bezweifeln

Grammatik Verb · bezweifelt, bezweifelte, hat bezweifelt
Aussprache 
Worttrennung be-zwei-feln
Wortzerlegung be- Zweifel, be- zweifeln
Wortbildung  mit ›bezweifeln‹ als Erstglied: Bezweifelung · Bezweiflung · bezweifelbar
eWDG

Bedeutung

etw. anzweifeln, in Frage stellen
Beispiele:
die Glaubwürdigkeit, den Nutzen einer Sache (stark) bezweifeln
jmds. Fähigkeiten, Aussagen bezweifeln
Ihre Angaben werden bezweifelt
[…] aber je öfter er sie [die Geschichten] hörte, desto mehr bezweifelte er, daß alle auf Wahrheit beruhten […] [ Kellerm.Totentanz186]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zweifel · zweifeln · bezweifeln · verzweifeln · zweifelhaft
Zweifel m. ‘Bedenken an der Richtigkeit (eines Sachverhalts, einer Tat, einer Entscheidung)’, ahd. zwīfal, zwīval m. n. ‘Ungewißheit, Bedenken’ (8. Jh.), mhd. zwīvel m. ‘Ungewißheit, Unsicherheit, Wankelmut, Untreue, Verzweiflung’, mnd. twīfel m. n., mnl. twīvel, twīfel m., nl. twijfel m., got. tweifls m. (oder tweifl n.) ist Substantivierung des Adjektivs ahd. zwīfal, zwīval (8. Jh.), mhd. zwīvel, frühnhd. zweifel ‘ungewiß, unentschieden, strittig, ungläubig’ (bis 16. Jh., dann durch zweifelhaft, s. unten, abgelöst) und (als ja/jō-Stamm) ahd. zwīfali, zwīvali (8. Jh.), asächs. twīfli ‘zweifelnd’. Es handelt sich bei germ. *tweifla- um ein Kompositum, dessen erstes Glied sich an ie. *du̯ei-, Kompositionsform der unter zwei (s. d.) dargestellten Grundform, anschließt. Das zweite Kompositionsglied entspricht ie. *plo-, einer Form der unter falten (s. d.) genannten Wurzel ie. *pel- ‘falten’. Zu ie. *du̯eiplo- gehören germ. *tweifla- ‘einen zweigeteilten Sinn habend’, eigentlich ‘(unsicher bei) zweifach(er Möglichkeit)’, mir. dīabul ‘zweifach, doppelt’ und zu ie. *du̯iplo- griech. diplóos (διπλόος), lat. duplus ‘zweifach, doppelt’. Schwed. tvivel und dän. tvivl sind Entlehnungen aus dem Mnd. zweifeln Vb. ‘unsicher sein, nicht von der Richtigkeit eines Sachverhalts überzeugt sein’, ahd. zwīfalen (8. Jh.), mhd. zwīvel(e)n ‘in Ungewißheit sein, wankelmütig, untreu werden, verzagen, jmdn. in Verdacht haben’, asächs. twīflian, mnd. twīfelen, mnl. twīvelen, got. tweifljan neben ahd. zwīfalōn (8. Jh.), asächs. twīflon. bezweifeln Vb. ‘mit Zweifeln bedenken, nicht an die Richtigkeit glauben’, mhd. bezwīveln. verzweifeln Vb. ‘verzagen, die Hoffnung auf Besserung verlieren’, mhd. verzwīveln ‘die Hoffnung aufgeben’. zweifelhaft Adj. ‘ungewiß, fraglich, bedenklich’, mhd. zwīvelhaft.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) misstrauen · (etwas) hinterfragen · Zweifel hegen · anzweifeln · beargwöhnen · bezweifeln · in Frage stellen · in Zweifel ziehen · infrage stellen · kaum glauben können (was man sieht) · kaum glauben können (was man zu hören bekommt) · nicht glauben (wollen) · skeptisch sein · zweifeln (an)  ●  (etwas) in das Reich der Fabel verweisen  geh. · (jemandem etwas) nicht abnehmen  ugs. · nicht (so) recht glauben (wollen)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) bezweifeln · (etwas) nicht glauben können · (jemandem) kommen (erhebliche) Zweifel  ●  (auch) auf die Gefahr hin, Ihnen zu nahe zu treten, (möchte ich dennoch sagen ...)  geh., variabel · (das) kann zutreffen, oder auch nicht  ugs., variabel · Das wage ich zu bezweifeln.  ugs., floskelhaft · Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (Zitat)  geh. · Ich will dir nicht zu nahe treten (aber ...)  ugs., floskelhaft · Wer's glaubt, wird selig.  ugs., Redensart · ich hab' da so meine Zweifel  ugs. · wer weiß, ob das stimmt...  ugs.
Assoziationen
  • hoffentlich behältst du recht · hoffentlich hast du recht · inschallah  ●  (wir wollen) das Beste hoffen  variabel · (na dann) dreimal (schnell) auf Holz geklopft!  ugs. · dein Wort in Gottes Ohr  ugs. · toi toi toi  ugs. · wenn du dich da mal nicht irrst  ugs.
  • dahin stehen (ob) · unsicher  ●  (das) wissen die Götter  fig. · auf wackeligen Füßen stehen(d)  fig., variabel · fraglich (sein)  Hauptform · wackelig  fig. · (das) sei mal dahingestellt  ugs. · (sich) nicht so sicher (sein)  ugs. · Nichts Genaues weiß man nicht.  ugs., Spruch, scherzhaft · da wäre ich (mir) nicht (so) sicher  ugs., Spruch · das ist die Frage!  ugs., variabel · in den Sternen stehen(d)  ugs., fig. · kann man nicht wissen  ugs. · mit Vorsicht zu genießen  ugs. · wage ich zu bezweifeln  ugs. · weiß keiner so genau  ugs.

Typische Verbindungen zu ›bezweifeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bezweifeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›bezweifeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich fragte nicht mehr nach den heldenhaften Taten der Kommunisten; ich bezweifelte sie. [Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 105]
Ich bezweifle, daß ein Tag ausreicht, um darüber gründlich zu sprechen. [Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 60]
Ob eine solche ausschließlich soziologische Interpretation zur Erklärung ausreicht, darf man füglich bezweifeln. [Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 182]
Niemand bezweifelt, daß wir schlafend geträumt haben können, ohne nach dem Erwachen davon zu wissen. [Klages, Ludwig: Der Geist als Widersacher der Seele, 3. Band, Teil 1: Die Lehre von der Wirklichkeit der Bilder, Leipzig: Barth 1932, S. 742]
Dass Reformen überfällig sind, wird kaum einer der französischen Lehrer bezweifeln. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Zitationshilfe
„bezweifeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bezweifeln>.

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