betten

GrammatikVerb · bettet, bettete, hat gebettet
Aussprache
Worttrennungbet-ten
Wortbildung mit ›betten‹ als Letztglied: ↗aufbetten · ↗ausbetten · ↗einbetten · ↗umbetten
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. sorgsam (zur Ruhe) niederlegen
Beispiele:
jmdn. zum Schlafen betten
das Kind, einen Verletzten auf Heu, ins Stroh, auf das Sofa (weich) betten
den Toten zur letzten Ruhe, in die Erde betten (= ihn begraben)
Dann ... bettete er meinen Kopf auf seinen zusammengepackten Mantel [BöllWort153]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichder ist auch nicht gerade auf Rosen gebettet (= es geht ihm nicht sonderlich gut)
der Ort ist in eine liebliche Landschaft gebettet (= ist von einer lieblichen Landschaft umgeben)
sich bettensich das Lager bereiten
Beispiel:
sprichwörtlichwie man sich bettet, so liegt, schläft man (= wie man sich sein Leben einrichtet, so muss man leben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu ↗Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
betten · ↗einbetten · ↗eingliedern · ↗einlagern · ↗lagern · ↗legen  ●  ↗einbinden  fachspr.
Synonymgruppe
(sein) Haupt betten · (sich) betten · (sich) ins Schlafzimmer zurückziehen · (sich) schlafen legen · (sich) zum Schlafen niederlassen · (sich) zum Schlafen zurückziehen · (sich) zur Ruhe begeben · ins Bett gehen · pofen gehen · zu Bett gehen  ●  heia machen  Kindersprache · in die Heia gehen  Kindersprache · schlafen gehen  Hauptform · (sich) aufs Ohr hauen  ugs., Redensart · (sich) aufs Ohr legen  ugs., Redensart · ↗(sich) hinhauen  ugs., salopp · ↗(sich) hinlegen  ugs. · (sich) in Morpheus' Arme begeben  geh. · in Morpheus' Arme sinken  geh., fig. · in die Kiste steigen  ugs. · in die Pofe gehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busen Daune Gebein Grabfeld Haupt Heu Kissen Leichnam Liege Matratze Nachtruhe Polster Rose Ruhe Samt Sarg Sarkophag Schotter Schoß Seide Sofa Stroh Watte abends einbetten hineinbetten umbetten weich zudecken zurückbetten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir betten sie in die Weite der Tage, und sie sind stets leise gerade an den Orten zu vernehmen, die wir zurücklassen müssen.
Die Zeit, 22.08.2012, Nr. 33
Wer gut speisen will, möchte sich hinterher passabel zur Ruhe betten.
Der Tagesspiegel, 05.11.1999
Die Herren setzten K. auf die Erde nieder, lehnten ihn an den Stein und betteten seinen Kopf obenauf.
Kafka, Franz: Der Proceß, Frankfurt a. M.: Fischer 1993 [1925], S. 235
Er legte die Arme auf den Tisch, bettete den Kopf in die Arme und begann jämmerlich zu schluchzen.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 309
An langen Straßen wurden die Toten in teilweise prächtig ausgestatteten Gräbern zur letzten Ruhe gebettet.
Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8352
Zitationshilfe
„betten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betten>, abgerufen am 14.11.2019.

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