billigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung bil-li-gen
Wortbildung  mit ›billigen‹ als Letztglied: missbilligen · zubilligen
eWDG

Bedeutung

etw. gutheißen, für richtig erklären
Beispiele:
jmds. Entschluss, Haltung, Plan, Vorhaben, Anschauung billigen
etw. ganz und gar nicht, von ganzem Herzen billigen
ich billige deinen Schritt völlig
[er] betrachtet sein Werk mit ernstem, aber billigendem Auge [ FalladaWolf1,451]
etw. genehmigen
Beispiele:
einen Vorschlag, Entwurf, Beschluss billigen
die Regierung billigt den Erlass
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

billig · unbillig · billigen · zubilligen · Billigung
billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter -lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd. Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
akzeptieren · billigen · goutieren · gutheißen
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Erlaubnis erteilen · (die) Zustimmung geben · (einer Sache) seine Zustimmung erteilen · (seinen) Segen geben · absegnen · billigen · einwilligen · erlauben · genehmigen · in Kraft setzen · zustimmen  ●  (sein) Okay geben  ugs. · (sein) Placet geben  geh. · (sein) Plazet geben  geh. · abnicken  ugs. · grünes Licht geben  ugs. · verabschieden  fachspr.
Assoziationen
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (sich) aussprechen für · (sich) einsetzen (für) · (sich) engagieren (für) · Schützenhilfe leisten · anpreisen · befürworten · dafür sein · eintreten (für) · empfehlen · sekundieren · unterstützen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen (für)  fig.
  • (sein) Einverständnis erklären · (sich) einverstanden erklären (mit) · (sich) zustimmend äußern · Ja sagen (zu) · akzeptieren · annehmen · bejahen · billigen · einverstanden sein (mit) · einwilligen · nichts (mehr) auszusetzen haben (an) · zusagen · zustimmen  ●  konsentieren  veraltet · (etwas) abnehmen (z.B. Handwerkerleistung)  fachspr. · Gnade vor jemandes Augen finden  geh., ironisch
  • (seinen) Widerstand aufgeben · (sich) abfinden · keine (weiteren) Einwände erheben  ●  (zu allem) Ja und Amen sagen  ugs.
  • (etwas) absegnen lassen · (etwas) genehmigen lassen · (sich) die Genehmigung holen  ●  (sich jemandes) Segen holen  fig. · (sich) das Okay holen (von)  ugs.
Antonyme
  • nicht für richtig halten · (seine) Zustimmung verweigern
Synonymgruppe
(sich) anschließen · (sich) einverstanden erklären · Ja sagen (zu) · Zustimmung signalisieren · beipflichten · bestätigen · billigen · einer Meinung sein · einiggehen · einverstanden (sein) · empfehlen · etwas gutheißen · konform gehen (mit) · konformgehen (mit) · recht geben · unterschreiben · zustimmen · übereinstimmen  ●  gleicher Meinung sein  Hauptform · bei jemandem sein  ugs. · jedes Wort unterschreiben können  ugs.
Synonymgruppe
(sich) aussprechen für · befürworten · begrüßen · beistimmen · billigen · für richtig halten · gutheißen · zustimmen  ●  (sich) zustimmend äußern  nachrichtensprachlich · absegnen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sein) Einverständnis erklären · (sich) einverstanden erklären (mit) · (sich) zustimmend äußern · Ja sagen (zu) · akzeptieren · annehmen · bejahen · billigen · einverstanden sein (mit) · einwilligen · nichts (mehr) auszusetzen haben (an) · zusagen · zustimmen  ●  konsentieren  veraltet · (etwas) abnehmen (z.B. Handwerkerleistung)  fachspr. · Gnade vor jemandes Augen finden  geh., ironisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›billigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›billigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›billigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß der Monarch dazu eine Stellung zu gewinnen suchte, war nur zu billigen. [Weber, Max: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1918], S. 183]
Wir sind weit entfernt, diese ebenso widersinnigen wie ungerechten Drohungen zu billigen. [Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe), 02.03.1908]
Nachdem Otto aber vom Vater designiert worden war, billigte der Adel die Entscheidung. [Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7189]
Es hat in der Geschichte durchaus Nationen gegeben, deren Verhalten vom Rest der Welt nicht gebilligt wurde. [Der Spiegel, 10.02.1986]
Zum Abschluß des Kongresses billigten die russischen Kommunisten mehrere Resolutionen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]]
Zitationshilfe
„billigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/billigen>.

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