beurlauben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-ur-lau-ben
Wortbildung  mit ›beurlauben‹ als Erstglied: Beurlaubung  ·  mit ›beurlauben‹ als Letztglied: zwangsbeurlauben
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. Urlaub, Freizeit geben
Beispiele:
jmdn. für ein paar Tage, zu einem bestimmten Zweck beurlauben
der Soldat war für zehn Tage nach der Heimat beurlaubt
jmdn. vorübergehend von seinen Pflichten entbinden
Beispiele:
jmdn. bis zur Klärung eines Vorfalles beurlauben
der Herzog wünsche, in seinem Kabinette den venezianischen Herrn zu beurlauben [ C. F. Meyer1,278]
2.
veraltend sich beurlaubensich verabschieden, zurückziehen
Beispiele:
er machte Miene, sich zu beurlauben
nach Tisch beurlaubte er sich
genehmigen Sie gütig, daß ich mich von Ihnen beurlaube [ LöscherAlles Getrennte232]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urlaub · beurlauben · Beurlaubung · Urlauber
Urlaub m. ‘dienst-, arbeitsfreie Zeit, Ferien’, ahd. urloub (8. Jh.), ablautend oder mit Vokalabschwächung urlub (9. Jh.) ‘Erlaubnis’, mhd. urloup, urlop, urlob ‘Erlaubnis fortzugehen, Verabschiedung, Abschied’, asächs. orlō̌f, mnd. ōrlof(t), ōrlef, ōrleve, mnl. o(o)rlof, nl. (älter) oorlof stehen neben dem unter erlauben (s. d.) behandelten Verb. Die alte Bedeutung ‘Erlaubnis’ wird bereits im Mhd. verengt auf die ‘Erlaubnis, sich zu entfernen’ (die ein Höherstehender gewährt) und in neuerer Zeit auf die ‘zeitweilige Freistellung vom Dienst’. beurlauben Vb. ‘jmdm. Urlaub geben, jmdn. vorübergehend von seinen Pflichten entbinden’ (15. Jh.), präfigierte Bildung zu in frühnhd. Zeit untergegangenem urlauben, mhd. urlouben ‘erlauben, gestatten, Erlaubnis geben, sich zu entfernen, jmdn. verabschieden, entlassen’, (reflexiv) ‘sich verabschieden’; Beurlaubung f. (Mitte 16. Jh.). Urlauber m. ‘Soldat auf Urlaub’ (19. Jh.), wahrscheinlich in Österreich aufgekommen, dann allgemein ‘wer Urlaub hat’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(vom Dienst) beurlauben · jemanden (zeitweilig) des Amtes entheben · suspendieren
Synonymgruppe
(jemandem) Urlaub geben · (jemandem) Urlaub gewähren · (jemanden) beurlauben
Assoziationen
  • (seinen) Urlaub antreten · Ferien machen · in Urlaub fahren · in Urlaub gehen · in die Ferien fahren

Typische Verbindungen zu ›beurlauben‹ (berechnet)

Bistum Bundesligist Cheflobbyist Cheftrainer Co-trainer Coach Dauer Fußball-bundesligist Fußball-drittligist Fußball-regionalligist Fußball-zweitligist Geistliche Handball-bundesligist Niederländer Pfarrer Priester Trainer Zweitligist daraufhin krankheitshalber kurzerhand sofort unbezahlt vorerst vorläufig vorübergehend zeitweilig Übungsleiter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beurlauben‹.

Verwendungsbeispiele für ›beurlauben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe vor, Sie für einen ganzen Tag zu beurlauben. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 139]
Zugleich ließ er sich mit sofortiger Wirkung von seiner bisherigen Arbeit beurlauben. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Von der Leitung des Amerikanischen Roten Kreuzes hat sie sich jetzt vorübergehend beurlauben lassen. [Die Zeit, 19.01.1996, Nr. 4]
Als das zweite Kind geboren wurde, ließ sie sich beurlauben. [Die Zeit, 21.10.1977, Nr. 43]
Für diesen Posten hatte er sich im vorigen Jahr beurlauben lassen. [Die Zeit, 11.06.1971, Nr. 24]
Zitationshilfe
„beurlauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beurlauben>.

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