bildungsfern

Grammatik Adjektiv · Komparativ: bildungsferner · Superlativ: am bildungsfernsten, Steigerung selten
Worttrennung bil-dungs-fern
Wortzerlegung Bildungfern
Wortbildung  mit ›bildungsfern‹ als Grundform: ↗Bildungsferne2
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

bildungssprachlich, gelegentlich abwertend ungebildet, von mangelhafter (schulischer) Bildung; an herkömmlicher (schulischer) Bildung und deren Inhalten uninteressiert
Gegenwort zu bildungsnah
Kollokationen:
als Adjektivattribut: bildungsferne Schichten, Elternhäuser, Familien, Migrantenfamilien, Haushalte, Milieus
in Koordination: bildungsfern und einkommensschwach, arm, schwach, benachteiligt
Beispiele:
Wer das Pech hat, in eine bildungsferne Familie geboren zu sein, hat wenig Chancen, den Startvorsprung seiner Altersgenossen mit gebildeten Eltern im Laufe seines Lebens aufzuholen. [Der Spiegel, 05.05.2014, Nr. 19]
Man könnte meinen, die soziale Schicht und der Bildungsgrad der Eltern spielten bei dem Ankommen im Land die entscheidendere Rolle, doch die Vietnamesen, die in den 70er‑Jahren kamen, waren auch bildungsfern. Dennoch machen ihre Kinder heute bessere Schulabschlüsse als selbst Einheimische. [Die Welt, 07.04.2018]
Die […]Studie hat bestätigt, was bereits aus vielen Untersuchungen bekannt ist: Kinder aus eher bildungsfernen Haushalten lesen weniger Bücher als Gleichaltrige, deren Eltern einen tertiären Bildungsabschluss haben. [Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2015]
Der Ausdruck »bildungsfern«, als verständnisvoller Euphemismus gedacht, ist in Wahrheit grausamer als »ungebildet«. [Süddeutsche Zeitung, 06.08.2015]
Bei 53 Prozent der Kinder aus bildungsfernen Schichten steht ein TV‑Gerät in dem Raum, in dem gegessen wird (bildungsnahe Schicht: 21 Prozent). [Bild am Sonntag, 16.01.2011, Nr. 3]
Man kann doch nicht einfach zu den Arbeitern sagen: Ihr Arbeiter seid eine bildungsferne Schicht, eure Kinder sollen etwas Besseres werden: gebildete Akademiker mit Abitur und Universitätsstudium. Es wäre viel ehrlicher, gerechter und vernünftiger, so zu den Arbeitern zu sprechen: »Ihr seid wichtige Leute, viel wichtiger als manche, die sich Akademiker nennen. […]« [Süddeutsche Zeitung, 02.01.1992]
Bafög wurde mit der Absicht geschaffen, Kindern aus einkommensschwächeren und sogenannten bildungsfernen Familien das Studieren zu ermöglichen. [Die Zeit, 25.11.1977, Nr. 48]
Die, die am bildungsfernsten leben, haben kein Gefühl dafür entwickelt, wie zentral Bildung ist. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2018] ungewöhnl.

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
kulturlos · ↗ungebildet · ↗unkultiviert · ↗unzivilisiert  ●  ↗bildungsarm  geh. · bildungsfern  geh. · ↗bildungsschwach  geh. · ↗böotisch  geh., griechisch, veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bildungsfern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bildungsfern‹.

Zitationshilfe
„bildungsfern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bildungsfern>, abgerufen am 26.01.2021.

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