bewölken

GrammatikVerb · reflexiv
Worttrennungbe-wöl-ken
GrundformWolke
Wortbildung mit ›bewölken‹ als Letztglied: ↗dichtbewölkt · ↗leichtbewölkt · ↗starkbewölkt · ↗unbewölkt
eWDG, 1967

Bedeutung

sich mit Wolken beziehen, bedecken
Beispiele:
der Himmel, Horizont bewölkt sich
ein leicht, locker, dicht, schwer bewölkter Himmel
Meteorologie nachts bei lebhaften Südostwinden überwiegend, vorwiegend stark bewölkt
die Nacht ... eine bewölkte, mondlose [WerfelMusa Dagh451]
übertragen
Beispiele:
seine Stirn bewölkte sich (= seine Miene verfinsterte sich)
mit bewölkter Stirn nahm er die schlechte Nachricht entgegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wolke · wolkig · bewölken · bewölkt · Wolkenkratzer
Wolke f. Gebilde aus verdichtetem Wasserdampf. Die unterschiedliche Stammbildung aufweisenden westgerm. Substantive ahd. wolkan n. (8. Jh.), mhd. wolken, wulken n. (m.), daneben ahd. wolka f. (9. Jh.), mhd. wolke f. und ahd. wolko m. (9. Jh.), mhd. wolke m. n., wolk m., asächs. wolkan n., mnd. wolken n. (auch m.), wolke f., mnl. wolken n. neben mnl. wolke f., wolkene f., nl. wolk f., afries. wulken n., aengl. weolcen, wolc(e)n n. m., engl. (dichterich) welkin ‘Himmel’ (germ. *wulkna- n., *wulkō f.) gehören als schwundstufige Bildungen wahrscheinlich mit den unter ↗welk (s. d.) angegebenen Formen zu ie. *u̯elg- ‘feucht, naß’ bei einer Ausgangsbedeutung ‘die Feuchte, Nasse’, d. h. ‘die Regenhaltige’. Im Nhd. setzt sich die fem. gegen die ältere neutr. Form (bis ins 16. Jh. belegt) durch. Redensartlich aus den Wolken fallen ‘überrascht sein’ (18. Jh.), heute meist aus allen Wolken fallen. wolkig Adj. ‘mit Wolken behangen’ (15. Jh.). bewölken Vb. reflexiv ‘wolkig werden, sich verdunkeln, unfreundlich werden’ (15. Jh.), vgl. mhd. bewülken; bewölkt Part.adj. ‘wolkig, trübe’, übertragen ‘nachdenklich, sorgenvoll, unfreundlich, finster’ (17. Jh.). Wolkenkratzer m. ‘Hochhaus’, Übersetzung (Anfang 20. Jh.) der scherzhaften Bildung amerik.-engl. skyscraper, eigentlich ‘den (bzw. am) Himmel Kratzender’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alp Aufheiterung Auflockerung Gewitter Himmel Hochnebel Nebelauflösung Niederschlag Norden Nordhälfte Nordosten Nordwesten Regenfall Regenfällen Regenschauer Schauer Schauern Süden Südküste Südosten Südwesten Tagesverlauf Westhälfte auflockern bedecken neblig-trüb niederschlagsfrei regnerisch wechselnd wolkig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewölken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonst ist es gering bewölkt bis klar und es bleibt trocken.
Die Zeit, 30.09.2013 (online)
Gegen 16 Uhr bewölkte sich der Himmel, der Wind wurde rauher.
Der Spiegel, 17.09.1990
Vorm Fenster hat sich der Himmel bewölkt, die Verschleierung einer schönen, schüchternen Dame.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 63
Erst im vierten Jahr bewölkte sich der deutsche Industriehimmel, und schließlich erwies sich die ganze Spekulation mit dem Krieg als falsch.
konkret, 1984
Im Westen und längs der Küste zeitweise stärker bewölkt, aber keine erheblichen Niederschläge.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1920
Zitationshilfe
„bewölken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bewölken>, abgerufen am 19.03.2019.

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