bezwecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-zwe-cken (computergeneriert)
Grundformzwecken
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Zweck verfolgen, etw. zu erreichen suchen
siehe auch Zweck
Beispiele:
durch eine bestimmte Handlungsweise etw. (bei jmdm.) bezwecken
was bezweckst du mit dieser Frage, mit deinem Besuch, solchen Behauptungen?
jmd. hat das Gegenteil von dem erreicht, was er bezweckte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweck · bezwecken · zwecklos · zweckmäßig · zwecks
Zweck m. ‘Ziel, Absicht, Sinn’, ahd. zwec, zwecki ‘Nagel, Pflock’ (um 800), mhd. zwec, zwic ‘Nagel, Stift aus Holz oder Eisen’, frühnhd. zweck, zwick ‘Nagel, Keil’, auch ‘Zwickel, zwickelartige Falte an einem Kittel’. Nur im Hd. heimisches Wort; von daher stammen nl. zwik ‘Nagel, Zapfen, Keil’, mnd. swick ‘Zapfen, Keil’ und (vielleicht über das Mnd.) schwed. svicka ‘Zapfen’. Herkunft unklar. Für die gewöhnlich angenommene Verwandtschaft (auf Grund des Anlauts) mit ↗Zweig und ↗zwei (s. d.) gibt es keinen hinreichenden Grund (ein vereinzelter Beleg zweck ‘Zweig’ aus dem 16. Jh. ist ungewöhnlich und nicht tragfähig). Im 15./16. Jh. bezeichnet Zweck den Befestigungsnagel der Zielscheibe beim Schießen (mit Armbrust oder Büchse); dieser gilt oft selbst als Ziel (vgl. den Zweck treffen, 16. Jh.). Von daher seit dem 17. Jh. übertragen ‘Ziel, Absicht, Beweggrund, erkennbarer Sinn’. Die Bedeutung ‘Nagel’ wird von ↗Zwecke (s. d.) übernommen (18. Jh.). bezwecken Vb. ‘beabsichtigen, zu erreichen suchen’ (18. Jh.). zwecklos Adj. ‘sinnlos, ohne Aussicht auf Erfolg, nutzlos’, seltener auch ‘ziel-, planlos’ (18. Jh.). zweckmäßig Adj. ‘dem Zweck entsprechend, angebracht, geeignet’ (18. Jh.). zwecks Präp. ‘zum Zwecke, mit dem Ziel’ (19. Jh.), behördensprachliche Bildung nach Mustern wie ↗behufs, ↗mittels u. ä.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · ↗(etwas) fixieren · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  ↗(erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · trachten nach  geh., veraltend · willens sein  geh.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) kümmern · ↗(sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · ↗(sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · ↗(etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • anpeilen · ↗ausrichten · ↗zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufrechterhaltung Ausdehnung Beseitigung Erhaltung Festigung Gegenteil Grundstücke Milderung Provokation Schaffung Schutz Sicherung Umwandlung Vereinheitlichung Verfälschung Vergehen Verhinderung Vernichtung Veräußerung Vorstoß Wahrung bewirken damit eigentlich genau hauptsächlich keineswegs lediglich letztlich was

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bezwecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch zuletzt bezweckt der Terror nur die Verbreitung des Schreckens.
Die Welt, 11.06.2003
Was will er denn, was bezweckt er, wo führt er uns denn hin?
Süddeutsche Zeitung, 10.12.1997
Diese bezweckt den »Austausch geistiger Werte mit den stammverwandten Völkern des Nordens«.
o. A.: 1935. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 27778
Was Phil auch immer bezwecken mochte, es mußte wichtig sein.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 29
Was sie bezwecken sollen und auch wohl bewirken, ist der Schutz gegen groben, offensichtlichen Betrug.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 105
Zitationshilfe
„bezwecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bezwecken>, abgerufen am 19.03.2019.

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