bettlägerig

GrammatikAdjektiv
Nebenform bettlägrig · Adjektiv
Worttrennungbett-lä-ge-rig ● bett-läg-rig
formal verwandt mitLager
eWDG, 1967

Bedeutung

erkrankt zu Bett liegend
Beispiele:
er ist schon lange, seit zwei Jahren bettlägerig
sie ist bettlägerig geworden
ein bettlägeriger Patient
weil ein wiederkehrendes Unwohlsein mich öfter bettlägerig machte [Th. MannKrull8,365]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bett · betten · Bettung · bettlägerig · Bettstelle · Bettgestell
Bett n. ‘Liegestatt zum Schlafen, Federbett, Bettdecke’. Dem gemeingerm. Wort für ‘Liegestatt’ ahd. betti ‘Lager, Bett, Federbett, Beet’ (8. Jh.), mhd. bette, asächs. bed, mnd. mnl. bedde, nl. bed, aengl. bedd, engl. bed, anord. beðr m., got. badi. Herkunft ungewiß. Vielleicht liegt die Verbalwurzel ie. *bhedh- ‘stechen, besonders in die Erde stechen, graben’ zugrunde, zu der lat. fodere ‘graben’ und fossa ‘Graben’, lit. bèsti (bedù) ‘stechen, bohren, graben’, aslaw. bosti ‘stechen’, russ. bodát’ (бодать) ‘mit den Hörnern stoßen’, kymr. bedd ‘Grab’, gall. bedo- ‘Kanal, Graben’ gehören. Danach wäre germ. *badja- ursprünglich eine ‘in den Boden eingegrabene Lagerstätte, Schlafgrube’, zunächst wohl für Tiere. Die Vorstellung, wonach der Mensch seine Schlafstelle nach dem Lager eines Tieres benennt, wird von de Vries Nl. 34 bezweifelt, der Bett als ‘warme Stelle, wo man vor Kälte geschützt ist’ erklärt und etymologisch zu ↗Bad (s. d.) stellt. Den Germanen ist das Bett in seiner heutigen Gestalt unbekannt; sie schlafen auf Tierfellen, später auf Matten, bis schließlich feste Schlafbänke an den Wänden der Wohnräume aufgestellt werden, vgl. ahd. bettibret (9./10 Jh.), mhd. bettebret, asächs. beddibred ‘Bettstelle’. Das bewegliche Bett auf hölzernem Gestell, eine Erfindung der Mittelmeervölker aus klassischer Zeit, wird erst später üblich. betten Vb. ‘zur Ruhe niederlegen’, reflexiv ‘sich ein Lager bereiten’, ahd. bettōn ‘betten, ein Bett zurichten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. betten, mnd. mnl. bedden, aengl. beddian. Dazu Bettung f. zuerst Mitte des 15. Jhs. im Sinne von ‘Bett’; in dieser Bedeutung bis ins 19. Jh., zuweilen sogar noch im 20. Jh. Anfang des 17. Jhs. wird Bettung ‘feste Unterlage’ ein bis heute gültiger Fachausdruck im Bauwesen, zuerst im militärischen Bereich (Bettung der Kanonen), später im Bereich der Wasserwirtschaft (Bettung einer Schleuse); die heute häufige Bedeutung ‘Unterlage für die Gleise einer Eisenbahnstrecke’ ist seit den 40er Jahren des 19. Jhs. nachweisbar. bettlägerig Adj. ‘erkrankt zu Bett liegend’ (Mitte 16. Jh.; obd. bettligring schon Mitte 15. Jh.). Bettstelle f. ‘hölzerner oder eiserner Rahmen eines Bettes’ ist wie gleichbed. Bettgestell n. seit Anfang des 18. Jhs. belegt, voraus geht westmd. bettsteill (Mitte 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewohner Frau Großmutter Kranke Mutter Patient Rentner Rentnerin Schauspielerin Senior blind krank pflegebedürftig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bettlägerig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Tochter war für die Pflege ihrer bettlägerigen Mutter zuständig.
Die Zeit, 25.08.2006 (online)
Seit fast zehn Jahren ist sie bettlägerig, und das Sprechen würde sie zu sehr anstrengen.
Die Welt, 06.05.2005
Schon 1856 kränkelte er und war 1870 bereits mehrere Jahre bettlägerig.
Krickeberg, Dieter: Welcker. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 44457
Hierzu wird den nicht bettlägerigen Kranken möglichst ein besonderer Raum angewiesen.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 176
Er hatte eine angegriffene Gesundheit und war oft krank und bettlägerig.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 34
Zitationshilfe
„bettlägerig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bettlägerig>, abgerufen am 21.03.2019.

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