bewaffnen

GrammatikVerb · bewaffnete, hat bewaffnet
Aussprache
Worttrennungbe-waff-nen (computergeneriert)
GrundformWaffe
Wortbildung mit ›bewaffnen‹ als Letztglied: ↗wiederbewaffnen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., sich mit Waffen versehen, ausrüsten
Beispiele:
die befreiten Gefangenen wurden sofort bewaffnet
Wollt ihr den Sohn gegen den Vater bewaffnen [G. Hauptm.Quint1,393]
sich bewaffnen
Beispiel:
die Aufständischen bewaffneten sich mit den erbeuteten Gewehren
meist im Part. Prät.
Beispiele:
ein bewaffneter Einbrecher, Spion wurde festgenommen
die bewaffneten Streitkräfte, Organe eines Staates
im Falle eines bewaffneten Angriffs, Konflikts
Politik die Regierung strebt eine bewaffnete (= verteidigungsbereite) Neutralität ihres Landes an
die Soldaten sind mit Maschinenpistolen bewaffnet
die Bauern zogen, bewaffnet mit Spießen, Sensen und Forken, gegen die fürstlichen Truppen
die Banditen waren bis an die Zähne bewaffnet
Politik was man in der Politik einen bewaffneten Frieden nennt [RaabeHungerpastorI 1,426]
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen sich mit irgendeinem Gegenstand versehen
Beispiel:
[ein Professor] der sich zu meinem Erstaunen mit einer Handharmonika bewaffnet hatte [Th. Mann11,140]
meist im Part. Prät.
Beispiele:
mit Bergstöcken, Fotoapparaten und Ferngläsern bewaffnet, stiegen die Touristen bergan
bewaffnet mit Badetasche, Strohhut und Sonnenbrille, geht der Urlauber zum Strand
etw. nur mit bewaffnetem Auge (= mit Hilfe einer Brille, Lupe, eines Fernglases) sehen können
der Satellit ist nur mit bewaffnetem Auge sichtbar
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Waffe · waffnen · bewaffnen · entwaffnen · Waffenstillstand
Waffe f. ‘Kampf-, Kriegsgerät’, gemeingerm. ursprünglich neutrales Substantiv, ahd. wāfan ‘Waffe, Schwert’ (8. Jh.), mhd. wāfen ‘Waffe, Rüstung, Zeichen auf der Waffe, dem Schild, Wappen’, asächs. wāpan ‘Waffe’, mnd. mnl. wāpen, nl. wapen, afries. wēpin, aengl. wǣp(e)n, engl. weapon, anord. vāpn, schwed. vapen, got. wēpna (Plur.), germ. *wēpna-. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten bestehen nicht, Herkunft daher unbekannt. Die Bedeutung ist ‘(Kampf)gerät’, im Mhd., Mnd. und Mnl. außerdem ‘Waffen-, Schildzeichen, Wappen’; erst seit dem 16. Jh. wird zwischen Waffen n. und ↗Wappen (s. d.) unterschieden. Der Übergang zum fem. Genus (18. Jh.) erfolgt durch Bildung eines neuen Singulars Waffe zu dem häufig im Plural gebrauchten bzw. pluralisch verstandenen neutralen Singular Waffen. waffnen Vb. ‘mit Kriegsgerät ausrüsten’, ahd. wāfanen (9. Jh.), mhd. wāfen(en), wæfen(en); bewaffnen Vb. (16. Jh.); entwaffnen Vb. ‘die Waffen wegnehmen’, mhd. entwāfen(en). Waffenstillstand m. ‘zwischen Gegnern getroffene Vereinbarung, Kampfhandlungen (vorübergehend) einzustellen’ (Anfang 18. Jh.), zuvor Stillstand (16. Jh.), Stillstand der Waffen (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
armieren · bewaffnen · ↗rüsten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Baseballschläger Buschmesser Eisenstange Gaspistole Gewehr Granatwerfer Handelsschiff Handgranat Kalaschnikow Kalaschnikow-Gewehr Knüppel Lanze Machete Maschinengewehr Maschinenpistole Messer Panzerfaust Pistole Revolver Schlagstock Schnellfeuergewehr Speeren Sturmgewehr Zahn atomar maskieren uniformieren vermummen wiederbewaffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewaffnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war gegen sie mit keiner Idee, mit keinem Glauben bewaffnet, denn Gott hatte ich verloren.
Die Zeit, 23.11.1990, Nr. 48
Wir mußten uns bewaffnen, und wir brauchten Geld, um zu überleben.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 32
Zunächst stellte sich die Musik parat, mit einer großen Trommel bewaffnet.
Warburg, Aby Moritz: Schlangenritual, Berlin: Wagenbach 1996 [1923], S. 17
Das Trio bewaffnete sich mit Messern, ging dann aufeinander los.
Bild, 11.01.2002
Sie war jetzt besser organisiert, besser bewaffnet und diszipliniert und stellte eine Macht von ernstzunehmender Stärke dar.
Tapié, Victor-Lucien: Das Zeitalter Ludwigs XIV. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2074
Zitationshilfe
„bewaffnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bewaffnen>, abgerufen am 26.03.2019.

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