Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bewilligen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-wil-li-gen
Wortzerlegung be- willigen
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. Beantragtes amtlich gewähren, zubilligen
Beispiele:
die geforderte Unterstützung, Beihilfe, Entschädigung wurde ihm ohne weiteres, anstandslos, in voller Höhe bewilligt
dem Kaufmann wurde ein Kredit, dem Studenten wurde ein Stipendium bewilligt
die für den Bau benötigten Summen, Mittel müssen vom zuständigen Ministerium bewilligt werden
die bewilligte Gehaltserhöhung tritt rückwirkend in Kraft
Kaufmannssprachewir bewilligen 2% Skonto, Rabatt
dem Mitarbeiter ist eine Kur bewilligt worden
dem Verurteilten kann Strafaufschub bewilligt werden
sein Gesuch, Antrag wurde von der Behörde nicht bewilligt (= genehmigt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wille · willfahren · willfährig · willig · willkommen · bewilligen · einwilligen
Wille m. ‘feste Absicht, Vorsatz, auf ein Ziel gerichtetes Streben und Trachten, Verlangen’, ahd. willo (8. Jh.), mhd. wille, asächs. willio, mnd. mnl. wille, nl. wil, aengl. willa, engl. will, anord. vili, schwed. vilja, got. wilja, germ. *weljan-, Abstraktum zu der unter wollen2 (s. d.) angegebenen Wurzel. willfahren Vb. ‘jmds. Willen tun’ (16. Jh.), willenvarn (15. Jh.), aus mhd. eines willen vāren; zu mhd. vāren ‘feindlich trachten, nachstellen, streben, fürchten’ (s. Gefahr). Doch bereits in der mhd. Fügung erfolgt Anschluß an mhd. varn ‘fahren’; daher (vereinzelt) auch starke Flexion (willfuhr, noch Ende 18. Jh.). willfährig Adj. ‘willig, bereit, gefällig’ (16. Jh.). willig Adj. ‘bereit, gefällig’, ahd. willīg (8. Jh.), mhd. willec, willic; Grundwort in Adjektivkomposita seit ahd. Zeit, vgl. gutwillig, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic. willkommen Part.adj. ‘gern gesehen’, mhd. wille-, wilkomen. Im zweiten Wortteil wohl gebildet zu der Partizipialform von kommen. Vgl. ahd. willikomo m. (10. Jh.), mhd. willekome Adj. bewilligen Vb. ‘zugestehen, erlauben’ (15. Jh.). einwilligen Vb. ‘zustimmen, sein Einverständnis geben’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Mittel) bewilligen · (einen) Haushaltstitel einrichten (erstellen / anlegen / erzeugen...) für · Ausgaben einplanen · in den Haushalt einstellen · vorsehen
Assoziationen
Synonymgruppe
bereitstellen · bewilligen (Geld) (für)
Synonymgruppe
(eine) Möglichkeit schaffen · autorisieren · bewilligen · erlauben · ermöglichen · gestatten · gewähren · lassen · lizenzieren · möglich machen · zulassen  ●  den Weg frei machen  fig. · den Weg freimachen  fig. · legalisieren  juristisch · sanktionieren  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›bewilligen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewilligen‹.

Verwendungsbeispiele für ›bewilligen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man nimmt an, daß jetzt die Regierung geneigter als früher sein werde, die nicht sehr beträchtlichen Mittel zu bewilligen. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 08.03.1907]
Erst haben sie alle Nein gesagt, dann haben sie alle Ja gesagt – jetzt ist das Ding bewilligt. [Tucholsky, Kurt: Schiffstaufe. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 20995]
Es wurden mir 21 Tage bewilligt, mehr auf einmal kann nicht genehmigt werden. [Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 01.05.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0079]
Das dazu nötige Geld ist bewilligt und die Arbeiten sind im Gange. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 11.03.1924]
In drei Monaten lagen ganze vier Anträge auf Befreiung vor, zwei wurden abgelehnt, zwei bewilligt. [Die Zeit, 18.12.2006, Nr. 50]
Zitationshilfe
„bewilligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bewilligen>.

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