Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bewerben

Grammatik Verb · reflexivbewirbt sich, bewarb sich, hat sich beworben
Aussprache 
Worttrennung be-wer-ben
Wortzerlegung be- werben
Wortbildung  mit ›bewerben‹ als Erstglied: Bewerber · Bewerbung  ·  mit ›bewerben‹ als Grundform: Bewerb
eWDG

Bedeutungen

1.
sich um etw. bewerbensich (durch ein Gesuch) bemühen, etw., besonders eine bestimmte Anstellung, zu erhalten
Beispiele:
sich um eine Stellung, einen Posten, ein Amt bewerben
er hat sich um die Stelle eines Buchhalters beworben
sie bewarb sich schriftlich (um eine Arbeitsstelle) bei der Bahn, Post
bewerben wollen sich nur Kräfte mit langjähriger Berufserfahrung, besten Referenzen
es hatten sich bereits mehrere Interessenten um die Wohnung beworben
die Handwerker, Kaufleute brauchten sich nicht um Arbeitsaufträge, Lieferaufträge zu bewerben
sich um jmds. Gunst, Freundschaft bewerben
Um das alte Eisen des Wrackes bewarb sich als Käufer der … Schmied [ DreyerGestrandet44]
der erste Bildhauer der Stadt … bewirbt sich um die Ehre, eine Statuette von ihm machen zu dürfen [ St. ZweigBalzac356]
2.
Beispiel:
sich um ein Mädchen, um ihre Hand bewerben (= um die Hand eines Mädchens anhalten)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch Werft und Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Werbetrommel rühren · Publicity machen für · Werbung machen · anpreisen · bewerben · promoten · propagieren · umwerben · werben  ●  hochhalten  fig. · Rummel machen um  ugs.
Assoziationen
  • (einer Sache / jemandem) Gutes nachsagen · (für jemanden) lobende Worte finden · (jemandem) ein Lob aussprechen · (jemanden) belobigen (offiziell loben) · (jemanden) lobend erwähnen · (jemanden) würdigen  ●  (jemandem) Beifall klatschen  fig. · (jemanden) loben  Hauptform · (jemanden) lobpreisen  dichterisch · (jemanden) preisen  dichterisch · (jemandem) Anerkennung zollen  geh. · (jemandem) Lob zollen  geh. · (jemanden) benedeien  geh., veraltet, religiös · (jemanden) rühmen  geh. · (sich über jemanden) anerkennend äußern  geh.
Synonymgruppe
(mit jemandem) konkurrieren · (sich) anbieten · (sich) aufstellen lassen · (sich) bewerben · (sich) zur Wahl stellen · antreten · aufgestellt werden · kandidieren  ●  (seinen) Hut in den Ring werfen  fig. · aspirieren  österr. · (sich) andienen  geh.
Synonymgruppe
(die) Werbetrommel rühren · (ein Produkt) bewerben · Reklame machen · Werbung machen (für) · werben für  ●  (die) Trommel rühren (für)  fig. · (die) Trommel schlagen (für)  fig. · trommeln (für)  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Stellenanzeigen abklappern · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungs-Schönsprech) · (sich) bewerben · (sich) etwas Neues suchen · Bewerbung schreiben · arbeitssuchend (sein) (lebenslauftypische Floskel) · auf Jobsuche (sein) · auf Stellensuche (sein) · im Bewerbungsmarathon (sein)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bewerben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewerben‹.

Verwendungsbeispiele für ›bewerben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beworben hatte er sich per Post – er hat keinen Computer. [Bild, 16.02.2006]
Beworben hatten sich um den lukrativen Auftrag 95 Büros, fünf kamen in die engere Wahl. [Der Tagesspiegel, 11.04.2005]
Hiermit bewerbe ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle. [Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 91]
Er bewarb sich so dringend um unser Haus, daß er es nun erhalten soll. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 450]
Sie hatte sich nicht zu bewerben, man buhlte um sie. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Zitationshilfe
„bewerben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bewerben>.

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