bezweifeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-zwei-feln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bezweifeln‹ als Erstglied: ↗Bezweifelung · ↗Bezweiflung · ↗bezweifelbar
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. anzweifeln, in Frage stellen
Beispiele:
die Glaubwürdigkeit, den Nutzen einer Sache (stark) bezweifeln
jmds. Fähigkeiten, Aussagen bezweifeln
Ihre Angaben werden bezweifelt
aber je öfter er sie [die Geschichten] hörte, desto mehr bezweifelte er, daß alle auf Wahrheit beruhten [Kellerm.Totentanz186]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter ↗zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter ↗falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) misstrauen · Zweifel hegen · ↗anzweifeln · ↗beargwöhnen · bezweifeln · ↗in Frage stellen · in Zweifel ziehen · ↗infrage stellen · kaum glauben können (was man sieht) · kaum glauben können (was man zu hören bekommt) · nicht glauben (wollen) · skeptisch sein · zweifeln (an)  ●  (jemandem etwas) nicht abnehmen  ugs. · ins Reich der Fabeln verweisen  geh. · ↗nicht (so) recht glauben (wollen)  ugs.
Assoziationen
  • anrüchig · ↗fragwürdig · ↗halbseiden · nicht vertrauenswürdig · ↗obskur · ↗ominös · ↗undurchsichtig · ↗windig · ↗zweifelhaft · ↗zwielichtig  ●  ↗dubios  Hauptform · ↗dunkel  fig. · ↗lichtscheu  fig. · nicht (ganz) koscher  ugs.
  • darf man bezweifeln · ↗fraglich · ↗fragwürdig · kann bezweifelt werden · nicht einleuchtend · ohne Wahrheitsgehalt · ↗unglaubhaft · ↗unglaublich · ↗unplausibel · ↗zweifelhaft  ●  ↗unglaubwürdig  Hauptform · weder Hand noch Fuß haben  fig. · das kann mir (doch) keiner erzählen(, dass ...)!  ugs., Spruch · nichts dran  ugs.
  • argwöhnen · ↗beargwöhnen · ↗misstrauen · ↗verdächtigen · zweifeln  ●  ↗präsumieren  geh.
  • (ja) Herrschaftszeiten (noch einmal)! · (ja) ist das (denn) die Möglichkeit! · nicht zu glauben! · nun hör sich das einer an!  ●  (ja) isses denn möglich!  ugs. · das darf nicht wahr sein!  ugs. · das muss man sich mal vorstellen!  ugs., Spruch · nein, wie isses nun bloß möglich!  geh. · wie isses nu(n) bloß zu fassen!  ugs.
  • man glaubt es nicht (aber) · man will es kaum glauben · ↗unglaublich (aber)  ●  Man hat schon Pferde kotzen sehen (, direkt vor der Apotheke).  ugs. · Sachen gibt's (, die gibt's gar nicht)!  ugs. · kaum zu glauben, aber wahr  ugs. · was sagt man dazu!?  ugs.
  • (das) kannst du dir nicht vorstellen · nicht zu fassen · nicht zu glauben · ↗unfassbar · ↗unfasslich · ↗unglaublich  ●  nein so etwas!  ugs.
  • (etwas) bemerken · ↗(jemandem) auffallen · (jemanden) aufhorchen lassen · (jemanden) stutzen lassen · aufmerksam werden (auf) · hellhörig werden · stutzig werden
  • Zweifel anmelden · sich skeptisch äußern  ●  (etwas) mit einem Fragezeichen versehen  fig.
Synonymgruppe
(etwas) bezweifeln · (etwas) nicht glauben können · ↗(jemandem) kommen (erhebliche) Zweifel · Das wage ich zu bezweifeln.  ●  (auch) auf die Gefahr hin, Ihnen zu nahe zu treten, (möchte ich dennoch sagen ...)  geh., variabel · (das) kann zutreffen, oder auch nicht  ugs., variabel · Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (Zitat)  geh. · Ich will dir nicht zu nahe treten (aber ...)  ugs., floskelhaft · Wer's glaubt, wird selig.  ugs., Redensart · ich hab (da so) meine Zweifel  ugs. · wer weiß, ob das stimmt...  ugs.
Assoziationen
  • hoffentlich behältst du recht · hoffentlich hast du recht  ●  wir wollen das Beste hoffen  variabel · (na dann) dreimal (schnell) auf Holz geklopft!  ugs. · dein Wort in Gottes Ohr  ugs. · toi toi toi  ugs. · wenn du dich da mal nicht irrst  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Aussagekraft Beobachter Branchenkenner Echtheit Eignung Ernsthaftigkeit Experte Fachleute Glaubwürdigkeit Insider Kenner Kritiker Notwendigkeit Nutzen Rechtmäßigkeit Richtigkeit Seriosität Skeptiker Verfassungsmäßigkeit Wahrheitsgehalt Wirksamkeit allerdings ernsthaft füglich genau getrost indes jedoch zudem

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bezweifeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass er von dem Geld jemals etwas sehen wird, bezweifelt er.
Die Zeit, 28.06.2010, Nr. 26
Aber ob das ausschließlich eine Frage der Leistung ist, möchte ich bezweifeln.
Der Tagesspiegel, 28.05.2005
Ich fragte nicht mehr nach den heldenhaften Taten der Kommunisten; ich bezweifelte sie.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 105
Ob ein Ulk, wie wir ihn unternahmen, schon vorgekommen war, bezweifle ich.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7710
Ob ich es damit für andere bewiesen habe, muß ich allerdings bezweifeln.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„bezweifeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bezweifeln>, abgerufen am 18.08.2019.

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