Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

bezwecken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung be-zwe-cken
Grundformzwecken
eWDG

Bedeutung

einen Zweck verfolgen, etw. zu erreichen suchen
siehe auch Zweck
Beispiele:
durch eine bestimmte Handlungsweise etw. (bei jmdm.) bezwecken
was bezweckst du mit dieser Frage, mit deinem Besuch, solchen Behauptungen?
jmd. hat das Gegenteil von dem erreicht, was er bezweckte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweck · bezwecken · zwecklos · zweckmäßig · zwecks
Zweck m. ‘Ziel, Absicht, Sinn’, ahd. zwec, zwecki ‘Nagel, Pflock’ (um 800), mhd. zwec, zwic ‘Nagel, Stift aus Holz oder Eisen’, frühnhd. zweck, zwick ‘Nagel, Keil’, auch ‘Zwickel, zwickelartige Falte an einem Kittel’. Nur im Hd. heimisches Wort; von daher stammen nl. zwik ‘Nagel, Zapfen, Keil’, mnd. swick ‘Zapfen, Keil’ und (vielleicht über das Mnd.) schwed. svicka ‘Zapfen’. Herkunft unklar. Für die gewöhnlich angenommene Verwandtschaft (auf Grund des Anlauts) mit Zweig und zwei (s. d.) gibt es keinen hinreichenden Grund (ein vereinzelter Beleg zweck ‘Zweig’ aus dem 16. Jh. ist ungewöhnlich und nicht tragfähig). Im 15./16. Jh. bezeichnet Zweck den Befestigungsnagel der Zielscheibe beim Schießen (mit Armbrust oder Büchse); dieser gilt oft selbst als Ziel (vgl. den Zweck treffen, 16. Jh.). Von daher seit dem 17. Jh. übertragen ‘Ziel, Absicht, Beweggrund, erkennbarer Sinn’. Die Bedeutung ‘Nagel’ wird von Zwecke (s. d.) übernommen (18. Jh.). bezwecken Vb. ‘beabsichtigen, zu erreichen suchen’ (18. Jh.). zwecklos Adj. ‘sinnlos, ohne Aussicht auf Erfolg, nutzlos’, seltener auch ‘ziel-, planlos’ (18. Jh.). zweckmäßig Adj. ‘dem Zweck entsprechend, angebracht, geeignet’ (18. Jh.). zwecks Präp. ‘zum Zwecke, mit dem Ziel’ (19. Jh.), behördensprachliche Bildung nach Mustern wie behufs, mittels u. ä.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · abzielen (auf) · anpeilen · anstreben · anvisieren · bezwecken · darauf aus sein (zu + Infinitiv) · erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · im Sinn(e) haben · ringen um · streben nach · vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (etwas) im Schilde führen  negativ · (sich etwas) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · abstellen (auf)  geh. · hinter etwas her sein  ugs. · sinnen (auf)  geh., veraltend · trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bezwecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bezwecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›bezwecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese bezweckt den »Austausch geistiger Werte mit den stammverwandten Völkern des Nordens«. [o. A.: 1935. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 27778]
Das allerdings ginge wiederum nur auf Kosten der bezweckten sozialen Versorgung. [konkret, 1991]
Das Abkommen gilt nur für das Jahr 1959, und bezweckt eine Entwicklung des nichtliberalisierten Handels zwischen den beiden Ländern. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1959]]
Er bezwecke nur die Erhaltung der türkischen Sicherheit in Dingen, die im Pakt erwähnt sind. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Wer steckt hinter dem Fund – und was will er damit bezwecken? [Die Zeit, 04.11.2002, Nr. 44]
Zitationshilfe
„bezwecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bezwecken>.

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