Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bewirtschaften

Grammatik Verb · bewirtschaftet, bewirtschaftete, hat bewirtschaftet
Aussprache 
Worttrennung be-wirt-schaf-ten
Wortzerlegung be- wirtschaften
Wortbildung  mit ›bewirtschaften‹ als Erstglied: Bewirtschafter · Bewirtschaftung  ·  formal verwandt mit: unbewirtschaftet
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., besonders einen landwirtschaftlichen Betrieb, eine Gaststätte, leitend und wirtschaftend versorgen
Beispiele:
einen Bauernhof gut, rentabel, vorbildlich, schlecht bewirtschaften
im Kriege musste die Bäuerin den Hof allein bewirtschaften
ein ehemaliger Kellner bewirtschaftet die Kantine, Gaststätte im Bahnhof
das Ausflugslokal, die Berghütte wird nur im Sommer, Winter bewirtschaftet (= ist nur im Sommer als Gaststätte geöffnet)
die Touristen machten in einer bewirtschafteten Baude Rast
Begründet wurde es [das Hotel] von einem Wiener Ehepaar, von dem es musterhaft bewirtschaftet wird [ Rosegger5,72]
ein Gebiet, besonders eine landwirtschaftliche Nutzfläche, bestellen, bearbeiten
Beispiele:
die Äcker, Felder mit modernen Maschinen, nach einem genauen Plan bewirtschaften
jede Feldbaubrigade hat eine bestimmte Hektarfläche zu bewirtschaften
sie besitzen … ein hübsches Stück Land, das sie gemeinsam bewirtschaften [ G. Hauptm.SonnenaufgangII]
2.
den Verkauf, das Vergeben von etw., das nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, nach bestimmten Gesichtspunkten staatlich regeln
Beispiele:
in der frühen Nachkriegszeit mussten zahlreiche Waren, Produkte bewirtschaftet (= rationiert) werden
den Wohnraum bewirtschaften
WirtschaftDevisen bewirtschaften (= den Verkehr mit Devisen regeln)
die Vermittlung eines vom Wohnungsamt bewirtschafteten Zimmers [ Tageszeitung1957]

Thesaurus

Synonymgruppe
betreiben · bewirtschaften

Typische Verbindungen zu ›bewirtschaften‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewirtschaften‹.

Verwendungsbeispiele für ›bewirtschaften‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich sagte schon, es gibt in unserem Dorf keinen Arbeiter, dessen Frau daheim nicht ein Stück Land bewirtschaftet. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 625]
Es "darf" sie nur bewirtschaften – ohne Kosten für den Bund. [Die Zeit, 09.08.1996, Nr. 33]
Seit 1984 sackte die Produktion ab, Hunderttausende wurden arbeitslos, Farmen nicht bewirtschaftet. [Die Zeit, 12.06.1987, Nr. 25]
Ich habe mich nicht dazu verstanden, wohl wissend, daß nichts so sehr den Mangel erzeugt, als ihn zu bewirtschaften. [Die Zeit, 19.06.1958, Nr. 25]
Und daraus ergibt sich wiederum der Zwang, zu lenken, zu planen, zu bewirtschaften; mag diese Methode noch so unproduktiv sein. [Die Zeit, 15.01.1951, Nr. 03]
Zitationshilfe
„bewirtschaften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bewirtschaften>.

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