beweisen

GrammatikVerb · bewies, hat bewiesen
Aussprache
Worttrennungbe-wei-sen
Wortzerlegungbe-weisen
Wortbildung mit ›beweisen‹ als Erstglied: ↗beweisbar  ·  mit ›beweisen‹ als Grundform: ↗Beweis  ·  formal verwandt mit: ↗unbewiesen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nachweisen, dass etw. so ist, wie behauptet oder vermutet wurde
Beispiele:
die Richtigkeit, Wahrheit einer Behauptung, Aussage urkundlich, dokumentarisch, durch Zeugen beweisen
er konnte seine Unschuld vor Gericht eindeutig beweisen
dem Angeklagten konnte die Tat nicht bewiesen werden
jmdm. beweisen, dass er im Irrtum, Unrecht ist
beweise mir (erst) das Gegenteil!
das soll man mir erst einmal beweisen!
das beweist noch lange nicht, dass du recht hast!
das lässt sich leicht, nur schwer, heute nicht mehr beweisen
eine bisher noch nicht bewiesene Hypothese
Und sein Geld hat Mackie Messer / Dem man nichts beweisen kann [BrechtMackie Messer]
etw. beweist etw.
Beispiele:
das vorliegende Material bewies einwandfrei die Schuld des Angeklagten
die Untersuchungen bewiesen, dass der Verantwortliche fahrlässig gehandelt hatte
diese Tatsache beweist, dass seine Vermutungen richtig waren
das Experiment hat die Stichhaltigkeit der wissenschaftlichen These überzeugend bewiesen
2.
etw., besonders eine bestimmte Eigenschaft, Fähigkeit, Empfindung, zeigen, erkennen lassen
Beispiele:
seinen Mut, Eifer, Fleiß, seine Ausdauer (durch Taten, bei jeder Gelegenheit) beweisen
er bewies bei dem Unglück große Umsicht, Kaltblütigkeit
sie hat jederzeit eine besondere Geschicklichkeit, Gewandtheit, ein besonderes Talent für diese Arbeit bewiesen
er bewies stets großes Interesse für alle auftauchenden Fragen
der Sportler bewies bei den Wettkämpfen seine absolute Überlegenheit
etw. beweist etw.
Beispiele:
ihre Kleidung, ihr Schmuck beweist, dass sie einen guten Geschmack hat
dieser Unfall beweist erneut, wie notwendig die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen ist
diese Frage, Antwort, Äußerung beweist nur, dass er das Problem noch nicht erfasst hat
sein Verhalten beweist sein mangelndes Verständnis, seine Voreingenommenheit
veraltend jmdm. etw. beweisenjmdm. etw. erweisen
Beispiele:
jmdm. Teilnahme, Achtung beweisen
jmdm. für seine jahrelang bewiesene (= erwiesene) Fürsorge, Treue danken
Ihr [Tell] habt dem Hut nicht Reverenz bewiesen [SchillerTellIII 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beweisen · Beweis
beweisen Vb. ‘(durch Zeugnisse) darlegen, glaubhaft machen, begründen, durch Handlungen zeigen’, mhd. bewīsen ‘belehren, darlegen’. Das im Mhd. schwach flektierende Verb bedeutet ‘deutlich, kundig machen’ (zu ↗weisen, s. d.), danach ‘zeigen, belegen’ in der Rechts- und weiter in der Wissenschaftssprache, seit dem 15. Jh. stark flektierend. Dazu die Rückbildung aus dem schwachen Verb Beweis m. ‘Darlegung von Gründen’, frühnhd. Bewīs ‘Rechtsspruch, Begründung’; vgl. spätmhd. bewīsunge, frühnhd. Beweisung (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Beweis erbringen (für) · (den) Nachweis erbringen · ↗aufzeigen · ↗belegen · ↗bestätigen · beweisen · ↗nachweisen · ↗zeigen
Assoziationen
Synonymgruppe
aufweisen · ↗aufzeigen · beweisen · ↗darlegen · ↗demonstrieren · ↗veranschaulichen · ↗vorlegen
Synonymgruppe
beglaubigen · ↗begründen · ↗besagen · beweisen · ↗erhärten · ↗erweisen
Synonymgruppe
beweisen · unter Beweis stellen · ↗zeigen · zeugen von  ●  Zeugnis ablegen (von)  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beispiel Existenz Fähigkeit Gegenteil Geschick Gespür Handlungsfähigkeit Humor Können Moral Mut Qualität Richtigkeit Statistik Stärke Talent Tatsache Unschuld Vergangenheit auch eindrucksvoll einmal er erneut gerade jetzt nun wir zuletzt Überlegenheit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beweisen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade in der außerparlamentarischen Opposition wird er das beweisen müssen.
Die Zeit, 11.12.2013, Nr. 50
Daß man ihnen nicht trauen darf, haben sie gründlich bewiesen.
konkret, 1980
Daß die Musik schon vor 1502 ein selbständiges Fach gewesen wäre, ist nicht zu beweisen.
Westrup, Jack Allan: Oxford. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 37641
Das beweist aber nicht, daß es als Beweismaterial vorgelegt worden ist.
o. A.: Einhundertzwölfter Tag. Dienstag, 23. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14973
Es beweist das, daß er sich auch hinterher noch bemüht hat, zum Frieden zu kommen.
o. A.: Fünfundachtzigster Tag. Dienstag, 19. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2190
Zitationshilfe
„beweisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/beweisen>, abgerufen am 23.10.2019.

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