bibbern

Grammatik Verb
Worttrennung bib-bern
Wortbildung  mit ›bibbern‹ als Letztglied: Gebibber
eWDG

Bedeutung

salopp zittern
Beispiele:
vor Angst, Erregung bibbern
der ganze Körper bibbert
eine bibbernde Stimme
Der Blöde hockte nahe beim Ofen und bibberte leise vor Kälte [ BöllWort42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beben · bebbern · bibbern · erbeben · Beben · Erdbeben
beben Vb. ‘heftig zittern’, ahd. bibēn ‘beben, zittern’ (9. Jh.), mhd. biben, asächs. biƀon, bibōn, mnd. mnl. bĕven, nl. beven, afries. bevia, bivia, aengl. bifian, anord. bifa erweisen sich als reduplizierende Bildungen (germ. *bibai-) zur Wurzel ie. *bhōi-, *bhəi- ‘sich fürchten’. Die Reduplikation stammt wie in aind. bibhḗti ‘fürchtet sich’ vermutlich aus einer alten Perfektform. Das -e- der ersten Silbe in nhd. beben setzt sich im 16. Jh. mit Luthers Bibelübersetzung durch und ist nd. Ursprungs, vgl. mnd. mnl. bēven ‘zittern, beben’. Mundartliche, besonders nd. Formen, wie iteratives bebern und bibbern, dringen ins Hd., vgl. nhd. bebbern, bibbern (Anfang 19. Jh.), auch nl. bibberen. erbeben Vb. ‘heftig erzittern, erregt werden’, ahd. irbibēn ‘erbeben, erzittern’ (10. Jh.), mhd. erbiben. Beben n. ‘Erschütterung der Erdoberfläche’, in der Geologie als gekürzte Form von Erdbeben seit der 1. Hälfte des 20. Jhs. gebräuchlich. Zur genaueren Bezeichnung dienen die Komposita Erd-, See-, Fernbeben. Erdbeben n. ‘Erschütterung der Erdkruste’, vgl. ahd. erdbibunga, erdbiba (9. Jh.), mhd. ertbibunge, ertbibe, asächs. erðbiƀunga, mnd. ērtbēvinge, mnl. erdbevinge, aengl. eorþbyfung. Im Mhd. (md.) erscheint der substantivierte Infinitiv im Kompositum ertbiben; Luther verwendet Erdbeben neben Erdbebung.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) fürchten · (sich) fürchten · (sich) ängstigen · Angst haben (vor / dass) · bangen · befürchten  ●  (das) Herz in der Hose (haben / tragen)  veraltend · (jemandem) bang(e) (zumute) sein  veraltet · vor etwas Gamaschen haben  veraltet · (den) Flattermann kriegen  ugs. · (die) Hosen gestrichen voll haben  ugs., Verstärkung · (die) Hosen voll haben  ugs. · (jemandem) geht der Arsch auf Grundeis  derb · (jemandem) geht der Arsch mit Grundeis  derb · (jemandem) geht die Düse  derb · (jemandem) geht die Muffe (1 zu 1000)  ugs. · Muffensausen haben  ugs. · Schiss inne Buchs haben  ugs., regional · bibbern  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) schlottern die Knie · (vor Kälte) bibbern · am ganzen Körper zittern · erbeben · erschaudern · erschauern · erzittern · schaudern · schauern · weiche Knie haben · zittern  ●  schuckern  regional · (vor Angst) schlottern  ugs. · gebeutelt werden  ugs. · zittern wie Espenlaub  ugs., Verstärkung
Synonymgruppe
(eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) kalt sein · (jemandem) kalt werden · (vor Kälte) schlottern · frieren · frösteln · mit den Zähnen klappern · vor Kälte zittern  ●  bibbern  ugs. · frieren wie ein Schneider  ugs. · schnattern  ugs. · schuckern  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bibbern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bibbern‹.

Verwendungsbeispiele für ›bibbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun zog die Wirklichkeit die Decke weg, und wir bibbern gemeinsam in einem schlingernden Boot. [Süddeutsche Zeitung, 10.04.2004]
So mitleidig kann keiner mit dem Kinn bibbern wie er. [Süddeutsche Zeitung, 05.01.2004]
Dann wieder dröhnt und bibbert er, daß man davonlaufen möchte. [Die Zeit, 20.09.1985, Nr. 39]
Aber schon heute soll es kälter werden, obwohl die angekündigten acht Grad uns noch nicht bibbern lassen. [Die Welt, 27.11.2003]
Aber was, wenn sie seine Rede gar nicht erst bemerken, da sie selber bibbern in der feuchten Morgenkälte? [Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 13]
Zitationshilfe
„bibbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bibbern>.

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