm geworden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

betteln · Bettel · Bettelei · Bettler · bettelarm
betteln Vb. ‘um Almosen bitten, flehen’, ahd. betalōn ‘inständig bitten, flehen, betteln’ (9. Jh.), mhd. betelen ist eine Iterativbildung zu der unter ↗beten und ↗bitten (s. d.) behandelten Wortgruppe, ursprünglich ‘wiederholt bitten’, gewöhnlich um Almosen. Bettel m. ‘minderwertiges Zeug, Kram’. Die Rückbildung aus dem oben genannten Verb spätmhd. betel bezeichnet zunächst ‘das Betteln’, wird dann im Frühnhd. auf die erbettelten Sachen übertragen und steht seit dem 17. Jh. für ‘geringfügiges Zeug’. Bettelei f. (Ende 14. Jh.). Bettler m. ‘wer betteln geht’, ahd. betalāri (9. Jh.), mhd. betelære, beteler. bettelarm Adj. ‘sehr arm’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) arm · bettelarm · ↗bitterarm  ●  arm wie eine Kirchenmaus  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (es) nicht (so) dicke haben · nicht Rockefeller sein  ●  nicht auf Rosen gebettet (sein)  fig. · (sein) Geld nicht scheißen können  derb, fig. · nicht in Geld schwimmen  ugs., fig.
  • (sich) nichts zu essen kaufen können · arm sein  ●  (bei jemandem) ist Schmalhans Küchenmeister  ugs. · (den) Kitt aus den Fenstern fressen (müssen)  derb, fig. · am Hungertuch nagen  ugs. · nichts zu beißen haben  ugs.

Typische Verbindungen zu ›bettelarm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bettelarm‹.

Verwendungsbeispiele für ›bettelarm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war steinreich, er war bettelarm, er passte sich immer der Macht des Schicksals an.
Der Tagesspiegel, 24.10.2003
In diesem Gewerbe sind einige reich geworden, viele aber bettelarm.
Die Zeit, 20.04.1979, Nr. 17
Die bettelarmen Herren der Welt haben nichts mehr zu entdecken und wenig mehr zu verteilen.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2001
Als erstes Land bekommt das bettelarme Madagaskar 110 Millionen Dollar aus diesem Programm.
Die Welt, 22.06.2005
Im Gegensatz zu ihrem Mann, der bettelarm geblieben sei, habe er es zu Reichtum gebracht.
Fath, Rolf: Werke - P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22552
Zitationshilfe
„bettelarm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bettelarm>, abgerufen am 09.04.2020.

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