Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

betten

Grammatik Verb · bettet, bettete, hat gebettet
Aussprache  [ˈbɛtn̩]
Worttrennung bet-ten
Wortbildung  mit ›betten‹ als Erstglied: Bettung  ·  mit ›betten‹ als Letztglied: aufbetten · ausbetten · einbetten · umbetten
eWDG

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. sorgsam (zur Ruhe) niederlegen
Beispiele:
jmdn. zum Schlafen betten
das Kind, einen Verletzten auf Heu, ins Stroh, auf das Sofa (weich) betten
den Toten zur letzten Ruhe, in die Erde betten (= ihn begraben)
Dann … bettete er meinen Kopf auf seinen zusammengepackten Mantel [ BöllWort153]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichder ist auch nicht gerade auf Rosen gebettet (= es geht ihm nicht sonderlich gut)
der Ort ist in eine liebliche Landschaft gebettet (= ist von einer lieblichen Landschaft umgeben)
sich bettensich das Lager bereiten
Beispiel:
sprichwörtlichwie man sich bettet, so liegt, schläft man (= wie man sich sein Leben einrichtet, so muss man leben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. – betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
betten · einbetten · eingliedern · einlagern · lagern · legen  ●  einbinden  fachspr.
Synonymgruppe
(sich) betten · (sich) ins Schlafzimmer zurückziehen · (sich) zum Schlafen niederlassen · (sich) zum Schlafen zurückziehen · (sich) zur (nächtlichen) Ruhe begeben · (sich) zur Nachtruhe zurückziehen · ins Bett gehen · ins Bett kommen · pofen gehen  ●  (sich) schlafen legen  Hauptform · heia machen  Babysprache · in die Heia gehen  Kindersprache · schlafen gehen  Hauptform · (sein) Haupt betten  geh. · (sich) aufs Ohr hauen  ugs., Redensart · (sich) aufs Ohr legen  ugs., Redensart · (sich) hinhauen  ugs., salopp · (sich) hinlegen  ugs. · (sich) in Morpheus' Arme begeben  geh. · in Morpheus' Arme sinken  geh., fig. · in die Kiste steigen  ugs. · in die Pofe gehen  ugs. · zu Bett gehen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›betten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betten‹.

Verwendungsbeispiele für ›betten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir betten sie in die Weite der Tage, und sie sind stets leise gerade an den Orten zu vernehmen, die wir zurücklassen müssen. [Die Zeit, 22.08.2012, Nr. 33]
Jetzt kommt es einmal aus meinem Mund, in einen Roman gebettet. [Die Zeit, 25.08.2011 (online)]
Noch aber sind die Opfer nicht zur letzten Ruhe gebettet. [Die Zeit, 26.07.2011 (online)]
Denn bis dahin war sie keineswegs immer auf Rosen gebettet. [Süddeutsche Zeitung, 24.03.2003]
Die Herren setzten K. auf die Erde nieder, lehnten ihn an den Stein und betteten seinen Kopf obenauf. [Kafka, Franz: Der Proceß, Frankfurt a. M.: Fischer 1993 [1925], S. 235]
Zitationshilfe
„betten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betten>.

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