betupfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-tup-fen
Wortzerlegungbe-tupfen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. tupfend berühren
a)
um es mit einer Flüssigkeit, Creme zu bestreichen
Beispiele:
die Wunde mit Jod betupfen
Warzen mit Salpetersäure, flüssigem Stickstoff betupfen
das Gesicht (nach der Rasur) mit Salbe, Kölnisch Wasser betupfen
b)
um es mit einem Tuch zu trocknen
Beispiele:
sich [Dativ] die feuchte Stirn betupfen
den Mund mit einer Serviette betupfen
2.
etw. mit Tupfen versehen
Beispiel:
Das weiße Gewand des Kaisers war von zahllosen Fliegenspuren betupft [J. RothRadetzkymarsch120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tupfen · betupfen · Tupfer
tupfen Vb. ‘leicht an, auf etw. stoßen, tippen, anfeuchten, benetzen, mit Tupfen versehen, sprenkeln’, ahd. tuphen ‘waschen, baden, befeuchten’ (9. Jh.), frühnhd. dupffen, tüpffen ‘anfeuchten’, tupfen ‘Farbflecke machen’ (16. Jh.), dupffen, tupffen ‘flüchtig berühren’ (17. Jh.), dazu auch md. nd. dippen, tippen, aengl. dyppan ‘eintauchen’, engl. to dip und (iterativ) mnd. düppelen ‘eintauchen’, (als ōn-Verb) schwed. doppa ‘eintauchen’ stellen sich im Sinne von ‘tief machen, eintauchen’ zu der unter ↗tief (s. d.) behandelten Wurzel ie. *dheub-, *dheup- ‘tief, hohl’. Die Bedeutung ‘eintauchen’ kommt literatursprachlich im 18. Jh. außer Gebrauch, bleibt im Obd. jedoch erhalten. tupfen gerät schon früh unter den Einfluß von (obd.) stupfen ‘leicht stoßen, mit den Fingern berühren’ (s. ↗stupsen). betupfen Vb. ‘vorsichtig berühren und dabei Flüssigkeit auftragen oder aufsaugen, mit Tupfen versehen’ (Anfang 18. Jh.). Tupfer m. ‘kleiner, farbiger Fleck, Wattebausch zum Betupfen von Wunden’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger Gesicht Lippe Nase Stirn Taschentuch Wunde vorsichtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betupfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er betupfte sich seine Nase und sah anschließend auf das Blut auf seinen Händen herunter.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 244
Auch gibt das Blütenbunt, das die rotbraune Klinkermauer betupft, ein farbenfrohes Bild.
Schacht, Wilhelm: Der Steingarten und seine Welt, Ludwigsburg: Ulmer 1953, S. 24
Der Himmel sieht aus, als hätte ein Kind ihn mit Wasserfarben betupft.
Die Zeit, 05.06.1987, Nr. 24
Dann betupfen sie die Hähne mit Äther, bringen sie mit ein wenig Rum in Stimmung, befestigen Kampfsporen an ihren Beinen.
Der Tagesspiegel, 16.06.2002
Er betupft sich mit seinem großen Taschentuch noch häufiger als sonst die Stirn und wird zusehends bleicher.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 126
Zitationshilfe
„betupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/betupfen>, abgerufen am 14.12.2019.

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