beuteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbeu-teln
Wortbildung mit ›beuteln‹ als Letztglied: ↗abbeuteln · ↗ausbeuteln · ↗durchbeuteln
 ·  mit ›beuteln‹ als Grundform: ↗gebeutelt
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etw. beutelt (sich)etw. wirft Falten, wölbt sich
Beispiele:
das Kostüm, Rockfutter beutelt (sich)
er musste die Hose bügeln, weil sie an den Knien beutelte
2.
landschaftlich jmdn. schütteln
Beispiele:
jmdn. derb beuteln
jmdn. beim Zopf nehmen und beuteln
das Fieber hat ihn gebeutelt
Er packt Anna Quangel bei den Schultern ... und fängt an, sie zu beuteln [FalladaJeder stirbt401]
bildlich
Beispiel:
Er [der Staat] zwickt und beutelt dich nach Noten mit Paragraphen und Verboten [DöblinAlexanderpl.89]
3.
landschaftlich jmdm. sein Geld (listig) abnehmen
Beispiele:
man hat ihn beim Spiel ordentlich gebeutelt
Ja, heute beuteln wir dich [beim Glücksspiel], mein Sohn [FalladaWolf1,426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Beutel · beuteln · Beutelschneider · Beuteltier · Windbeutel
Beutel m. ‘Säckchen, Geldtasche’, ahd. būtil (8. Jh.), mhd. biutel ‘(Geld)tasche, Beutelsieb’, asächs. būdil, mnd. bǖdel, mnl. būdel, nl. buidel, buil, afries. būdel sowie (ohne Suffix *-ila) aengl. budda ‘Käfer, Insekt’, engl. bud ‘Knospe’, isl. budda ‘Geldbeutel’ gehören als runde, ‘aufgeschwollene’ Körper zu einer Dentalerweiterung *bud- der unter ↗Beule (s. d.) angeführten Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ wie auch zu den dort genannten verwandten Wörtern. beuteln Vb. ‘schütteln’, mhd. biuteln ‘durch ein zu einem Beutel gefaltetes Tuch sieben, schütteln und dadurch reinigen’, dann übertragen ‘sichten, klären’, (seit dem 16. Jh.) einen Menschen ‘schütteln, schlagen’ und ‘beim Spiel Geld abnehmen’ (ausgehend von der Vorstellung: den Beutel durch Schütteln leeren). Beutelschneider m. ‘Taschendieb, Gauner’, mhd. biutelsnīder, mnd. bǖdelsnīder ‘wer fremde, am Gürtel getragene Geldbeutel abschneidet’, aber auch ‘Beutler, Täschner’. Beuteltier n. Name für Angehörige einer Ordnung der Säugetiere, die ihre Jungen in einem Brutbeutel aufziehen (18. Jh.). Windbeutel m. eigentlich ‘mit Luft gefüllter (d. h. leerer) Beutel’, daher ‘leichtes, luftiges Gebäck’ (18. Jh.), häufiger im Sinne von ‘Schwätzer, Taugenichts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Aktienmarkt Autofahrer Branche Bürgerkrieg Energiekrise Finanzkrise Finanzwert Handwerk Irak-Krieg Katastrophe Konjunktur Korruptionsskandal Krise Krisis Niedergang Rezession Schicksal Schicksalsschlag Skandal Strukturkrise Sturm Turbulenz Verletzung Verletzungspech Wind Wirtschaftskrise Zusammenbruch schinden schütteln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beuteln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Schluß steht vor allem die Deutsche Bank gebeutelt da.
Der Tagesspiegel, 14.04.1998
Der Wind beutelte die Männer, mit dem Auto war nichts auszurichten.
Die Zeit, 11.10.1985, Nr. 42
Er riß und beutelte Rose hin und her, schrie, schlug, trat.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 249
Er hätte Asta jetzt gerne um die Schultern genommen und sie herzhaft gebeutelt.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 623
Die Genossenschaft kann vieles abfangen, ausgleichen; sie wird vielleicht tüchtig gebeutelt, aber nicht zu Boden geworfen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 187
Zitationshilfe
„beuteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beuteln>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beutelmeise
Beutel
Beutekunst
Beutegut
Beutegreifer
Beutelnetz
Beutelratte
Beutelschneider
Beutelschneiderei
Beutelteufel