betteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbet-teln
Wortbildung mit ›betteln‹ als Erstglied: ↗Bettelbrief · ↗Bettelbube · ↗Bettelfrau · ↗Betteljude · ↗Bettelkind · ↗Bettelmann · ↗Bettelmantel · ↗Bettelmönch · ↗Bettelorden · ↗Bettelpack · ↗Bettelpfennig · ↗Bettelsack · ↗Bettelstab · ↗Bettelstand · ↗Bettelstolz · ↗Bettelstudent · ↗Bettelsuppe · ↗Betteltanz · ↗Bettelvogt · ↗Bettelvolk · ↗Bettelweib · ↗bettelarm
 ·  mit ›betteln‹ als Letztglied: ↗abbetteln · ↗anbetteln · ↗durchbetteln · ↗erbetteln · ↗zusammenbetteln
 ·  mit ›betteln‹ als Grundform: ↗Bettel · ↗Bettelei · ↗Gebettel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
um Almosen bitten
Beispiele:
vor den Türen, auf der Straße betteln
Betteln und Hausieren verboten!
um Almosen, ein Stückchen Brot, eine kleine Gabe betteln
die Kunst geht betteln
2.
abwertend wiederholt inständig um etw. bitten
Beispiele:
um Gnade, Verzeihung betteln
er bettelte um ihre Gunst, Liebe
da hilft kein Bitten und kein Betteln
sie bettelte in ihren Briefen, sie doch zu besuchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

betteln · Bettel · Bettelei · Bettler · bettelarm
betteln Vb. ‘um Almosen bitten, flehen’, ahd. betalōn ‘inständig bitten, flehen, betteln’ (9. Jh.), mhd. betelen ist eine Iterativbildung zu der unter ↗beten und ↗bitten (s. d.) behandelten Wortgruppe, ursprünglich ‘wiederholt bitten’, gewöhnlich um Almosen. Bettel m. ‘minderwertiges Zeug, Kram’. Die Rückbildung aus dem oben genannten Verb spätmhd. betel bezeichnet zunächst ‘das Betteln’, wird dann im Frühnhd. auf die erbettelten Sachen übertragen und steht seit dem 17. Jh. für ‘geringfügiges Zeug’. Bettelei f. (Ende 14. Jh.). Bettler m. ‘wer betteln geht’, ahd. betalāri (9. Jh.), mhd. betelære, beteler. bettelarm Adj. ‘sehr arm’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anbetteln · betteln  ●  abschmutzen  österr. · ↗schnorren  ugs. · um Geld anpumpen  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) ersuchen (zu) · ↗(um etwas) ansuchen · betteln (um) · ↗erbetteln · ↗erfragen · ↗fordern · ↗fragen (nach)  ●  ↗bitten (um)  Hauptform · ↗heischen  veraltet · ↗(jemanden um / wegen etwas) anhauen  ugs., salopp · ↗(um etwas) angehen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Almosen Autogramm Bettler Brot Einlass Futter Gabe Gegentor Gnade Kleingeld Mitleid Straßenkind Süßigkeit Vergebung abbetteln anbetteln betteln darum durchbetteln flehen förmlich herumbetteln hungern jammern regelrecht stehlen vergebens weinen winseln zusammenbetteln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man möge sie endlich ernst nehmen, betteln sie in Interviews.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2003
Wir mussten förmlich um ein Sandwich betteln, das um vier Uhr nachmittags gemacht worden war.
Bild, 14.09.2000
Zum Schluß hat er nur noch um den Tod gebettelt.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 145
Sie machen den Besitz so traurig, daß man sich unwillkürlich denkt, wie lustig es sein muß, zu betteln.
Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 196
Und ich schämte mich auf einmal, in dem fremden Lande zu betteln.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8725
Zitationshilfe
„betteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betteln>, abgerufen am 07.12.2019.

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