bevor
GrammatikKonjunktion (leitet einen Zeitsatz ein, vor dessen Handlung das Hauptsatzgeschehen liegt)
Aussprache
Worttrennungbe-vor (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bevor‹ als Erstglied: ↗bevorstehen
eWDG, 1967

Bedeutung

ehe, vor dem Zeitpunkt, da
Beispiele:
er sprach den Urteilsspruch, bevor er die Zeugen vernommen hatte
dies geschah zehn Jahre, bevor er starb
ich musste es erst sehen, bevor ich es glauben konnte
noch bevor ich antwortete, war der Bote auf und davon
kurz bevor das Unwetter losbrach, erreichten wir die Schutzhütte
bevor der Zug einfährt, gehe ich nicht auf den Bahnsteig
Tür nicht öffnen, bevor der Zug hält!
bevor nicht
leitet einen Bedingungssatz ein, in dem die temporale Bedeutung der Konjunktion zurücktritt, steht vor, auch nach verneintem Hauptsatz
wenn nicht vorher
Beispiele:
bevor nicht der letzte Mann aus dem Stollen geborgen ist, gehen wir nicht von der Unglücksstelle
bevor die Schulaufgaben nicht fertig sind, dürft ihr nicht spielen
wir geben keine Ruhe, bevor nicht alle denkbaren Möglichkeiten erschöpft sind
bevor ich kein Geld habe, kann ich nichts kaufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bevor Konj. ‘ehe, früher als’. Durch Zusammenrückung von ahd. ‘bei’ und fora ‘vorher, früher’ entsteht das Adverb ahd. bifora (um 800), mhd. bevor lokal ‘vor, vorn, voraus’ (so noch in nhd. bevorstehen), temporal ‘vorher, vorhin’ (vgl. auch asächs. aengl. beforan, engl. before). Der adverbielle Gebrauch hält sich im Dt. bis ins 18. Jh. Zeitliches bevor, das häufig mit konjunktionalem ehe gekoppelt ist (… bevor, ehe …), tritt vom 16. Jh. an allmählich in den abhängigen Satz über (anfangs oft in der Formel ehe und bevor) und wird zur satzeinleitenden Konjunktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
ehe
Assoziationen
Zitationshilfe
„bevor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bevor>, abgerufen am 21.09.2017.

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